Ölpreise: Aktuelle Entwicklungen auf dem Rohölmarkt

Aktuelles Rohölpreise

Ölpreise erholten sich leicht

Ölpreise - Entwicklungen am Ölmarkt

Nachdem die Ölpreise in der ersten Wochenhälfte spürbar nachgegeben hatten, setzte gestern eine leichte Erholung ein. So kletterte die Nordsee-Ölsorte BRENT auf Freitag um knapp 0,6 $/b und stand am Morgen bei 51 Dollar/Barrel. Die US-Ölsorte WTI legte um 0,2 $/b zu und wurde am Freitagmorgen bei 46,9 Dollar/Barrel gehandelt.

Beim Rückblick auf die Handelswoche kann festgehalten werden, dass die Ölpreise nicht nur gestern sondern auch insgesamt stark geschwankt haben. In Summe bleibt am Ölmarkt auf Wochensicht jedoch ein Minus von rund zwei Prozent stehen.

Die gute Angebots-Lage auf dem Weltölmarkt lässt derzeit kein Ende der weiterhin bestehenden Überversorgung erwarten. Auch wenn Analysten davon ausgehen, dass die Nachfrage nach Rohöl in diesem Jahr etwas stärker als erwartet wachsen wird, überwiegen zurzeit dennoch eindeutig die preisdrückenden Nachrichten.

In den USA und Russland befindet sich die Ölförderung in der Nähe des jeweiligen Rekordhochs. Die gesamte Ölförderung der OPEC ist im Juni und Juli gestiegen, weil mit Nigeria und Libyen zwei OPEC-Mitglieder, die sich nicht an der Förderreduzierung beteiligen, ihre Ölförderung in den vergangenen Monaten deutlich hochgefahren. Außerdem wurde die Förderkürzung der OPEC-Allianz zuletzt nur noch zu rund 75% eingehalten und die globalen Öllagerbestände liegen, trotz des jüngsten Rückgangs, weiterhin deutlich über dem, vom Ölkartell angestrebten Fünf-Jahresschnitt.

 

Lediglich die seit neun Wochen fallenden US-Öllager sorgen am Ölmarkt für preisstützende Impulse. Auch in dieser Woche gab das Department of Energy (DOE) einen erneuten Abbau der gesamten Öllagerbestände in Höhe von 8,2 Mio. Barrel auf derzeit 846 Mio. Barrel bekannt. Laut DOE fielen die amerikanischen Rohöllager in der vergangenen Woche um weitere 8,9 Mio. Barrel und befinden sich mit 466,5 Mio. Barrel aktuell auf einem 10-Monats-Tief. Zwar legten die Lagerbestände der Ölprodukte (Heizöl, Diesel und Benzin) in Summe um 0,7 Mio. Barrel zu, dies schmälerte den gesamten Öllager-Abbau jedoch nur leicht.

Neben den preisstützenden Öllagerdaten kamen vom US-Ölmarkt in dieser Woche aber auch wieder Zahlen, die die Ölpreise belasteten. So legte die Ölförderung in den USA zuletzt um deutliche 0,8 Prozent auf nunmehr 9,5 Mio. Barrel pro Tag zu. Damit liegt die US-Ölproduktion nur noch leicht unter dem Rekordhoch vom Frühjahr 2015. Außerdem sind die Ölbohraktivitäten in den USA zuletzt wieder gestiegen, weshalb Anleger im Tagesverlauf wieder auf neue Daten zu den US-Ölbohrlöchern schauen werden, die vom Ölausrüsters Baker Hughes bekannt gegeben werden.

Am Devisenmarkt ist der €uro gegen die Ölwährung Dollar mit gut 1,17 Dollar/€uro heute Morgen auf ein August-Tief gesunken. Nachdem der €uro im Juli einen Höhenflug hingelegt hatte, gab die europäische Zentralbank gestern bekannt, dass man den €uro derzeit für überbewertet halte. Indirekt wurden sogar Maßnahmen in Aussicht gestellt um den €uro zu schwächen, um so die Exportwirtschaft der EU anzukurbeln. Da aus den USA in dieser Woche zudem gute Konjunkturdaten gemeldet wurden, ist die Stimmung bei Devisenhändlern im Hinblick auf einen weiter anziehenden €urokurs nicht mehr so optimistisch.

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Ölpreise fallen

Einflussfaktoren Ölpreise

  • Ölangebot:
    • - Fördermenge des
    •   Ölkartells OPEC
    • - Fördermenge in wichtigen
    •   Nicht-OPEC-Ländern
    • - Geplante Ölförderprojekte
    • - Ausweitung der Förderung
    •   auf bekannten Ölfelder
  • Entwicklungen auf dem US-Ölmarkt
    • - Schieferölproduktion
    • - Ölbohraktivitäten
  • Ölnachfrage:
    • - Wirtschaftsentwicklung in
    •   Industrie- und Schwellenländern
  • Globale Öllagerbestände
  • €uro-Dollar-Wechselkurs
  • Geopolitische Auseinandersetzungen
  • Spekulationen am Ölmarkt
  • Allgemeine Stimmung an den Börsen