Kraftstoffpreise kletterten auf Halbjahreshoch

Entwicklung der Diesel- und Benzinpreise

Die Kraftstoffpreise an den deutschen Tankstellen haben zum Wochenstart etwas nachgegeben, nachdem sie am vergangenen Sonntag auf neue Langzeit-Höchststände gestiegen waren. So kletterten die durchschnittlichen Dieselpreise mit 1,126 €uro/Liter am Wochenende auf den höchsten Stand seit einem halben Jahr und die gemittelten Benzinpreise erklommen mit 1,364 €uro/Liter sogar den höchsten Stand seit über acht Monaten. Insgesamt sind die Diesel- und Benzinpreise in den vergangenen zwei Monaten um zehn bzw. sechs Prozent gestiegen. Im gleichen Zeitraum haben die Preise am Rohölmarkt jedoch um 20 Prozent zugelegt und der €uro hat nur wenig an Wert gegen dem Dollar verloren, daher kann man insgesamt sagen, dass in den vergangenen Wochen am Kraftstoffmarkt lediglich die gestiegen Beschaffungskosten an die Verbraucher weitergereicht wurden.

Im bundesweiten Durchschnitt lag der Preis aller meldenden Tankstellen am vergangenen Montag je nach Kraftstoffsorte bei:

- Diesel: 1,120 €uro je Liter
- Super: 1,358 €uro je Liter
- E10: 1,340 €uro je Liter

Der Abstand zwischen den günstigsten und teuersten Tankstellenpreisen stellte sich je nach Kraftstoffsorte am vergangenen Montag wie folgt dar *:

- Diesel: 1,009 €/l zu 1,299 €/l (+ 29 ct/l)
- Super: 1,249 €/l zu 1,549 €/l (+ 30 ct/l)
- E10: 1,229 €/l zu 1,529 €/l (+ 30 ct/l)

* Die hier dargestellten teuersten und günstigsten Diesel- und Benzinpreise können sowohl in räumlicher wie auch in zeitlicher Hinsicht deutlich voneinander abweichen, weshalb die Differenz der beiden Preise als ein theoretischer Wert zu verstehen ist. Zwar kann man häufig den Zeitpunkt beeinflussen an dem man tanken möchte, jedoch wird man nicht quer durch die Republik fahren um die günstigste deutsche Tankstelle anzusteuern.

Ölpreise - Entwicklungen am Ölmarkt

Die zurückliegenden zwei Wochen verliefen am Ölmarkt sehr ruhig. Zwar schwankten die Ölpreise leicht rauf und runter, unterm Strich haben die Ölnotierungen jedoch nur wenig zugelegt. Von gestern auf heute war ein Anstieg der Nordsee-Sorte BRENT um 0,4 $/b auf 50,5 Dollar/Barrel Dienstagmorgen zu verzeichnen. Die US-Rohölsorte WTI legte um 0,6 $/b zu und notierte am Dienstagmorgen bei 49,7 Dollar/Barrel. Neben den Produktionsausfällen in einigen Ölförderländern, stützt aktuell der schwächere Dollarkurs die Ölpreise, weil eine schwächere US-Währung das in Dollar gehandelte Rohöl in Ländern außerhalb des Dollarraums günstiger macht.

In der vergangenen Woche stand ein Treffen der OPEC in Wien an, welches vor einigen Monaten den Ölmarkt noch in Aufruhe versetzt hätte. Doch seitdem das Ölkartell nicht mehr als solches fungiert und keine verbindlichen, preisstabilisierenden Förderquoten mehr festlegt, weil die Mitglieder untereinander zerstritten sind und/oder hauptsächlich eigene Interessen verfolgen, haben die turnusmäßig stattfindenden OPEC-Meetings ihren Schrecken am Ölmarkt verloren. Selbst nach den Wünschen der wichtigsten OPEC-Ölförderländer soll die Höhe der Ölpreise zukünftig im freien Wettbewerb zustande kommen und nicht mehr durch ein Förderkartell festgelegt werden. So äußerte der Ölministers der Vereinigten Arabischen Emirate, dass „der Markt von selbst einen Preis finden wird, der sowohl für die Verbraucher als auch für die Produzenten fair ist.“ Dies ist bei der aktuellen Überversorgung des Weltölmarktes für Ölimportländer eine sehr gute Nachricht und sorgt zurzeit dafür, dass die Ölpreise nur halb so hoch sind wie noch vor zwei Jahren.

Am Devisenmarkt wurde die Talfahrt des €uro gegen den Dollar abrupt gestoppt, nachdem zuletzt überraschend schwache Daten vom US-Arbeitsmarkt veröffentlicht wurden. Da diese Daten stets im Fokus der FED bei der Entscheidung über eine Zinsanhebung in den USA liegen, sorgten die schwächeren Arbeitsmarktdaten dafür, dass eine US-Zinsanhebung bereits im Juni unwahrscheinlicher geworden ist, was wiederum die US-Währung unter Druck setzte. Daher legte der €uro zum Wochenstart um gut ein Prozent gegen den US-Dollar zu und stand am Dienstagmorgen bei 1,136 Dollar/€uro. Insgesamt gleichen sich die gestiegenen Ölpreise und der stärkere €uro nahezu aus, so dass sich Autofahrer in den kommenden Tagen wohl auf stabile Diesel- und Benzinpreise an den heimischen Zapfsäulen einstellen können.

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