E-Tankstellen und andere Sonder-Tankstellen

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Anzahl der konventionellen Tankstellen in Deutschland seit Jahren rückgängig

Tankstellen finden und biller tanken mit TANKE-GÜNSTIG
Deutsche Autofahrer haben kaum Interesse am Biokraftstoff.

Wer im Jahre 1970 durch Deutschland fuhr, musste keine Angst haben, irgendwann auf der Strecke stehenzubleiben. Mehr als 46.000 Tankstellen reihten sich entlang der Autobahnen, Landstraßen und städtischen Straßen. Es war die Hochzeit der Sprit-Hersteller. Die Autos verbrauchten viel Kraftstoff, die Spritpreise waren günstig und das Thema Nachhaltigkeit war noch wenig präsent. Im Laufe der Zeit ging die Anzahl der Tankstellen jedoch zurück.

So finden sich an den deutschen Straßen im Jahr 2017 "nur" noch 14.510 Möglichkeiten, das Auto mit Benzin, Diesel oder anderen konventionellen Kraftstoffen zu versorgen. Ein Rückgang von mehr als 30.000 Tankstellen in gerade einmal 45 Jahren. Damit befindet sich die Tankstellen-Dichte auf dem geringsten Stand seit Beginn der Aufzeichnung. Selbst im Jahr 1950, als der automobile Boom erst folgen sollte, waren es mehr als 18.000 Tankstellen in der Bundesrepublik.

Der Grund für den Rückgang der Tankstellen in Deutschland ist allerdings leicht auszumachen. Im Laufe der Jahre  haben Automobil-Hersteller immer sparsamere und umweltfreundlichere Modelle entwickelt, die nun auf unseren Starßen unterwegs sind. Es wurden zwar immer mehr Autos verkauft, diese benötigten jedoch immer weniger Benzin oder Diesel. Die Strecken, die mit einer Tankfüllung zurückgelegt werden konnten, stiegen deutlich an. Aus diesem Grund verringerte sich die Anzahl der Tankstellen kontinuierlich.

Heute finden sich in Deutschland auch immer mehr Sondertankstellen, die Erdgas, Strom oder auch Wasserstoff zum betanken anbieten. Sowohl die Bundesregierung als auch die Autohersteller erwarten, dass der Anteil von Fahrzeugen mit fossilen Brennstoffen kontinuierlich zurückgeht. Wie schnell dies geschehen wird und welche alternativen Energieträger wann einen Großteil der Mobilität ausmachen, ist bisher jedoch noch nicht absehbar.

Kaum Interesse an Super E10 – Premium-Kraftstoff wird immer beliebter

 

Bis es jedoch soweit ist, dass fossile Brennstoffe komplett der Vergangenheit angehören, werden noch Jahrzehnte ins Land ziehen. Zwar sind Autos mit besonderen Tankansprüchen immer häufiger zu finden, doch ihr Anteil ist im Vergleich zur Gesamtsumme verschwindend gering. Selbst die Einführung des günstigeren E10-Kraftstoffs für klassische Benziner wurde in Deutschland eher zu einem Trauerspiel.

Die Bundesregierung erwartete sich von der Einführung des Biosprits eine teilweise Wachablösung des klassischen Benzins, wurde jedoch arg enttäuscht. Im Jahr 2017 tankten nur zwölf Prozent aller möglichen Autos den Vertreter von Super oder Super Plus. Der seit Jahren konstante Preisunterschied von in etwa 2 Cent reicht offensichtlich nicht aus, damit der Kunde beim Tanken zu E10 greift. Stattdessen tanken die Deutschen zumeist den preisintensiveren Super-Kraftstoff. Doch wie sieht es in der Bundesrepublik mit Sondertankstellen aus? Wie kommen Erdgas-, Elektro- und Wasserstoffautos voran? Und was kosten die Autos mit Sonderkraftstoff?

Elektro-Tankstellen: Ausbau geht stetig aber langsam voran

Elektro-Auto von Tesla
Elektroautos sollen gefördert werden, sind jedoch auch 2018 Exoten auf den Straßen.

Elektro-Autos sind spätestens seit Elon Musk und dem Tesla das Wunschobjekt vieler umweltbewusster Autofahrer. Doch die Realität auf deutschen Straßen zeigt, dass sich Wunsch und aktueller Bestand stark unterscheiden. Gerade einmal 53.861 Elektroautos waren Anfang 2018 auf den deutschen Straßen zugelassen. Der Anteil an den gut 46 Millionen Autos in Deutschland ist damit verschwindend gering.

Elektroautos sind Exoten und doch ist das Tank-Netz recht gut ausgebaut. Am 9. April 2018 gab es in der Bundesrepublik knapp 9.000 Ladestationen und 174.000 Anschlüsse. Diese Übersichtskarte zeigt, wo derzeit überall E-Tankstellen zu finden sind. Damit gibt die Infrastruktur den Weg für die automobile Technik vor. Wer heute überlegt, ein E-Auto zu erwerben, muss sich über Lademöglichkeiten weniger Gedanken machen, doch für einen grundsätzlichen Umbau hin zur Elektromobilität reicht die Infrastruktur der E-Ladesäulen noch nicht aus.

Der große Nachteil der Elektro-Autos liegt in deren Ladezeit. Selbst moderne Tesla-Modelle laden mindestens 40 Minuten, um die Akkus einigermaßen zur Weiterfahrt zu füllen. In dieser Zeit ist die Ladesäule blockiert und andere E-Autos haben keinen Zugriff. Während Benziner in wenigen Sekunden bis Minuten vollgetankt sind, ist die Fluktuation an den Elektro-Ladesäulen wesentlich geringer. Für Besitzer von E-Autos bedeutet dies, dass nicht nur die Verfügbarkeit von Ladestationen eine Rolle spielt, sondern auch deren Belegung. Soll der kommerzielle Durchbruch erfolgen, müssen Bund, Länder und Hersteller von Automobilen in den kommenden Jahren kürzere Ladezeiten oder mehr Ladestationen etablieren.

Erdgas-Tankstellen: Gute Abdeckung in ganz Deutschland

Erdgas-Tankstellen
Erdgas ist die umweltfreundliche Alternative zum Autogas.

Erdgas-Autos sind im Reigen der Alternativen die stärkste Fraktion. Mehr als 93.000 Fahrzeuge mit Erdgas-Antrieb zählte das Kraftfahrbundesamt im Jahr 2017. Der Vorteil liegt auf der Hand: Auch aufgrund der Steuervorteile ist Erdgas im Vergleich zu Benzin günstiger und selbst ältere Gebrauchtwagen lassen sich recht einfach nachrüsten. Allerdings ist auffällig, dass die Anzahl der Erdgas-Autos in Deutschland rückläufig ist. Waren es 2015 noch knapp 100.000 Fahrzeuge, die ihren Tank mit Erdgas füllten, sind es zwei Jahre später knapp 7.000 Automobile weniger.

Ein Grund für den Rückgang ist die Erwartungshaltung: Wer Erdgas tankt, sucht eine günstige Alternative zum Benzin oder Diesel. Dies ist mit dem Aufkommen der Elektroautos jedoch in anderer und vor allem sauberer Form gegeben. Daher liegt der Gedanke nah, dass sich viele Erdgas-Interessenten aktuell für ein Elektroauto entscheiden würden.

Wer dennoch beim Erdgas zugreift, findet in Deutschland ein gut ausgebautes Tankstellen-Netz, das den alternativen Kraftstoff anbietet. Für das Erdgas-Tankstellennetz konnten vorhandene Tankstellen genutztz werden, von denen knapp 1.000 ihr Sortiment mit Erdgas erweitert haben. Eine Reise mit einem Auto, das auf Autogas oder Erdgas Kraftstoff setzt, ist daher zumeist weniger unprobelmatisch als mit dem Elektroauto. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Fahrt unbedarft angegangen werden sollte, denn nur jede 15. Tankstelle bietet Erdgas an. Wer also ungewollte Stopps zu vermeiden will, der sollte seine Tankstops vorab planen.

Übrigens Erdgas ist nicht gleichbedeutend mit Autogas. Autogas (LPG) ist ein Abfallprodukt der Benzinherstellung, während Erdgas (CNG) aus Vorkommen gewonnen wird und fast reines Methan ist. Die Nachrüstung von Erdgas ist etwas teurer als bei Autogas und die Tankstellendichte ist bei Autogas höher. Etwa siebenmal mehr Autogas-Tankstellen finden sich in der Republik.

Wasserstoff-Tankstellen: Keine Chance für Interessenten der modernen Technologie



Kritiker sehen Elektroautos als Brückentechnologie an. Zu lange dauert die Ladezeit, zu gering ist die Reichweite, zu langsam der Fortschritt in der Akku-Technologie. Stattdessen haben sie Wasserstoff als nächsten Schritt in der Tank-Evolution auserkoren. Der saubere Kraftstoff hinterlässt nur Wasser als Restprodukt auf den Straßen, lässt sich innerhalb weniger Minuten in ein Auto füllen; außerdem gelingt Wasserstoff eine höhere Reichweite. Kurzum: Wasserstoff könnte Preis- und Umweltprobleme lösen.

Doch die Technik steckt in den Kinderschuhen. Gerade einmal etwas mehr als 200 Wasserstoff-Fahrzeuge sind in Deutschland unterwegs - und das Tanknetz ist schlecht bis gar nicht ausgebaut. Am Ende des Jahres 2017 konnten Wasserstoff-Autos an 45 Tankstellen Nachschub besorgen. Während der Norden, Westen und Süden mit einigen aktiven Wasserstoff-Tankstellen aufwartet, ist Mitteldeutschland komplett von der Versorgung abgeschnitten. Zwar planen einige Tankstellen eine Nachrüstung, um auch Wasserstoff-Fahrzeuge zu beliefern, doch in den kommenden Jahren ist mit keinem sprunghaften Anstieg zu rechnen. Dafür ist die Technik zu jung, das Interesse zu gering und die Anschaffungskosten zu hoch.

Fazit zu den Sondertankstellen in Deutschland

Keine Lust auf Benzin und Diesel? Dann müssen in Deutschland Geduld und Planung mitgebracht werden. Während die Nutzung von Erdgas-Autos bereits rückläufig ist, sind Elektro-Autos auf dem Vormarsch, wenn auch nur auf einem geringen Niveau. Das E-Ladenetz ist bereits recht gut ausgebaut und soll schnell erweitert werden. Dafür sorgen Initiativen der Bundesregierung und der Automobilhersteller. Bis es soweit ist, ist vor jeder Fahrt eine Planung notwendig, um freie Ladesäulen zu finden. Noch akuter ist die Situation bei Wasserstoff-Tankstellen. Die wenigen Tankstellen mit Zugang zu Wasserstoff werden aufgrund der geringen Fahrzeug-Zahl kaum genutzt, aus diesem Grund ist mit einem schnellen Anstieg an Auffüll-Möglichkeiten kaum zu rechnen.

 

Weitere Angebote von Tanke-Günstig

Wie sieht der Gebrauchtwagen-Markt für Autos mit Sonderantrieben aus?

Neben den klassischen Fakten wie Laufleistung, Motorisierung und Alter des Gebrauchtwagens, ist der Kraftstoff als Sonderausstattung ein Faktor, der sich auf den Gesamtwert auswirkt. Die sogenannte Schwacke-Liste gibt hier nähere Auskunft, wie sich dieser berechnet. Gerade in Zeiten von Diesel-Skandalen werden Modelle mit diesem Kraftstoff günstig angeboten, während neue Antriebe eher preisintensiv sind - auch auf dem Gebrauchtwagenmarkt. Erdgas-Autos sind im Vergleich Fahrzeugen mit anderen Sonder-Kraftstoffen günstig zu erhalten. Beim Kauf eines gebrauchten Erdgas-Fahrzeugs kommt es eher auf das Alter und die Laufleistung des Automobils an.

Wer überlegt, ein E-Auto gebraucht zu erwerben, muss lange suchen. Der Wert von Gebrauchtwagen mit Elektroantrieb ist enorm hoch - ein Preisverfall ist kaum zu beobachten. Das liegt vor allem auch daran, dass der Markt jung ist. Fahrzeuge mit Elektroantrieb sind erst seit 2013 auf dem deutschen Gebrauchtwagen-Markt zu finden. Da gleichzeitig der Nachschub an neuen Modellen oder Herstellern überschaubar ist, wird sich der Zustand in den nächsten Jahren kaum ändern.

Einen Markt für Gebrauchtwagen mit Wasserstoff-Antrieb gibt es ebenfalls nicht. Wer sich bereits heute für ein Wasserstoff-Auto interessiert, muss auf einen Neuwagen setzen, die in der Anschaffung vergleichsweise teuer sind. Bevor in Deutschland ein Gebrauchtwagen-Markt für Wasserstoff-Autos entsteht, werden noch Jahre ins Land ziehen - vorausgesetzt, die Technologie etabliert sich als Alternative zu Benzin und Strom.