Scheibenwischer richtig wählen
Scheibenwischer wechseln und länger nutzen
Ein stotternder Wischer bei Regen kostet keine Sekunden, er kostet die Sicht. Die meisten Fahrer wechseln die Wischer zu spät, weil die Zeichen des Verschleißes schleichend kommen.
Scheibenwischer gehören zu den günstigsten Sicherheitsteilen am Auto und werden trotzdem oft jahrelang nicht erneuert. Wer neue Scheibenwischer kaufen möchte, hat die Wahl zwischen Dutzenden Marken und drei grundlegenden Bauarten. Dabei empfehlen Hersteller, die Blätter alle 6 bis 12 Monate zu tauschen. Wer im Regen Schmierstreifen auf der Scheibe sieht oder ein Quietschen hört, sollte nicht warten: Das Gummi ist bereits verhärtet oder gerissen.
Woran man erkennt, dass die Wischer fällig sind
Schmierstreifen zeigen, dass der Gummi das Wasser nicht mehr sauber wegdrückt, sondern verschmiert. Flecken und Lücken entstehen, wenn der Wischer bestimmte Bereiche der Scheibe unberührt lässt. Quietschen und Rattern bedeuten, dass das Gummi ruckartig über die Scheibe schleift statt gleichmäßig zu gleiten. Abheben bei Tempo passiert, wenn sich das Blatt bei höherer Geschwindigkeit vom Glas löst, weil das Gestell verformt oder zu alt ist.
Sichtbare Risse, Härtung oder Rost am Rahmen sind weitere Zeichen. Das Gummi eines Wischers sollte weich und geschmeidig sein. Ist es das nicht mehr, muss er weg.
Die drei Wischertypen und die richtige Länge:
- Konventionell ist der klassische Typ mit Metallrahmen und mehreren Auflagepunkten. Er ist günstig und weit verbreitet, vereist aber leicht und liefert keinen gleichmäßigen Anpressdruck über die gesamte Länge.
- Flat-Wischer haben ein rahmenloses Blatt mit integrierter Feder. Der Anpressdruck ist gleichmäßig, die Form aerodynamisch, die Frostempfindlichkeit geringer. Für die meisten modernen Fahrzeuge sind sie die beste Wahl.
- Hybrid-Wischer kombinieren beide Bauweisen: ein Gestell im aerodynamischen Gehäuse für hohen Anpressdruck. Sie kommen vor allem bei Fahrzeugen der Oberklasse und Sportmodellen zum Einsatz, sind aber auch am teuersten.
|
Typ |
Aufbau |
Stärken |
Schwächen |
|
Konventionell |
Metallrahmen, mehrere Auflagepunkte |
Günstig, weit verbreitet |
Vereist leicht, ungleichmäßiger Druck |
|
Flat |
Rahmenloses Blatt mit Feder |
Gleichmäßiger Druck, aerodynamisch |
Etwas teurer |
|
Hybrid |
Kombination aus beiden |
Hoher Anpressdruck, gut bei Tempo |
Am teuersten |
Die Länge richtet sich nach dem Fahrzeugmodell. Fahrerseitig sind 500 bis 750 mm üblich, beifahrerseitig 400 bis 550 mm, absichtlich kürzer damit sich die Blätter nicht treffen. Heckwischer sind mit 250 bis 400 mm deutlich kompakter und werden separat ersetzt. Vorderblätter immer paarweise wechseln: unterschiedlich verschlissene Blätter auf beiden Seiten führen zu ungleichmäßiger Reinigung.
Preise und Marken im Überblick:
|
Typ / Marke |
Preis pro Set |
Haltbarkeit |
|
Günstig konventionell (z. B. Ridex) |
8 bis 15 Euro |
ca. 6 bis 9 Monate |
|
Bosch Twin |
15 bis 30 Euro |
bis 12 Monate |
|
Flat günstig (z. B. Stark, Ridex) |
8 bis 20 Euro |
ca. 6 bis 9 Monate |
|
Bosch Aerotwin |
20 bis 30 Euro |
bis 12 bis 15 Monate |
|
SWF Visioflex / Valeo Silence |
25 bis 40 Euro |
bis 15 Monate |
|
Hybrid (z. B. Denso) |
35 bis 45 Euro |
bis 18 Monate |
|
Heckwischer (1 Stück) |
5 bis 12 Euro |
12 bis 18 Monate |
Wer auf Originalmarken der Fahrzeughersteller setzt, zahlt rund 30 bis 50 Prozent mehr bei identischer Fertigungsqualität, denn die meisten OEM-Blätter stammen ohnehin von Bosch, Valeo oder SWF.
Wischerwechsel in fünf Schritten
- Service-Stellung aktivieren: Viele Fahrzeuge parken die Wischer unter der Motorhaube. Laut Handbuch in die Service-Stellung bringen, damit das Blatt zugänglich wird.
- Scheibe schützen: Ein Handtuch unter den angehobenen Wischerarm legen. Fällt der Metallarm ohne Gummi aufs Glas, kann es splittern.
- Altes Blatt lösen: Rastnase am Anschluss drücken und das Blatt in Pfeilrichtung abziehen oder schieben.
- Neues Blatt einsetzen: Einrasten lassen, bis es hörbar klickt. Kein Werkzeug nötig.
- Arm vorsichtig ablegen und die zweite Seite wiederholen.
Der Wechsel dauert 5 bis 10 Minuten. Wer die Blätter in einer Werkstatt kauft, bekommt den Einbau dort meist kostenlos. Kauft man anderswo, kostet der Einbau in der Regel 5 bis 10 Euro.
Quietschen beheben und Lebensdauer verlängern
Quietschen hat mehrere Ursachen: Staub, Baumharz oder Wachsreste auf Scheibe oder Gummi, zu trockenes Glas, verhärtetes Gummi oder ein falscher Anstellwinkel. Die Lösung ist, Scheibe und Blätter mit einem feuchten Tuch zu reinigen. Lösungsmittel oder Benzin zerstören das Gummi. Bleibt das Quietschen danach bestehen, ist ein Neukauf der günstigste Weg. Niemals ohne Wischwasser wischen.
Wer die Wischblätter alle 2 bis 4 Wochen abwischt, entfernt Ablagerungen bevor sie die Reinigungskante angreifen. Im Wischwasserbehälter gehört immer Frostschutzmittel rein. Im Winter gilt: Wischer nicht auf dem Glas festfrieren lassen, das beschädigt Motor und Gestänge. Eine Frontscheiben-Abdeckung ist die einfachste Lösung. UV-Strahlung und Hitze bauen das Gummi schneller ab als regelmäßige Nutzung. Wer das Auto oft in der Sonne parkt, sollte die Blätter öfter prüfen.
Was bei der Hauptuntersuchung geprüft wird
Bei der HU prüfen TÜV und DEKRA, ob die Wischer einwandfrei funktionieren: keine dauerhaften Streifen im Sichtfeld, intaktes Gummi, korrekte Wischgeschwindigkeit. Defekte Blätter können als erheblicher Mangel eingestuft werden, mit der Folge dass das Fahrzeug nachgebessert werden muss. Wer mit verschlissenen Wischern fährt und dabei in einen Unfall gerät, riskiert außerdem, dass die Versicherung Mitschuld geltend macht.
Empfehlung: Wischblätter einmal im Jahr wechseln, am besten im Herbst vor der Regenzeit. Heckwischer können länger halten, sollten aber ebenfalls jährlich geprüft werden.
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