Wie man das Motoröl richtig wechselt
Motoröl wechseln ohne Werkstatt
Wer den Ölwechsel selbst macht, spart nicht nur Geld. Er weiß auch genau, welches Öl im Motor steckt. Das klingt nach einer Kleinigkeit, ist aber alles andere als unwichtig.
Ein Ölwechsel in der Werkstatt dauert 20 Minuten und kostet je nach Fahrzeug und Ölsorte häufig deutlich mehr als das Material allein. Wer das Werkzeug hat und weiß, worauf es ankommt, erledigt das zuhause in ähnlicher Zeit und hat dabei die volle Kontrolle über das verwendete Produkt. Diese Anleitung erklärt den Ablauf Schritt für Schritt, ohne unnötige Umwege.
Das richtige Öl wählen, bevor du anfängst
Bevor du irgendetwas am Auto anfasst, steht die Ölwahl. Das ist der kritischste Schritt, nicht der Wechsel selbst.
Schlag im Fahrzeughandbuch die geforderte SAE-Viskosität nach, zum Beispiel 5W-30 oder 5W-40, und achte auf die ACEA-Klassifikation sowie eventuell vorgeschriebene Herstellerfreigaben. Bei VW-Konzernfahrzeugen sind das oft Normen wie VW 504.00/507.00. BMW schreibt Longlife-04 oder LL-01 vor, Mercedes eigene MB-Freigaben.
Wer ein Dieselfahrzeug mit Dieselpartikelfilter fährt, braucht zwingend ein Low-SAPS-Öl der ACEA-Klasse C2 oder C3. Normales Motoröl kaufen erhöht die Ascheablagerung im Filter, verkürzt seine Lebensdauer und kann zu teuren Reparaturen führen.
Vollsynthetische Öle sind für moderne Motoren die richtige Wahl: stabiler bei Hitze, besser im Kaltstart, länger haltbar. AUTODOC betreibt neben seinem eigenen Sortiment auch einen Marketplace, auf dem ausgewählte Drittanbieter ihre Produkte direkt über die AUTODOC-Website und App anbieten. Der Marketplace ist in Deutschland seit Mitte 2025 aktiv und umfasst über 1,2 Millionen Angebote, darunter Motoröle, Filter, Fahrzeugelektronik und Zubehör. Alle Marketplace-Verkäufer unterliegen klar definierten Leistungskennzahlen und Servicestandards AUTODOC überwacht die Verkäuferleistung aktiv und greift ein, wenn ein Kunde keine ausreichende Unterstützung erhält. Die Suche nach Kennzeichen und das gewohnte Bestellerlebnis bleiben dabei identisch, unabhängig davon, ob der Kauf direkt über AUTODOC oder über einen Marketplace-Anbieter erfolgt.
Warum die Viskositätszahl beim Kaltstart entscheidend ist.
Das 5W-30 bleibt bei –25°C deutlich dünnflüssiger als das 10W-40 und erreicht kritische Motorteile schneller. Der Unterschied bei Betriebstemperatur ist geringer, aber spürbar: Das 10W-40 bildet bei 100°C einen dickeren Schutzfilm, was bei hochbelasteten oder älteren Motoren ein Vorteil sein kann.
Was du vor dem Ölwechsel bereitlegst
Das richtige Motoröl in der vom Hersteller empfohlenen Menge, in der Regel vier bis sechs Liter. Einen neuen Ölfilter passend zum Fahrzeug. Einen Ölauffangbehälter mit mindestens sechs Litern Fassungsvermögen. Einen Ringschlüssel oder eine Nuss passend zur Ablassschraube. Einen Filterschlüssel, falls der Filter fest sitzt. Einen neuen Dichtring für die Ablassschraube. Einweghandschuhe und alte Lappen.
Schritt 1: Motor kurz warmlaufen lassen, dann abkühlen
Starte den Motor kurz und lass ihn zwei bis drei Minuten laufen. Das Öl wird dünnflüssiger und lässt sich besser ablassen. Dann Motor abstellen und zehn Minuten abkühlen lassen. Heißes Öl kann Verbrennungen verursachen. Das Fahrzeug muss auf ebenem Untergrund stehen.
Schritt 2: Ablassschraube lösen und Öl ablassen
Kriech unter das Fahrzeug und finde den Ölablassstopfen am tiefsten Punkt der Ölwanne. Stelle den Auffangbehälter darunter, löse die Schraube gegen den Uhrzeigersinn und ziehe sie am Ende mit der Hand heraus. Das Öl läuft jetzt ab. Das kann zwei bis drei Minuten dauern.
Schritt 3: Alten Ölfilter entfernen
Der Ölfilter sitzt je nach Fahrzeug seitlich am Motorblock oder ist von oben zugänglich. Drehe ihn mit dem Filterschlüssel gegen den Uhrzeigersinn heraus. Etwas Öl wird auslaufen, also Lappen bereithalten. Prüfe, ob der alte Gummidichtring vollständig entfernt wurde. Bleibt er am Motorblock kleben, dichtet der neue Filter nicht ab.
Schritt 4: Neuen Filter vorbereiten und einsetzen
Fülle den neuen Ölfilter mit etwa 200 ml frischem Motoröl vor. Das verhindert einen kurzen Trockenlauf beim ersten Start. Bestreiche den Gummidichtring des neuen Filters dünn mit frischem Öl. Schraube den Filter von Hand fest, bis der Dichtring satt aufliegt, danach noch etwa eine halbe Umdrehung weiter. Nicht mit Werkzeug überziehen.
Schritt 5: Ablassschraube ersetzen und Ölwanne verschließen
Ersetze den alten Dichtring der Ablassschraube durch einen neuen. Das kostet wenig und verhindert undichte Stellen. Schraube die Ablassschraube von Hand ein und ziehe sie mit dem Schlüssel fest. Das Gewinde in der Ölwanne ist empfindlicher als es aussieht, also nicht übermäßig anziehen.
Schritt 6: Neues Öl einfüllen und Pegel prüfen
Öffne den Öleinfülldeckel oben am Motor. Fülle zunächst etwa 80 Prozent der empfohlenen Menge ein. Warte eine Minute, ziehe den Ölmessstab heraus, wische ihn ab, stecke ihn wieder hinein und ziehe ihn erneut heraus. Der Ölstand sollte zwischen der Min- und Max-Markierung liegen. Falls nötig, gib schrittweise jeweils etwa 150 ml dazu. Nie über die Max-Markierung füllen.
Schritt 7: Kontrollstart und Dichtigkeitsprüfung
Starte den Motor und lass ihn zwei Minuten laufen. Die Öldruckkontrollleuchte sollte nach wenigen Sekunden erlöschen. Tut sie das nicht, Motor sofort abstellen und die Ursache prüfen. Schau unter das Fahrzeug: Kein Öl darf tropfen. Stelle den Motor ab, warte fünf Minuten und prüfe den Ölstand erneut.
Wie oft das Motoröl gewechselt werden sollte
Für die meisten modernen Fahrzeuge mit vollsynthetischem Öl liegt das Herstellerintervall bei etwa 15.000 bis 20.000 Kilometern oder einmal jährlich, je nachdem, was zuerst eintritt. Bei starker Belastung durch häufige Kurzstrecken, Anhängerbetrieb oder viel Stadtverkehr sollte das Intervall auf rund 10.000 Kilometer verkürzt werden. Den Ölstand alle 1.000 Kilometer zu kontrollieren ist grundsätzlich empfehlenswert.
Altöl richtig entsorgen
Altöl gehört nicht in den Hausmüll oder den Ausguss. Bringe es in einem verschlossenen Behälter zu einer Recyclingstation oder einem Wertstoffhof. Das ist kostenlos und gesetzlich vorgeschrieben.
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