Spritpreise kletterten am Wochenende auf neues Jahreshoch

Entwicklung der Diesel- und Benzinpreise

Die Spritpreise an den deutschen Tankstellen sind am Wochenende kräftig gestiegen und kletterten am Sonntag sogar auf eine neuen Jahreshöchststand. Wie so häufig war den zum Wochenstart zwar wieder ein leichter Rückgang feststellbar, dennoch befinden sich die Diesel- und Benzinpreise weiterhin auf einem vergleichsweise hohen Stand der jüngeren Geschichte. Schaut man jedoch weiter in die Vergangenheit so kann man immer noch von recht günstigen Kraftstoffpreisen sprechen. Besonders die Benzinpreise schneiden bei dieser Betrachtung gut ab. So liegt der durchschnittliche Preisunterschied zwischen den Kraftstoffsorten Diesel und SUPER (E5) mit aktuell 19 Cent/Liter auf einen der niedrigsten Stände seit Beginn der Datenerhebung. In Vergleich zum Januar diesen Jahres als der Unterschied noch bei 28 Cent/Liter lag, lohnt sich die Anschaffung eines Dieselfahrzeuges aus Sicht der Spritkosten somit zurzeit deutlich weniger.

Aufgrund der sich verändernden Marktlage durch den Beschluss der OPEC das Überangebot auf dem Weltölmarkt einzudämmen, sollten sich Autofahrer in den kommenden Monaten auf tendenziell weiter steigende Diesel- und Benzinpreise einstellen. Zudem könnten sich auch die Preisunterschiede an den Tankstellen ausweiten. Aktuell liegt zwischen den im Tagesverlauf teuersten und günstigsten Tankstellen eine Preisdifferenz von rund 34 Cent/Liter. Zudem zeigte sich, dass die Tankstellenpreise zur gleichen Uhrzeit in einem Umkreis von zehn Kilometern um bis zu 15 Cent/Liter voneinander abweichen können. Es lohnt sich daher stets darauf zu achten, wann man welche Tankstelle ansteuert. Welche Tankstelle dabei zurzeit die günstigste in Ihrer Umgebung ist, zeigt Ihnen wie gewohnt unsere Tankstellensuche.

Im bundesweiten Durchschnitt lag der Preis aller meldenden Tankstellen am vergangenen Montag je nach Kraftstoffsorte bei:

- Diesel: 1,167 €uro je Liter
- Super: 1,358 €uro je Liter
- E10: 1,340 €uro je Liter

Der Abstand zwischen den günstigsten und teuersten Tankstellenpreisen stellte sich je nach Kraftstoffsorte am vergangenen Montag wie folgt dar *:

- Diesel: 1,059 €/L zu 1,399 €/L (+ 34 ct/L)
- Super: 1,229 €/L zu 1,569 €/L (+ 34 ct/L)
- E10: 1,209 €/L zu 1,549 €/L (+ 34 ct/L)

* Die hier dargestellten teuersten und günstigsten Diesel- und Benzinpreise können sowohl in räumlicher wie auch in zeitlicher Hinsicht deutlich voneinander abweichen, weshalb die Differenz der beiden Preise als ein theoretischer Wert zu verstehen ist. Zwar kann man häufig den Zeitpunkt beeinflussen an dem man tanken möchte, jedoch wird man nicht quer durch die Republik fahren um die günstigste deutsche Tankstelle anzusteuern.

Ölpreise - Entwicklungen am Ölmarkt

Die Einigung der OPEC auf eine Förderreduzierung und verbindliche Fördermengen für jedes Mitglied, hat die Ölpreise in der zurückliegenden Woche auf den höchsten Stand des aktuellen Jahres gehoben. Auch zum Start der neuen Handelswoche kletterten die beiden Rohölleitsorten weiter an, so dass die Nordsee-Ölsorte BRENT am heutigen Dienstagmorgen bei 54,8 Dollar/Barrel stand und die US-Ölsorte WTI bei 51,5 Dollar/Barrel gehandelt wurde. Zudem ist der Durchschnittspreis für OPEC-Öl in der vergangenen Woche um rund 15 Prozent gestiegen und notiert mit derzeit 51,3 $/b beinahe verdoppelt so hoch wie zum Rekordtiefststand im Januar diesen Jahres in Höhe von 22,5 Dollar/Barrel.

Am Wochenende standen wichtige Wahlen in Italien und Österreich an. Nach den jüngsten Wahlausgängen muss man bei der Entscheidung der Österreicher für den gemäßigten Präsidentschaftskandidaten van der Bellen mittlerweile fast schon von einer Überraschung sprechen. Für Europa bedeutet dieser Wahlausgang aber endlich mal wieder ein Ja zur Union und lässt auf eine Stabilisierung der angespannten Lage hoffen. Für eine Krise könnte hingegen der Wahlausgang in Italien sorgen. Zwar wohl eher nicht für eine politische Krise in Europa, wie das von nationalen Themen beherrschte Referendum teilweise hochgepuscht wurde, sondern vielmehr birgt der Ausgang eine Gefahr für das Wiederaufleben der Finanzkrise.

Bisher haben die Finanzmärkte jedoch sehr gelassen auf den Wahlausgang und das damit verbundene Ende der derzeitigen italienischen Regierung reagiert. Am Devisenmarkt legte der €urokurs allerdings eine regelrechte Berg- und Talfahrt hin. Zunächst verlor der zum US-Dollar ohnehin schon schwache dastehende Euro weiter an Wert, auf den heutigen Dienstag legte er dann allerdings kräftig zu. Vor allem weil erwartet wird, dass der italienische EZB-Chef Draghi in dieser Woche mindestens eine Fortsetzung des laufenden Kaufprogramms von Staatsanleihen verkünden wird, um besonders die stark verschuldeten Euroländer zu stützen. Eine zuvor ins Gespräch gebrachte Absenkung der Anleihenkäufe ist nach dem Referendum in Italien wohl definitiv vom Tisch.

Stärkeren Einfluss auf den Ölmarkt haben zurzeit jedoch die weiteren Entwicklungen bei der Förderobergrenze der OPEC und in dem Zusammenhang die Entwicklung der Schieferölförderung in den USA. Für das Ölkartell gilt es nun den Worten auch Taten folgen zulassen und die im Oktober auf einem Rekordhoch stehende Ölförderung zeitnah von 33,6 Mio. auf 32,5 Mio. Barrel/Tag zu reduzieren. Auch Russland muss zeigen, dass man sich an die zugesagte Förderkürzung von rund 0,3 Mio. Barrel pro Tag halten wird und die ebenfalls im November auf einem Rekordhoch befindliche Produktion in Höhe von 11,2 Mio. Barrel/Tag reduzieren wird. Aus den USA kam zuletzt die Meldung, dass die dortige Anzahl der Ölbohrlöcher erneut gestiegen ist. Laut Baker Huges handelte es sich sogar um den stärksten Anstieg des Jahres und bezogen auf das Jahrestief hat sich die Zahl der laufenden Förderanlagen nun bereits verdoppelt.

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