Gaspreise vergleichen und Gasanbieter wechseln

Gaspreise vergleichen und sparen

Gastarife vergleichen und Gasanbieter wechseln!

Das können Sie hier mit unserem Gastarifrechner. Denn schließlich kann man bares Geld sparen, wenn man die Preise vergleicht und den Gasanbieter wechselt! Dies geht bei tanke-guenstig.de online, ganz einfach, mit nur wenigen Klicks.

Entsprechend Ihrer Eingaben erhalten Sie individuell verschiedene Angebote für Ihre Gasbelieferung. Genau wie wie beim Stromtarifrechner können Sie auch beim Gasttarifrechner zwischen verschiedenen Zusatzoptionen wählen, wie z.B. einmalige Boni, Tarife ohne Kaution, Tarife mit Preisgarantie, Biogas - und Klimatarife und Tarife ohne Vorauskasse.

So können Sie sich schnell und unkompliziert einen Überblick über die aktuellen Gaspreise verschaffen. Ihnen werden die besten Preise angezeigt, aufgelistet vom günstigsten bis zum teuersten Anbieter. Und wenn Sie wechseln möchten, können Sie dies direkt online auf unserer Seite mit einigen Klicks erledigen!

Auf tanke-guenstig.de können Sie aber natürlich noch mehr! Neben der Möglichkeit die Benzinpreise zu vergleichen oder sich über die aktuellen Heizölpreise zu informieren und auch sofort Heizöl zu bestellen, finden Sie in der Kategorie Rund Ums Auto viele weitere, nützliche Angebote.

 

Gaspreise mit Heizölpreisen vergleichen

Wenn Sie die Gaspreise mit den Heizölpreisen vergleichen wollen, dann müssen Sie eine Umrechnung über den Heizwert vornehmen. Wie bei den meisten fossilen Brennstoffen weißt Heizöl eine sehr hohe Energiedichte auf, so beträgt der Heizwert von Heizöl ca. 9,8 kWh pro Liter. Eine durchschnittliche Heizölbestellung von 2.500 Litern entspricht somit einer Erdgaslieferung von ca. 24.500 kWh.

Erdgas – von der Quelle bis ins Wohnzimmer

Erdgas Herd

Wenn die Kritik an Kohle- oder Atomkraftwerken hochkocht, lautet die zeitgenössische Antwort vieler Regierungen „Gaskraftwerke“. Wenn dem Diesel- oder neuerdings auch Benzinmotor nachgesagt wird, die Feinstaubbelastung in den Städten nach oben zu treiben, sind Besitzer von Erdgasfahrzeugen nicht betroffen.

Und auch bei den Hausbesitzern und Bauherren ist trotz aller anderen Entwicklungen die Gasheizung mit rund 50 Prozent Marktanteil die nach wie vor mit Abstand beliebteste Heizungs-Bauform. Dies zeigten Nachforschungen des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. (BDEW).

Aber warum ist Gas so begehrt? Wie entsteht es und wie wird es gefördert? Und wieso ist dieser fossile Brennstoff selbst in den Augen vieler Umweltschützer das kleinste „fossile Übel“? Auf all diese Fragen weiß der folgende Artikel die Antworten.

 

 

Marktanteil Gasheizung

Marktanteil Gasheizung
Quelle: BDEW – Zahlen und Fakten zur Gas-, Strom- und Fernwärmeversorgung 2017

Entstehung von Erdgas

Der Prozess, an dessen Ende das Erdgas steht (zu seiner genaueren Zusammensetzung später), beginnt vor mehreren hundert Millionen Jahren. Die Ausgangsbasis sind immer Lebewesen, das können z.B. Pflanzen an Land sein. Wegen der sehr viel höheren Masse hat jedoch vor allem Plankton, also kleinste Tierchen und Algen in den Weltmeeren die größte Bedeutung am Gas-Entstehungsprozess.

Wenn diese Lebewesen absterben, sinken sie dem Meeresboden entgegen. Um das mal als Zahl zu nennen: Wir sprechen hier von mehreren Dutzend Millionen Tonnen alljährlich. Ein Prozess, der je nach Meerestiefe, mehrere Jahre andauern kann.

 

Einmal am Boden angekommen, sorgen Lichtarmut und die große Kälte der Tiefsee dafür, dass sämtliche Verrottungsprozesse enorm verlangsamt werden, ganz ähnlich einem Kühlschrank. Und so kann diese Biomasse Schicht um Schicht zugedeckt werden, bevor sie gänzlich verfault ist.

In der bisherigen Entstehungsgeschichte waren dafür recht häufig Verschiebungen der Erdplatten oder andere tektonische Ereignisse verantwortlich. Wenn beispielsweise ein unterseeischer Vulkan ausbricht, deckt er sämtliche Biomasse in einem großen Umkreis um sich herum zu. Gleiches passiert, wenn sich eine Kontinentalplatte unter die andere schiebt; natürlich in viel größerem Maßstab.

An diesem Punkt muss man ein wenig in die Geschichte unserer Kontinente eintauchen. Denn vor 300 bis 150 Millionen Jahren, also ziemlich genau dem Zeitraum, den auch das Erdgas zu seiner Entstehung benötigt, gab es auf der Erde nur den Superkontinent Pangäa. Als dieser zu den heute bekannten Einzelkontinenten auseinanderbrach, wurden gigantische Mengen an Biomasse auf dem bisherigen Meeresboden bedeckt und so von jeglichem Sauerstoff abgeschlossen, der dort noch vorhanden war.

Ursprung ist Biomasse

Entwicklung Erdgas

Diese Milliarden Tonnen an Faulschlamm, die unter noch mehr Tonnen von Gestein begraben waren, wurden nun zentraler Mittelpunkt eines physikalischen Prozesses. Je größer der Druck von oben wurde, desto höher stieg die Temperatur.  Sauerstoff, der dafür gesorgt hätte, dass die Biomasse abgebaut würde, war kaum vorhanden. Und so sorgten Wärme und Druck dafür, dass der Faulschlamm regelrecht in seine grundlegenden Einzelteile zermalmt wurde und das sind Kohlenwasserstoffe. Übrigens läuft auch der Faulprozess in jedem Bauernhof-Misthaufen ganz ähnlich ab, nur eben in einem deutlich kleineren Maßstab.

Die Gase, von denen Methan in den meisten Erdgaslagerstätten mit weit über 95 Prozent den größten Anteil hat, traten nun aufgrund der hohen Temperaturen aus und stiegen durch die darüber liegenden porösen Gesteinsschichten so lange hindurch, bis sie quasi „unter der Decke“ hängenblieben, einer undurchlässigen Schicht aus Ton. Darunter reicherte sich das nachkommende Gas immer weiter an, bis sich gigantische Mengen kumuliert hatten. Entweder blieb dann dort eine Blase bestehen oder, wenn die Deckschicht zu dünn war, um dem sich immer weiter steigernden Druck standzuhalten, brach das Gas irgendwann durch und wurde zu einer natürlichen Quelle. Von diesen gibt es aktuell aber nur noch sehr wenige auf der Erde.

Die verschiedenen Bestandteile, aus denen sich Erdgas zusammensetzt, sind allesamt chemisch sehr einfache Kohlenwasserstoffe:

  • Methan (CH4)
  • Butan (C4H10)
  • Propan (C3H8)
  • Ethan (C2H6)

Erdgas und Erdöl sind untrennbar miteinander verbunden

Erdgas wird abgefackelt

Doch auch wenn aus dem Faulschlamm schon viel Kohlenwasserstoff-Masse als Erdgas nach oben entwich, verblieb noch eine gewisse Menge in der Tiefe von mehreren tausend Metern. Dieser Rest wurde nun durch die gleichen Prozesse aus Druck und Wärme weiter bearbeitet, bis er zu Erdöl wurde. Das ist auch der Grund dafür, warum Erdöl- und –Gaslagerstätten geographisch gesehen immer sehr dicht beieinanderliegen. Tatsächlich sind auf der gesamten Welt nur eine kleine Handvoll Lagerstätten bekannt, in denen entweder nur Öl oder nur Gas zu finden ist.

Im Fall einer sogenannten konventionellen Lagerstätte muss man sich das Ganze wie einen gigantischen Schwamm aus porösem Gestein vorstellen:

  • Oben sitzt die Deckschicht als „Korken“
  • Es folgt eine darunterliegende Blase aus Gas
  • Darunter wiederum liegt das Erdöl


Bohrt man nun die Deckschicht an, entweicht zunächst das Gas. Früher wurde es als nutzloses Beiprodukt bei der Erdölförderung oft abgefackelt. Auch heute ist dies auf manchen Bohrplattformen noch so üblich. Weiteres Gas, das in der Ölschicht gelöst ist, sorgt dafür, dass das Schwarze Gold dann nachsprudelt oder mit herkömmlichen Pumpen sehr leicht gefördert werden kann, das ist die sogenannte Primärförderung.

Dieser Prozess funktioniert so lange, bis der Druck im Inneren der Lagerstätte sich dem an der Oberfläche angenähert hat. Ist der Punkt jedoch überschritten, wird nun entweder Wasser oder zuvor gesammeltes Erdgas wieder in das Bohrloch hineingepumpt, um somit in der Lagerstätte abermals den Druck zu erhöhen, die sogenannte Sekundärförderung.

Trotz der zumeist gleichzeitigen Förderung von Erdöl und Erdgas steigen und fallen die Preise von Erdöl und von Erdgas jedoch nicht im Gleichtakt, wie man vielleicht vermuten könnte. Die vor 2006 bei der Gaspreis-Ermittlung übliche Ölpreisbindung wurde spätestens seit Oktober des genannten Jahres nicht mehr angewendet. Denn die Ölpreisbindung verstößt gegen europäisches und deutsches Kartellrecht, weil eine automatische Preiskopplung gegen § 2 Abs. 1 Preisangaben - und Preisklauselgesetz (PaPkG) verstößt, in welchem ein Indexierungsverbot enthalten ist.

Aus diesem Grund muss sich aktuell ein eigenständiger Erdgaspreis im Wettbewerb herausbilden, der vollkommen unabbhängig vom Ölpreis ist.  Zunächst hatte sich diese Entkopplung der beiden fossilen Energieträger prositiv auf due Erdgaspreise ausgewirkt, doch als es auf dem Weltölmarkt zwischen Ende 2014 und Anfang 2016 zu einem massiven Ölpreiseverfallkam, haben Verbraucher mit Gasheizungen deutlich weniger profitiert als Verbraucher, die mit Heizöl heizen.

Was steckt hinter dem sogenannten Fracking?

Mit den bisher genannten Methoden von Primär- und Sekundärförderung lassen sich sowohl Erdgas wie – Öl zu einem Anteil von zirka 60 Prozent aus einer Lagestätte fördern. Doch natürlich ist es das Ziel, ein Lager völlig zu entleeren. Auch weil der Aufwand, neue Stätten zu finden, unglaublich aufwändig und teuer ist.

Und so beginnt nun die Tertiärförderung. Dieser Begriff umfasst eigentlich eine ganze Reihe von Techniken, von denen Fracking nur eine ist. Doch worum geht es dabei? Im Prinzip sind die 40 Prozent des verbliebenen Öls oder Gases nicht so einfach in den Poren des Speichergesteins gelöst, wie der große Rest. Und im Falle von unkonventionellen Lagerstätten gibt es auch gar keine vorherige einfache Förderphase. Das bedeutet also, man muss dieses Gestein aufbrechen. Um nichts anderes geht es beim Hydraulic Fracturing, der eigentlichen Bezeichnung der als Fracking abgekürzten Technik.

Dabei werden zunächst im ganzen Bereich der Lagerstätte weitere Bohrungen in unterschiedliche Tiefen niedergebracht. Dort hinein wird nun Fracfluid unter hohem Druck gepumpt; meist Wasser, das mit Quarzsand und einigen Chemikalien (die hauptsächlich für die Kritik an dieser Technik verantwortlich sind) versetzt ist. Weil Wasser nicht komprimiert werden kann, wirkt es in den Tiefen der Lagerstätte wie ein großer Hammer mit dem auf das Gestein eingedroschen wird. Das „zerbröselt“ nun und gibt den Rest des darin eingeschlossenen Öls und Gases frei, das wegen des hohen Drucks des eingeleiteten Fracfluids nun beinahe so leicht gefördert werden kann wie in der Primärphase.

Reinigung und Klassifizierung von Erdgas

Erdgas im Feuerzeug

Das Problem am Erdgas ist, dass es so, wie es aus der Quelle kommt, noch ziemlich verunreinigt ist. Unter anderem befindet sich darin eine Menge Wasser, aber auch CO2, Schwefel- und Kohlenwasserstoffe, die man nicht gebrauchen kann. Und je mehr Förderaufwand betrieben wurde, desto mehr unerwünschte Zusätze befinden sich darin.

Als erstes wird nun deshalb das Wasser abgesondert. Dabei wird das Gas unter anderem durch Mokelkularsiebe geleitet. Das sind tatsächlich feinste Siebe, an denen die Wasser-Moleküle hängenbleiben und zudem auch bereits ein Teil anderer unerwünschter Zusätze. Ein absolut notwendiger Vorgang, denn nasses Gas würde enorme Probleme beim Transport durch Pipelines und auf Schiffen machen, weil es vereisen könnte und somit Ventile und Pumpen beschädigen würde. Deshalb wird dieser Prozess heute direkt an der Quelle durchgeführt und ist so effizient, dass sich pro Kubikmeter Gas nur noch einzelne Wassermoleküle darin befinden.

Das getrocknete Gas wird nun chemisch analysiert und in High- oder Low-Gas klassifiziert. Bei diesen Begriffen handelt es sich um eine der wichtigsten Grundlagen der Heizwert-Klassifikation:

  • Low-Gas hat einen Methan-Anteil zwischen 79 und 86 Prozent und dementsprechend einen Heizwert von 8,80 kWh/m³.
  • High-Gas hat einen Methan-Anteil zwischen 87 und 99 Prozent und kommt daher auf bis zu 10,36 kWh/m³.


Zum Vergleich: Reines Butan, das aber wie erwähnt im Erdgas nur in sehr geringen Anteilen steckt, kommt auf imposante 34,34 kWh/m³. Und warum ist das wichtig? Einfach ausgedrückt: Je höher der Heizwert, desto mehr Energie steckt in einem bestimmten Volumen von Gas und desto mehr Wärme kann man damit erzeugen.

Ist auch diese Einteilung erledigt, kann das Gas in eine Reinigungsanlage gepumpt werden. Bei der Offshore-Förderung beispielsweise steht diese nah an der Küste. Dort wird das Gas nun durch Katalysatoren geleitet und so Kohlenwasserstoffe, Schwefelwasserstoffe und Kohlenstoffdioxid in komplizierten Prozessen entfernt. Das daraus hervorgehende Produkt ist nun endlich reinstes Erdgas und kann sich auf seine teilweise abertausend Kilometer weite Reise machen.

Erdgasvorkommen

Erdgasreserven
Qelle: BGR – Daten und Entwicklungen der deutschen und globalen Energieversorgung

Doch bevor wir das Erdgas auf die Reise schicken, wollen wir nochmal einen Blick auf die geographische Lage seiner Förderung werfen. Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) hat dazu umfassend den aktuellen Markt untersucht. Denn schaut man sich mal die Länder mit den größten Gasreserven an und vor allem auch wo diese das Gas fördern, fällt schnell etwas auf: Gas wird oftmals, wenngleich nicht zwingend, tausende Kilometer vom Meer entfernt gefördert. Doch wie kann das sein, wo doch wie beschrieben das allermeiste Gas durch Algen und Plankton entsteht?

Um das zu erklären, muss man nochmals auf den Ur-Kontinent Pangäa zurückgreifen. Denn das Gas, das heute gefördert wird, entstand in dessen Meeren oder besser gesagt dem einen großen Weltmeer. Als dieser Superkontinent auseinanderbrach, schoben sich die Platten der Einzelkontinente auf diesen damaligen Meeresboden auf. Wenn also heute beispielsweise irgendwo in der sibirischen Einöde abertausende Meter tief nach Gas gebohrt wird, werden die Bohrköpfe in den Meeresboden von vor 150 bis 300 Millionen Jahren getrieben, auf dem das heutige Russland in Form der eurasischen und Teilen der nordamerikanischen Platte obenauf sitzt.

Welchen Weg nimmt Erdgas bis zum Haus?

Erdgaspipeline

Auch wenn die einzelnen Bohrstationen eines großen Erdgasfeldes (das größte ist das South-Pars-Feld, das sich über 10.000 km² im Persischen Golf erstreckt) viele dutzend Kilometer entfernt liegen können, laufen doch alle Leitungen zu einem gemeinsamen Knotenpunkt zusammen. Eine solche Station lässt sich vor allem an den gigantischen Strommasten erkennen, die dorthin führen. Die Energie wird nämlich benötigt um Hochleistungspumpen anzutreiben.

Diese bringen das Erdgas auf einen Druck von bis zu 80 Bar und schicken es in den Anfangspunkt einer dort liegenden Pipeline. „Schnell“ ist das allerdings nicht, denn selbst diese gigantischen Pumpen bringen das Gas nur auf eine Geschwindigkeit von knapp 30 km/h. Und so wandert es mit dem Tempo eines guten Fahrradfahrers über hunderte und tausende Kilometer durch die Rohre.

Unterseeische Pipelines sind nicht minder faszinierend, müssen jedoch dem gewaltigen Druck von innen standhalten und zudem auch noch mit unterschiedlichsten klimatischen Verhältnissen zurechtkommen. Diese werden beispielsweise an Bord von Spezialschiffen aus einzelnen Rohrelementen zusammengeschweißt und dann wie eine XXXL-Makkaroni auf den Meeresboden abgespult. Das andere Extrem sind Pipelines auf Stelzen, wie sie etwa in Sibirien errichtet werden, damit die Rohre nicht durch die unvermeidlichen Bewegungen, die zwischen Winterfrost und Frühjahrs-Schlamm entstehen, beschädigt werden.

Und hier zeigt sich auch der größte Nachteil der leitungsgebundenen Energieversorgung. Bau und Instandhaltung von Pipelines sind extrem teuer und aufwendig und die Versorgungssicherheit ist nicht in dem Umfang gegeben, wie bei einem Heizöltank im eigenen Keller.

 

LNG-Tanker

Pipelines werden zwar tendenziell immer länger, haben jedoch auch schwere Nachteile. Vor allem sind das die Errichtungskosten, die sehr lange benötigen, bis sie sich finanziell amortisiert haben. Die teuerste Pipeline der Welt, die 2005 fertig gestellt wurde, kostete umgerechnet beispielsweise 2,5 Milliarden Euro. Solche Summen sind selbst für große Gasunternehmen oder Staaten, die auf eigene Rechnung fördern, schwer zu stemmen. Außerdem entstehen durch Witterung, Korrosion oder schlicht Sabotage auch weitere Kosten für die dauerhafte Pflege der XXL-Rohrleitung.

Aus all diesen Gründen liegt es im Interesse der Gas-Hersteller (und somit der Verbraucher), die Pipeline nur so lang zu bauen, um einen großen Hafen zu erreichen, weil der Transport per Schiff um einiges einfacher ist. Im Hafen angekommen wird das Gas zunächst durch eine Kühl-Anlage geleitet und auf -162° C heruntergekühlt. Durch diesen Temperaturabstieg verflüssigt es sich sodass sich das Volumen um das Sechshundertfache reduziert.

Und so kann es dann, wie eine beliebige andere Flüssigkeit, in die Tanks von sogenannten LNG-Tankern gepumpt werden (LNG = Liquefied Natural Gas – verflüssigtes Erdgas). Gut isoliert bleibt dort der Großteil des Gases auf der Reise über die Meere flüssig; wenngleich ein gewisser Prozentsatz durch die unvermeidbare Erwärmung verdampft und abgelassen werden muss. Eine erneute Kühlung auf See wäre zwar möglich aber unwirtschaftlich.

Unter die Erde

Das Schiff steuert nun eines von Europas 210 LNG-Terminals an. In Deutschland kann das beispielsweise der Gashafen Swinemünde auf Usedom sein oder das Terminal Brunsbüttel. Dort wird das Gas durch Erwärmung wieder verdampft. Teilweise wird es dann in große Stahltanks gepumpt. Für Deutschland wesentlich bedeutsamer sind jedoch unterirdische Kavernen. Dafür bieten sich beispielsweise aufgegebene Salzstöcke an. Dort wird nun das Gas hineingepumpt und kann so für eine sehr lange Zeit gelagert werden.

In die Wohnung

In unmittelbarer Nähe dieser Lagerstätten befinden sich abermals, wie schon am Beginn der Haupt-Pipeline, große Pumpstationen. Diese entnehmen den Lagerstätten Gas und sorgen dafür, dass es in die Netze der gesamten Bundesrepublik gepumpt wird. Dabei wird der Druck durch weitere Unterverteilstationen immer weiter herabgeregelt, bis er in den Rohren, die vor unseren Häusern in der Straße verlegt sind, nur noch 0,3 Bar Überdruck beträgt. Und von dort strömt das Gas anschließend auch noch die letzten Meter, bis es schließlich im Brenner unserer Zentralheizung landet, wo es den Wasserkreislauf erhitzt, dessen Inhalt durch die Heizkörper in Wohnzimmer, Bad und Co. geleitet wird.

Und die Umwelt?

Schornstein

Eingangs wurde die Frage aufgeworfen, warum Erdgas bei vielen Umweltschützern und bundesdeutschen Politikern einen so viel besseren Stand hat als das doch so dicht verwandte Erdöl. Die Gründe sind ganz einfach und aufmerksame Leser haben einen Teil davon schon sicherlich herausgelesen:

  • Erdgas ist ein einfacherer Kohlenwasserstoff als Erdöl. Das bedeutet, es enthält schon von Haus aus einen geringeren Anteil an Kohlenstoffen und dafür aber mehr Wasserstoff.
  • Durch die aufwändige Reinigung nach der Förderung enthält Erdgas sehr viel weniger unerwünschte Zusätze. Vor allem der CO2-Gehalt ist viel niedriger.
  • Es muss nicht – wie etwa Benzin, Diesel oder Heizöl – noch energetisch aufwändig raffiniert werden, bevor man es verwenden kann.
  • Es lässt sich in beliebigem Maß durch auf andere Weise entstandene Gase (etwa Biogas) mischen, ohne dass diese Praxis sich beim Verbrennen nachteilig auswirken würde (abermals ungleich zu Benzinmotoren, die bei der Verwendung von Bio-Ethanol Schaden nehmen können)
  • Bei der Verbrennung entstehen, ebenfalls durch Aufbau und Reinigung, keinerlei feste Verbrennungsrückstände, die man als Ruß oder Feinstaub bezeichnen könnte und aufwändig filtern müsste. Zudem bleibt auch kein Schwefeldioxid übrig.


Vergleicht man alle üblichen fossilen Energieträger miteinander, also Kohle, Öl und Gas, dann hat das Erdgas tatsächlich die beste Umweltbilanz.

 

Fazit

Gas gewinnt in unserer heutigen Welt immer mehr an Bedeutung. Es ist nicht nur vergleichsweise leicht zu fördern, sondern lässt sich auch in beliebigen Mischungen verwenden; die alle einen sehr hohen Heizwert besitzen. Rechnet man dann noch hinzu, dass durch die Verbrennung keine der vielkritisierten Nachteile anderer fossiler Energieträger entstehen und alles darauf hindeutet, dass die Gasreserven weitaus mächtiger sind als die des Öls, ist es nicht vermessen, in diesem Produkt von Millionen Jahren auch eine echte Antwort für die Probleme von Gegenwart und Zukunft zu sehen.

Ein Nachteil des Erdgases bleibt jedoch der leitungsgebundene Transport. Dieser ist nicht nur teuer sondern schrängt auch die Versorgungssicherheit ein und erhöht die Abhängigkeit von Staaten durch die wichgtige Pipilines verlaufen. Für die europäische Gasversorgung trifft dies auf Russland zu, wobei hier die Abhängigkeit auch schon aufgrund des enorm hohen Lieferanteils gegeben ist, und z.B. auch auf die Türkei oder osteuropäische Länder, durch welche die Pipilines führen, von derem reibungslosen Funktionieren die europäische Gasversorgung abhängig ist.