Spritpreise werden am Wochenende stark steigen

Entwicklung der Diesel- und Benzinpreise

Obwohl sich das Ölkartell OPEC in dieser Woche auf eine spürbare Reduzierung der Ölfördermengen verständigt hat und die Rohölpreise erwartungsgemäß sprunghaft angestiegen sind, haben sich die Kraftstoffpreise an den deutschen Tankstellen bisher nur recht verhalten noch oben bewegt. So konnte Diesel gestern an den billigsten Tankstellen weiterhin für rund 1,03 Cent/Liter getankt werden und Super-Benzin (E5) war den billigsten Zapfsäulen ebenfalls konstant für rund 1,22 €/Liter zu haben. Am Wochenende muss nun jedoch mit einem stärkeren Preisanstieg bei den Diesel- und die Benzinpreisen gerechnet werden.

Weil die im Tagesverlauf teuersten Preise an den Tankstellen leicht angestiegen sind, hat sich die Differenz zwischen den teuersten und günstigsten Diesel- und Benzinpreisen leicht auf 34 Cent/Liter erhöht. Bei den großen Preisunterschieden an den deutschen Tankstellen lohnt es sich stets darauf zu achten, wann man welche Tankstelle ansteuert. Welche Tankstelle dabei zurzeit die günstigste in Ihrer Umgebung ist, zeigt Ihnen wie gewohnt unsere stets aktuelle Tankstellensuche.

 

Im bundesweiten Durchschnitt lag der Preis aller meldenden Tankstellen am vergangenen Donnerstag je nach Kraftstoffsorte bei:

- Diesel: 1,146 €uro je Liter
- Super: 1,335 €uro je Liter
- E10: 1,317 €uro je Liter

Der Abstand zwischen den günstigsten und teuersten Tankstellenpreisen stellte sich je nach Kraftstoffsorte am vergangenen Donnerstag wie folgt dar *:

- Diesel: 1,029 €/l zu 1,369 €/l (+ 34 ct/l)
- Super: 1,219 €/l zu 1,559 €/l (+ 34 ct/l)
- E10: 1,199 €/l zu 1,539 €/l (+ 34 ct/l)

Bezogen auf den statistischen Durchschnittspreis liegt der beste Zeitpunkt zum Tanken weiterhin zwischen 18 und 20 Uhr. Hierbei ist während des gesamten Tages zumeist ein kontinuierlicher Preisrückgang festzustellen, so dass um 19.00 Uhr herum die Tiefstpreise erreicht werden. Ab 20 Uhr ziehen die Kraftstoffpreise dann zumeist wieder deutlich an. Allerdings brechen einige Tankstellen auch aus dieser Preissetzung aus. Daher kann bei der richtigen Wahl der Tankstelle auch zu anderen Zeitpunkten günstig getankt werden. Um bei der Vielzahl der Tankstellen die jeweils günstigste Tankstelle zu finden, bietet unsere Tankstellensuche eine neutrale Unterstützung.

* Die hier dargestellten teuersten und günstigsten Diesel- und Benzinpreise können sowohl in räumlicher wie auch in zeitlicher Hinsicht deutlich voneinander abweichen, weshalb die Differenz der beiden Preise als ein theoretischer Wert zu verstehen ist. Zwar kann man häufig den Zeitpunkt beeinflussen an dem man tanken möchte, jedoch wird man nicht quer durch die Republik fahren um die günstigste deutsche Tankstelle anzusteuern.

Ölpreise - Entwicklungen am Ölmarkt

Die OPEC hat sich bei der am vergangenen Mittwoch in Wien stattfindenden Ölminister-Konferenz auf höchster Ebene auf eine Förderreduzierung verständigt. Zum ersten Mal seit dem Jahr 2008 haben sich die teilweise zerstrittenen Mitglieder des Ölkartells somit auf eine gemeinsame Linie verständigt und beschlossen in den kommenden sechs Monaten 1,2 Mio. Barrel pro Tag weniger zu produzieren. Die neue tägliche Förderobergrenze des gesamten Ölkartells soll demnach bei 32,5 Millionen Barrel liegen. Durch diesen Schritt will die OPEC das Angebot auf dem Weltölmarkt verknappen und somit die Ölpreise auf ein höheres Preislevel heben.

Wie erwartet werden musste, zogen die Ölpreise direkt nach der offiziellen Verkündung der neuen Förderobergrenze massiv an. So legte die Nordsee-Ölsorte BRENT zwischen Mittwoch- und Freitagmorgen um erhebliche 6,4 $/b zu und wurde am Freitag mit 53,5 Dollar/Barrel auf dem höchsten Stand seit über 15 Monaten gehandelt. Auch die US-Ölsorte WTI legte im selben Zeitraum mit rund 5,0 $/b kräftig zu und notierte am Freitagmorgen mit 50,9 Dollar/Barrel klar über der 50-Dollar-Marke.

In den kommenden Monaten muss die OPEC nun aber auch noch zeigen, dass den Worten auch Taten folgen. Neben den politischen Differenzen zwischen einigen wichtigen OPEC-Ländern, stehen die Mitglieder des Ölkartells grundsätzlich auch untereinander im Wettbewerb und die Konkurrenz außerhalb der OPEC wächst, was die Marktanteile und den Wohlstand von großen Ölförderländern gefährdet. Deshalb war es der OPEC auch wichtig, dass sich auch große Ölförderländer, die nicht dem Ölkartell angehören, an der Förderkürzung beteiligen.

Russland hat daher zugesagt seine Ölförderung ebenfalls um rund 0,3 Mio. Barrel pro Tag zu reduzieren, andere größere Nicht-OPEC-Förderländer wie Brasilien haben eine Drosselung hingegen ausgeschlossen. Auch die USA beteiligen sich nicht an der Förderkürzung, im Gegenteil spekulieren die Amerikaner sogar darauf Marktanteile auf dem Weltölmarkt von der OPEC zu gewinnen. So wartet in den USA eine ganze Branche darauf, den zuletzt ins stoppen geratene Fracking-Boom, besonders unter einem neuen US-Präsidenten Trump, wieder aufleben zu lassen.

Die Vorgaben für die Entwicklung der Spritpreise fallen für die kommenden Tage weniger verbraucherfreundlich aus. Autofahrer sollten sich daher am Wochenende auf spürbar steigende Diesel- und Benzinpreise an den heimischen Zapfsäulen einstellen. Auch im Hinblick auf die kommenden Monate sollte man mit tendenziell steigenden Kraftstoffpreisen rechnen.

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