Markttransparenzstelle seit einem Jahr aktiv

Entwicklung der Diesel- und Benzinpreise

Seit einem Jahr melden nun rund 14.500 Tankstellen in Deutschland ihre Preisdaten minutengenau an die Markttransparenzstelle für Kraftstoffe (MTS-K). Vergleicht man die Benzinpreise (siehe Chart), so fällt auf dass diese nahezu identisch mit den Benzinpreise von vor einem Jahr sind. Nachdem die Benzinpreise Anfang des Jahres deutlich gefallen waren, legten sie zwischen März bis Anfang Juli diesen Jahres stetig zu, gaben dann aber von Juli bis Oktober wieder deutlich nach.

Insgesamt kam so mit einen Schwankungen wieder das gleiche Preisniveau wie vor einem Jahr heraus. Bei den Dieselpreisen zeigte sich im ersten Jahr der MTS-K ein anderer Verlauf. Diese gaben zum Jahresstart ebenfalls deutlich nach, stiegen danach jedoch nicht wieder so deutlich wie die Benzinpreise an. Insgesamt liegen die Dieselpreise daher aktuell gut 4 ct/l unter den Preisen von vor einem Jahr. Der durchschnittliche Preisunterschied zwischen den beiden Kraftstoffsorten DIESEL und SUPER ist somit innerhalb des letzten Jahres von rund 15 ct/l auf knapp 20 Cent je Liter angestiegen.

 

Im bundesweiten Durchschnitt lag der Preis aller meldenden Tankstellen am vergangenen Dienstag je nach Kraftstoffsorte bei:

- Diesel: 1,367 €uro je Liter
- Super: 1,563 €uro je Liter
- E10:1,523 €uro je Liter

Der Abstand zwischen den günstigsten und teuersten Tankstellenpreisen stellte sich je nach Kraftstoffsorte am vergangenen Dienstag wie folgt dar *:

- Diesel: 1,259 €/l zu 1,509 €/l (+ 25 ct/l)
- Super: 1,459 €/l zu 1,689 €/l (+ 23 ct/l)
- E10: 1,419 €/l zu 1,649 €/l (+ 23 ct/l)

* Die hier dargestellten teuersten und günstigsten Diesel- und Benzinpreise können sowohl in räumlicher wie auch in zeitlicher Hinsicht deutlich voneinander abweichen, weshalb die Differenz der beiden Preise als ein theoretischer Wert zu verstehen ist. Zwar kann man häufig den Zeitpunkt beeinflussen an dem man tanken möchte, jedoch wird man nicht quer durch die Republik fahren um die günstigste deutsche Tankstelle anzusteuern.

Die Vorgaben vom Rohöl- und Devisenmarkt sehen heute anders aus als vor einem Jahr. Die europäische Rohöl-Leitsorte BRENT befindet sich mit aktuell 95,1 Dollar je Barrel auf einem 2-Jahrestief und liegt damit deutlich unter den 107,7 $/b von vor einem Jahr. Wer jetzt jedoch den Schluss zieht, dass die Kraftstoffpreise nun auch deutlich niedriger sein müssten als vor einem Jahr, der hat den Devisenmarkt vergessen. Da Rohöl in Dollar gehandelt wird gleicht der aktuell sehr schwache €urokurs den niedrigen Stand der BRENT-Notierung zum Teil wieder aus. Dennoch hätten die Kraftstoffpreise in Summe knapp 4 ct/l unter dem Preisniveau des Vorjahres liegen können. In etwa dieser Preisrückgang wurde bei Diesel auch erreicht, bei den Benzinpreise jedoch nicht.

Das aktuelle Tagesgeschehen brachte einen deutlichen Verlust des €uro gegen des Dollar. Zum Einen rückt die Zinsanhebungen durch die US-Notenbank FED näher und stützt den Dollar. Zum Anderen sank die Inflation im Euroraum im September auf nur noch 0,3 Prozent, was ein Eingreifen der europäischen Notenbank EZB auch mit unkonventionellen Mittel immer wahrscheinlicher macht. Beides setzt den €uro stark unter Druck und ließ die Gemeinschaftswährung heute auf ein neues 2-Jahrestief sinken. Der Wertverlust des €uro führte zu einem Einbruch der Rohölnotierungen, da die Öl-Nachfrage der Europäer unter dem schwachen €uro leidet. Die gute Angebotslage am Weltölmarkt trug dann ihren Teil zum Preisrückgang bei. Insgesamt sind die Vorgaben für die Kraftstoffpreise im weiteren Wochenverlauf daher recht gut. Autofahrer könnten sich auf tendenziell sinkende oder zumindest stabile Diesel- und Benzinpreise an den deutschen Zapfsäulen freuen. Allerdings steht ein langes Wochenende vor der Tür.

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