Reisen und Tanken in der Schweiz

Die Schweiz ist durch die unmittelbare Nähe ein beliebtes Urlaubsland der Deutschen. Wenn Sie mit dem Auto in die Schweiz fahren oder die Schweiz auf dem Weg in eines der südeuropäischen Urlaubsländer passieren, so gilt es sich bereits vor dem Fahrtantritt auf einige Besonderheiten in der benachbarten Eidgenossenschaft vorzubereiten.

Tanken in der Schweiz

In der Schweiz werden Sie als Autofahrer wohl nur äußerst selten in die Verlegenheit kommen, keine Tankstelle in der Nähe zu finden. Mit rund 3.400 Tankstellen ist das Tankstellenetz im Verhältnis auf die Fläche des Landes sogar dichter als bei uns in Deutschland.

Auch wenn die Kraftstoffpreise an Schweizer Tankstellen häufig auch in Euro ausgezeichnet sind, sollte das Tanken in der Schweiz grundsätzlich nicht in der Währung Euro bezahlen werden, sondern in der Landeswährung „Franken“. Die Zahlung in Euro wird zwar ohne Probleme akzeptiert, jedoch wird bei der Zahlung in der Regel eine Gebühr von rund 5 Cent/Liter zusätzlich berechnet.

Sollten Sie nur auf der Durchreise sein und vor dem Tanken in der Schweiz noch nicht dazu gekommen sein Geld zu wechseln, so empfehlen wir die Zahlung mit der Kreditkarte. Denn bei der Zahlung mit der Kreditkarte fallen keine Zusatzgebühr an und der aktuelle Wechselkurs wird exakt berücksichtigt.

Eine weitere Besonderheit fällt beim Blick auf die Preissäulen der Schweizer Tankstellen auf. Anders als in Deutschland, in der trotz Preisschwankungen immer eine Differenz zwischen den verschiedenen Kraftstoffsorten ersichtlich ist, kommt es In der Schweiz nicht selten vor, dass der Dieselpreis, den Preis der beiden Benzinsorten übersteigt. Das gleiche Phänomen kann Ihnen auch an ungarischen, slowenischen und tschechischen Tankstellen passieren.

Wie lauten die Kraftstoffbezeichnungen beim Tanken in der Schweiz?

In der Schweiz sehen sich deutsche Autofahrer teilweise bereits bei der Wahl der richtigen Tanksäule vor ungeahnte Herausforderungen gestellt. Denn die Kraftstoffbezeichnungen in Schweiz sind denen in Frankreich sehr ähnlich und aufgrund von gleich drei Landessprachen in der Schweiz, könnten die Bezeichnungen „Benzina senza piombo“, „benzina verde plus“ oder auch „Gasolio“ lauten.

In den meisten Fällen sind die Bezeichnungen jedoch in unterschiedlichen Sprachen ausgezeichnet. Aufgrund der unmittelbaren Nähe zu Deutschland gehören somit auch die deutschen Kraftstoffbezeichnungen nahezu immer zum Standard.

Um das Auseinanderhalten der unterschiedlichen Kraftstoffsorten in jedem Fall zu gewährleisten, stellen wir in der folgenden Tabelle gerne eine Übersicht zur Verfügung:

Deutsche Kraftstoffbezeichnung

Schweizer Kraftstoffbezeichnung

Super E5

Super/ sans plomb 95/ Benzina senza piombo/ benzina verde

Super Plus

Super Plus/ sans plomb 98/ benzina senza piombo 98/ benzina verde plus

Diesel

Diesel/ Gasoil/ Gazole /Gasolio/ carburante Diesel

Autogas (LPG)

LPG, GPL, Autogas

Erdgas (CNG)

Gaz Naturel, Biogaz, CNG

 

Welche Zahlungsmöglichkeiten hat man beim Tanken in der Schweiz?

Die zur Verfügung gestellten Zahlungsmöglichkeiten sind abhängig von der Art der Tankstelle. Tankstellen mit Personal sind meistens in der Zeit von 6 bis 23 Uhr besetzt. Dort kann sowohl mit Bargeld (bei Euros werden nur Scheine akzeptiert und das Wechselgeld wird in Franken ausgezahlt), als auch mit den gängigen Kreditkarten gezahlt werden.

Speziell auf dem Land sind jedoch auch Tankautomaten sehr beliebt, die nahezu überall 24 Stunden am Tag ohne Einschränkung genutzt werden können. Die Tankautomaten werden häufig auch an Tankstellen mit Personal zur Verfügung gestellt, wenn das Tanken in der Schweiz außerhalb der Öffnungszeiten stattfinden soll. Es ist zu berücksichtigen, dass an den Tankautomaten ausschließlich die Kartenzahlung möglich ist.

Tempolimits und Bußgelder in der Schweiz

Tempolimits in der Schweiz

Wenn Sie mit dem Auto in der Schweiz unterwegs sind, sollten Sie sich an die vor Ort geltenden Tempolimits halten, da in der Alpenrepublik die Geschwindigkeit vergleichsweise häufig kontrolliert wird. Die erlaubte Höchstgeschwindigkeit ist ähnlich zu denen in Deutschland.

Innerorts gilt für alle Fahrzeugklassen ein Tempolimit von 50 km/h. Wie in Deutschland auch, sind speziell im Stadtgebiet vermehrt Tempo-30-Zonen vorzufinden. In der Schweiz finden Sie außerdem sogenannte Begrenzungszonen, in denen maximal 20 km/h erlaubt sind.

Ebenfalls unabhängig von der Art des Fahrzeuges darf außerorts bis zu 80 km/h schnell gefahren werden. Auf Schnellstraßen müssen PKWs, Motorräder und Wohnmobile das Tempolimit von 100 km/h einhalten. Bei PKWs mit Anhänger reduziert sich das Limit auf 80 km/h.

Auf Autobahnen dürfen alle Fahrzeugklassen mit bis zu 120 km/h schnell sein. Eine Ausnahme ist auf Schweizer Autobahnen jedoch zu erwähnen. Denn Autofahrer mit Anhänge müssen auch hier ihre Geschwindigkeit drosseln und dürfen maximal 100 km/f fahren.

Ort

Au­to

... mit An­häng­er

Wohn­mo­bil bis 3,5 t

Wohn­mo­bil 3,5 - 7,5t

in­ner­orts

50 km/h

50 km/h

50 km/h

50 km/h

au­ßer­orts

80 km/h

80 km/h

80 km/h

80 km/h

Schnell­stra­ße

100 km/h

80 km/h

100 km/h

100 km/h

Au­to­bahn

120 km/h

100 km/h

120 km/h

120 km/h


Bußgelder in der Schweiz

Die erlaubte Höchstgeschwindigkeit wird von der Schweizer Polizei ortsunabhängig häufig und streng kontrolliert, sodass wir empfehlen die angegeben Tempolimits immer einzuhalten. Denn bei einer Nichteinhaltung der Geschwindigkeit, kann es bereits bei einer geringen Überschreitung teuer werden. Die zu zahlenden Bußgelder sind im Vergleich zum deutschen Bußgeldkatalog höher.

Auch wenn bei einer Geschwindigkeitsmessung eine Sicherheitsmarge abgezogen wird, deren genaue Höhe im Artikel 8 der Verordnung des ASTRA zur Straßenverkehrskontrollverordnung geregelt ist, kann neben einem Bußgeld auch schnell eine Anzeige hinzukommen.

Eine grobe Übersicht der zu erwartenden Bußgelder (Angabe in Schweizer Franken), sowie möglicher Strafen können Sie der folgenden Tabelle entnehmen:

Überschreitung

Innerorts

Außerorts
(inkl. Autostraßen)

Autobahn

1-5 km/h

40 CHF

40 CHF

20 CHF

6-10 km/h

120 CHF

100 CHF

60 CHF

11-15 km/h

250 CHF

160 CHF

120 CHF

16-20 km/h

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240 CHF

180 CHF

21-25 km/h

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260 CHF

25 km/h

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Mautpflichtige Strecken in der Schweiz

Auf welchen Strecken muss die Maut gezahlt werden?

Die auf Schweizer Straßen geltende Gebührenpflicht ist abhängig vom Gewicht des Fahrzeuges. Alle Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen benötigen bereits vor dem Befahren von Autobahnen und autobahnähnlichen Straßen eine Vignette. Die 14 Monate lang gültige Klebevignette muss an der Innenseite der Windschutzscheibe angebracht werden und sollte gut sichtbar und kontrollierbar sein. Außerdem gibt es in der Schweiz gebührenpflichtige Autoverladungen und Tunnels.

Autofahrer die mit einem Anhänger auf Schweizer Autobahnen fahren sollte beachten, dass für den Anhänger eine eigene Vignette erworben werden muss. Für Fahrzeuge mit einem Gesamtgewicht von mehr als 3,5 Tonnen, zu denen häufig auch Wohnmobile zählen gilt, dass auf allen Straßen eine Schwerverkehrsabgabe entrichtet werden muss. Auf Pässen und in Alpentunneln sind weitere Einschränkungen und Differenzierungen möglich.

Alkohol am Steuer in der Schweiz

Ähnlich wie in Deutschland gilt auch in der Schweiz eine Promillegrenze von 0,5 Promille bzw. 0,25 mg/l. Es sollte jedoch beachtet werden, dass im Falle eines Unfalles auch in der Schweiz die Mitschuld geprüft wird, sollte der „Geschädigte“ Alkohol getrunken haben. Hierbei spielt die erlaubte Promillegrenze keine Rolle. Für eine bestimmte Gruppe von Autofahrern gilt eine abweichende und strengere Bestimmung. So dürfen „Neulenker“, also Fahranfänger innerhalb der 3-jährigen Probezeit, ein Alkohollimit von 0,1 Promille nicht überschreiten. Die niedrige Grenze hat jedoch eher mit der Genauigkeit des Messergebnisses zu tun, sodass faktisch ein Alkoholverbot für Neulenker gilt.