Reisen und Tanken in Frankreich

Frankreich bietet mit seinen Skigebieten, der süd- und westfranzösischen Küste, aber auch mit Paris als Hauptstadt, zahlreiche und abwechslungsreiche Möglichkeiten Urlaub zu machen. Besonders aufgrund der Nähe zu Deutschland, nutzen viele deutsche Touristen das Auto zur Anreise. Auch Sie verbringen Ihren Urlaub in Frankreich und reisen mit dem eigenen Auto an oder mieten sich einen Leihwagen vor Ort? Dann raten wir Ihnen, sich bereits vor dem ersten Tankstellenbesuch mit dem Thema Tanken in Frankreich zu beschäftigen.

Tanken in Frankreich

Ähnlich wie in Deutschland, nimmt die Zahl der Tankstellen in Frankreich ab, jedoch gibt es mit einer Gesamtzahl von über 11.100 Tankstellen, weiterhin ein dichtes Tankstellennetz in ganz Frankreich. Ein Großteil der Tankstellen befindet sich an Autobahnen und Nationalstraßen, Gewerbegebieten und häufig in unmittelbarer Nähe zu den großen Supermärkten.

Beim Tanken in Frankreich empfehlen wir Ihnen die Tankstellen in der Nähe der großen Supermarktketten des Landes nutzen. Die Supermärkte, die auch Hypermarchés genannt, bieten Benzin und Diesel im Vergleich zu anderen Mineralölunternehmen, an den eigenen Tankstellen meist etwas günstiger an. Die Supermarktketten verfolgen das Ziel, dass sowohl Einheimische als auch Touristen das Tanken in Frankreich mit einem Supermarktbesuch zu verbinden. Mit dem Angebot von Kraftstoffen wird das eigene Produktportfolio erweitert.

Wenn Sie eine günstige Tankstelle in Frankreich gefunden haben, lohnt es sich häufig den Reservekanister vollzufüllen. Während bei uns in Deutschland der Transport von 20 Litern Kraftstoff in Kanistern erlaubt sind, dürfen Sie in Frankreich nur maximal 10 Liter Kraftstoff transportieren.

Um sich schon vor dem Tanken in Frankreich einen ersten Überblick über die aktuellen Kraftstoffpreise in Frankreich zu verschaffen, empfehlen wir Ihnen einen Besuch auf der öffentlichen Regierungsseite.

Wie lauten die Kraftstoffbezeichnungen beim Tanken in Frankreich?

Beim Tanken in Frankreich haben Sie eine ähnlich große Auswahl an Kraftstoffen, wie bei uns in Deutschland. Um Ihnen die Wahl des für Sie gewünschten Produktes zu erleichtern, helfen wir gerne mit der folgenden Gesamtübersicht:

Deutsche Kraftstoffbezeichnung

Französische Kraftstoffbezeichnung

Super E5

sans plomb 95 oder SP95

Super E10

SP95 E10

Super Plus

sans plomb 98 oder SP98

Diesel

Diesel

Autogas (LPG)

GPL (Gaz de pétrole liquéfié)

Erdgas (CNG)

GNV (gaz naturel pour véhicules)

LNG

GNL

 

Welche Zahlungsmöglichkeiten hat man beim Tanken in Frankreich?

An Tankstellen mit Personal ist die Zahlung mit Bargeld (in Euro) oder mit der Karte möglich. Außerhalb der Öffnungszeiten und an Tankautomaten (Selbstbedienungstankstellen), erfolgt die Zahlung direkt an der Zapfsäule. Bei den meisten Tankautomaten, sind mehrere Sprachen auswählbar, zu denen häufig auch deutsch gehört. Bei einem Großteil der Tankstellen ist die Zahlung mit einer Bankkarte (mit Chip) und der dazugehörigen PIN-Nummer ebenfalls möglich.

Die Kreditkarten von Visa und Mastercard sind die gängigen Anbieter in Frankreich und werden dementsprechend auch nahezu überall akzeptiert. Auch hier wird für die Zahlung die passende vierstellige PIN-Zahl benötigt. Der in Deutschland weiterhin verbreitete Lastschrifteinzug (EC- oder Kreditkarten-Zahlung mit Unterschrift) wird in Frankreich nicht angeboten.

An freien Tankstellen in Frankreich ist es vereinzelt nicht möglich, mit der deutschen Kredit- oder Bankkarte zu zahlen. Häufig kann das Kartenterminal bei Karten von außerhalb Frankreichs keine Bonitätsprüfung durchgeführt werden, sodass die Zahlung abgelehnt wird. Hier schützen sich die Tankstellenbetreiber, vor allem an Selbstbedienungstankstellen, vorsorglich gegen gestohlene Karten und vor Betrugsversuchen.

Tempolimits und Bußgelder in Frankreich

Tempolimits in Frankreich

Im Gegenteil zu Deutschland gelten in Frankreich bei Fahranfängern abweichende Tempolimits. Als Fahranfänger gelten in Frankreich Führerscheininhaber, die weniger als drei Jahre Erfahrung am Steuer besitzen. Unabhängig davon, ob Sie mehr oder weniger als drei Jahre Erfahrung haben, raten wir immer dazu, die Geschwindigkeitsbegrenzungen zu beachten und einzuhalten.

Ort

Erlaubte Höchstgeschwindigkeit (PKW)

Innerorts

50 km/h

Außerorts

80 km/h (80 km/h für Fahranfängern in den ersten 3 Jahren)

Schnellstraßen

110 km/h (100 km/h für Fahranfängern in den ersten 3 Jahren)

Autobahnen

130 km/h


Bußgelder in Frankreich

Im Vergleich zu Deutschland, kann die Geschwindigkeitsüberschreitungen oder ein sonstiger Verstoß gegen die Verkehrsregeln in Frankreich vergleichsweise teuer werden. Auch wenn die „Police nationale“ nicht vor Ort ist und Sie einer der zahlreichen festen oder mobilen Blitzer erwischt hat, werden Sie trotz ausländischem Kennzeichens nicht um die Zahlung herumkommen. Denn Bußgelder werden seit einem EU-Abkommen aus dem Jahr 2010 ab einer Höhe von 70 Euro (inklusive Gebühren) auch im Ausland „eingetrieben“. Sollte das Bußgeld nicht gezahlt werden, droht bei einer späteren Kontrolle innerhalb Frankreichs im schlimmsten Fall die Beschlagnahme Ihres Autos.

Vergehen

Höhe des Bußgeldes

Geschwindigkeitsüberschreitung von 20 km/h

Ab 135 €

Geschwindigkeitsüberschreitung von mehr als 50 km/h

Bis zu 1.500 €

Handynutzung

135 €

Parkverstoß

Ab 20 €

Fahren ohne Sicherheitsgurt

135 €

Alkohol am Steuer von 0,5 bis 0,8 Promille

135 €

Fehlende Warnweste oder Warndreieck

135 €

Mautpflichtige Strecken in Frankreich

Auf welchen Strecken muss die Maut gezahlt werden?

Das französische Autobahnnetz wird von verschiedenen Gesellschaften betrieben, sodass für die Nutzung auf einem Großteil der Autobahnen und Schnellstraßen in Frankreich Maut bezahlt werden muss. Von der Maut befreit sind nur wenige Teilabschnitte, wie Teile der Stadtautobahn und -umfahrungen der größten französischen Metropolen, sowie Zubringerstrecken.

Wie erkenne ich eine Straße, auf der eine Maut gezahlt werden muss?

Nicht nur beim Tanken in Frankreich sollten Sie über die Vorgaben und Regelungen Bescheid wissen, sondern auch auf den Autobahnen. Und dazu zählt auch, dass nicht auf jeder französischen Autobahn Maut gezahlt werden muss.

• Blaue Schilder (péage) kennzeichnen gebührenpflichtige Autobahnen (autoroute)
• Grüne Schilder kennzeichnen mautfreie Bundesstraßen (routes nationales)

Wie hoch ist die Maut bei meinem Fahrzeug?

Die Höhe der zu zahlenden Maut ist streckenweise fällig und richtet sich nach der Höhe des Fahrzeuges. Die auf Frankreichs Autobahnen zugelassenen Fahrzeuge werden in fünf Kategorien bzw. Klassen unterteilt. Zu welcher Klasse Ihr Fahrzeug gehört, entnehmen Sie bitte der unteren Gesamtübersicht. Eine Vignette nach dem Vorbild von Österreich, wird in Frankreich nicht angeboten. Wie beschrieben, ist die genaue Höhe der Gebühr fahrzeugabhängig, jedoch kann grob mit ca. 7 Cent pro Kilometer gerechnet werden. Mithilfe von Mautrechnern, können Sie auf den Internetseiten der Betreibergesellschaften die genauen Kosten ermitteln.

Fahrzeugklassen

Klasse

Fahrzeuge bzw. Fahrzeugeigenschaften

Klasse 1:

Kfz bis 3,5 t zulässiges Gesamtgewicht auch mit Anhänger (Falt-, Gepäck-, Klappwohnanhänger), Höhe bis 2 m *

Klasse 2:

Kfz bis 3,5 t zulässiges Gesamtgewicht mit einer Höhe zwischen 2 und 3 m (z.B. Wohnmobile) sowie Gespanne mit einem Zugfahrzeug bis 3,5 t zGG und einer Höhe zwischen 2 und 3 m *

Klasse 3:

2-achsige Kfz mit einem zulässigen Gesamtgewicht über 3,5 t oder mit einer Höhe ab 3 m *

Klasse 4:

Kfz ab 3 Achsen** mit einem zulässigen Gesamtgewicht über 3,5 t oder mit einer Höhe ab 3 m

Gespanne mit einem Zugfahrzeug über 3,5 t zGG und einer Höhe ab 3 m *

Klasse 5:

Motorräder (auch mit Beiwagen), Trikes


* Bei der Höhe werden Dachgepäck, Dachboxen, Antennen, Solarpanels, Rundumlichte (Blaulicht, Gelblicht), Beleuchtungseinrichtungen, Taxischilder etc. in der Regel nicht, feste Aufbauten wie die Aggregate von Klimaanlagen o.ä. hingegen schon mit eingerechnet.

** Tandemachsen werden in Frankreich wie zwei Einzelachsen gezählt.

Quelle: ADAC

Alkohol am Steuer in Frankreich

Frankreich ist berühmt für seine Weine wie der Pinot Noir, Chardonnay oder der Sauvignon Blanc. Genauso laden die Anbaugebiete wie die Champagne, Bordeaux oder auch das Burgund zu Verkostungen ein. Doch seien Sie mit dem Alkoholkonsum vorsichtig. Zwar wurde 2013 die Pflicht abgeschafft, dass jeder Autofahrer einen Alkoholtester mit sich führen muss, doch mobile Kontrollen werden nach wie vor von der Polizei vor Ort durchgeführt. Allgemein sollten Sie sich merken: auch in Frankreich gilt ein Alkohollimit von 0,5 Promille.