Spritpreise markierten am Wochenende neues Jahreshoch

Entwicklung der Diesel- und Benzinpreise

Am zurückliegenden Sonntag waren die Kraftstoffpreise an den deutschen Tankstellen auf ein neues Jahreshoch geklettert. Zum Start der aktuellen Woche waren zwar wieder Preisnachlässe feststellbar, dennoch wiesen die Diesel- und Benzinpreise in den vergangenen Wochen eine klare Tendenz nach oben auf. So sind die Preise für Benzin und für Diesel im April um 4,5 Cent/Liter gestiegen, was einem Anstieg von rund 3,5 Prozent bei den Benzinpreisen und knapp 4 Prozent bei den Dieselpreisen entspricht.

Die Preisdifferenz zwischen den beiden Kraftstoffsorten DIESEL und SUPER (E5) beträgt aktuell rund 24 Cent/Liter. Der Preisunterschied zwischen den im Tagesverlauf teuersten und günstigsten Tankstellen liegt bei 32 Cent/Liter und die im Tagesverlauf günstigsten Diesel- und Benzinpreise an den günstigsten Tankstellen blieben ebenso kaum verändert wie die im Tagesverlauf teuersten Angebote an den teuersten Tankstellen. Lediglich die Anzahl der Tankstellen die höhere Spritpreise verlangten hatte sich zuletzt erhöht.

Im bundesweiten Durchschnitt lag der Preis aller meldenden Tankstellen am vergangenen Montag je nach Kraftstoffsorte bei:

- Diesel: 1,084 €uro je Liter
- Super: 1,325 €uro je Liter
- E10: 1,307 €uro je Liter

Der Abstand zwischen den günstigsten und teuersten Tankstellenpreisen stellte sich je nach Kraftstoffsorte am vergangenen Montag wie folgt dar *:

- Diesel: 0,969 €/l zu 1,289 €/l (+ 32 ct/l)
- Super: 1,219 €/l zu 1,539 €/l (+ 32 ct/l)
- E10: 1,199 €/l zu 1,519 €/l (+ 32 ct/l)

* Die hier dargestellten teuersten und günstigsten Diesel- und Benzinpreise können sowohl in räumlicher wie auch in zeitlicher Hinsicht deutlich voneinander abweichen, weshalb die Differenz der beiden Preise als ein theoretischer Wert zu verstehen ist. Zwar kann man häufig den Zeitpunkt beeinflussen an dem man tanken möchte, jedoch wird man nicht quer durch die Republik fahren um die günstigste deutsche Tankstelle anzusteuern.

Ölpreise - Entwicklungen am Ölmarkt

Nachdem die die Ölpreise in der zurückliegenden Woche zeitweise auf die höchsten Stände seit etwa einem halben Jahr geklettert waren, gerieten sie zum Wochenschluss und auch zum Start der neuen Woche unter Druck. So gab die Nordsee-Ölsorte BRENT zwischen Freitag und Dienstag um 2,0 $/b nach und notierte am Morgen bei 46,1 Dollar/Barrel. Die US-Ölsorte WTI ging mit 1,0 $/b halb so deutlich zurück und stand am Dienstagmorgen bei 45 Dollar/Barrel. Seit längerem hat sich ein beachtliches Kurskorrekturpotential am Ölmarkt aufgebaut, weil die jüngsten Preisbewegungen bei Rohöl nicht wirklich mit dem eher preisdrückenden Datenfundament zusammengepasst haben. So war der Monat April, mit einem Anstieg der Rohöl-Leitsorten von rund 20 Prozent, laut Händlern der „beste“ Monat für die Rohölpreise seit rund sieben Jahren. Dabei hatte es, abgesehen von einem schwächeren US-Dollar, noch nicht einmal preistreibende Nachricht gegeben. Börsenhändler hatten lediglich das nach wie vor bestehende Überangebot und die rekordhohen US-Rohöllagerbestände ignoriert und die Preise durch Spekulationen nach oben getrieben.

Nun könnte sich der Markt jedoch wieder auf das preisdrückende Marktfundament besinnen, denn nach dem Scheitern der Doha-Gespräche war zu erwarten, dass Ölförder-Schwergewichte, wie Russland und Saudi-Arabien, ihre Ölproduktion ausweiten würden. Zudem arbeitet der Iran weiterhin daran, durch eine deutliche Steigerung der eigenen Ölförderung, wieder zur Nummer Zwei der OPEC aufzusteigen. Diese Annahmen wurden am Montag durch einen Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg bekräftigt, denn laut Bloomberg soll die Ölproduktion der OPEC-Mitgliedsstaaten im April massiv gestiegen sein und aktuell in der Nähe eines Rekordhochs liegen. Obwohl viele Analysten davon ausgehen, dass die Ölpreise aktuell ein beträchtliches Kurskorrekturpotential nach unten haben, sobald die anhaltende Überversorgung und die reichlich vorhandenen, preisdrückenden Nachrichten an den Börsen wieder zur Kenntnis genommen werden, hat die Stimmung der Börsenhändler nicht so richtig gedreht und der große Ausverkauf am Ölmarkt blieb bisher aus.

Am Devisenmarkt erlebt der €uro zurzeit einen regelrechten Höhenflug, weil Devisenhändler darauf spekulieren, dass die US-Notenbank FED keine schnellen Zinserhöhungen in den USA vornehmen wird. Dies führte dazu dass der €uro gegen den Dollar am heutigen Dienstagmorgen auf 1,156 Dollar/€uro kletterte und den höchsten Stand seit August 2015 erreichte. Die Kombination aus fallenden Rohölpreisen bei gleichzeitig steigendem €urokurs, sorgt für gute Aussichten für die hiesigen Kraftstoffpreise. Autofahrer können sich daher im Verlauf der aktuellen Woche wohl über fallende Diesel- und Benzinpreise an den heimischen Zapfsäulen freuen.

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