Ölpreise weiterhin im Korrekturmodus | Aktuelle Ölmarkt-News vom 09.02.2018

um 08:39 Uhr von Stefan Schmellekamp

Ölpreise - Entwicklungen am Ölmarkt

Die Ölpreise haben auch am Donnerstag und Freitagmorgen an ihrer Abwärtskorrektur festgehalten und sind weiter gefallen. So gaben die beiden Rohöl-Leitsorten BRENT und WTI um weitere gut 1,2 Dollar/Barrel nach. Die Nordsee-Ölsorte BRENT stand somit am Freitagmorgen bei 64,4 Dollar/Barrel und das US-Leichtöl WTI wurde bei 60,5 Dollar/Barrel gehandelt. Damit sind die beiden Ölleitsorten auf den tiefsten Stand des Jahres gefallen und auch der OPEC-Korbpreis ist in den letzten Tagen wieder auf ein Preislevel gesunken, welches nur knapp über den angestrebten 60 Dollar/Barrel liegt.

Die zwischenzeitlich aufkommenden Gerüchte über ein vorzeitiges Ende der Förderreduzierung durch die OPEC-Allianz sind somit wohl endgültig vom Tisch. Wirklich ernst genommen wurden die Gerüchte am Ölmarkt zuvor allerdings auch schon nicht, da sich bereits abzeichnete, dass die Ölpreise früher oder später eine nachhaltige Korrektur nach unten vollziehen würden. Auch wenn es etwas gedauert hat, so wurde der deutlich übertriebene Preisanstieg vom Jahresbeginn, der die Ölpreise in der Spitze auf über 70 Dollar/Barrel klettern ließ, im Februar nun zu weiten Teilen wieder zurückgenommen.

Die seit dem Drei-Jahreshoch der Ölpreise vor rund drei Wochen im Raum stehende Abwärtskorrektur von gut zehn Prozent, die hauptsächlich auf Spekulationen zurückzuführen war, ist durch die Korrektur der letzten Tagen fast vollständig egalisiert, denn die Rohölpreise haben seitdem gut neun Prozent an Wert verloren. Dies heißt nicht, dass es aktuell nicht noch weiter nach unten gehen kann, aber das Korrekturpotential hat nun sich zumindest deutlich verkleinert.

Auslöser für die Preiskorrektur am Ölmarkt war allerdings nicht die eingetrübte und somit weniger spekulationsfreudige Stimmung an den Börsen, die sich aus der jüngsten Talfahrt der Aktienmärkte ergeben hat, sondern die neuen Zahlen vom US-Ölmarkt. Besonders die Bekanntgabe der in den USA deutlich gestiegenen Ölförderung sorgte für eine neue Abwärtsdynamik bei den Ölpreisen.

 

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Laut dem US-Energieministerium war die Ölproduktion in den USA in der vergangenen Woche um 0,3 Prozent auf ein neues Rekordhoch von 10,25 Millionen Barrel pro Tag geklettert. Damit hatte die Ölproduktion in der größten Volkswirtschaft der Welt erstmals die Marke von durchschnittlich 10 Millionen Barrel pro Tag geknackt und die USA ist nach Russland und vor Saudi-Arabien nun wieder das zweitgrößte Ölförderland der Welt.

Lange hatten Marktbeobachter auf deutliche Wachstumssignale vom US-Ölmarkt gewartet, die sich als Reaktion, auf die zuletzt massiv gestiegenen Ölpreise ergeben sollten. Die neuen Daten aus den USA geben nun erstmals wieder eindeutigere Signale, dass der US-Ölmarkt weiterhin ein Gegengewicht zur Förderkürzung rund um die OPEC und Russland darstellt und die Ölpreise somit nach oben deckelt. Denn nicht nur Ölförderung ist in den USA gestiegen, auch die US-Öllager verzeichneten ein kräftiges Plus.

Laut DOE waren die gesamten US-Öllager in der vergangenen Woche um 9,2 Mio. Barrel auf aktuell knapp 808 Mio. Barrel gestiegen. Damit sind die US-Öllager nun wieder auf den höchsten Stand seit rund vier Monaten geklettert. Erstaunlich war, dass nicht nur die Rohöllager um 1,9 Mio. Barrel zugelegt hatten, denn dies konnte aufgrund der Wartungssaison bei den amerikanischen Ölraffinerien erwartet werden, sondern dass auch die Lager der Ölprodukte (Heizöl, Diesel und Benzin) um deutliche 7,9 Mio. Barrel angestiegen waren.

Damit könnte nun eine Trendwende bei den US-Öllagern beginnen, die im vergangenen Jahr insgesamt deutlich abgebaut wurden. Vor genau einem Jahr waren die US-Öllager mit über 947 Mio. Barrel auf den höchsten Stand aller Zeiten gestiegen. Seitdem ist insgesamt ein Abbau der US-Öllager von ca. 140 Mio. Barrel bzw. rund 15 Prozent zu verzeichnen, wobei sich die Öllager in den vergangenen Monaten auch schon stabil gezeigt hatten. Sollte sich das Wachstum auf dem US-Ölmarkt nun jedoch fortsetzen, so könnte das Ziel der OPEC-Allianz die weltweiten Öllager wieder auf den 5-Jahresdruchschnitt zu senken, in Gefahr geraten. Diese Aussichten schickten die Ölpreise in dieser Woche auf Talfahrt.

Am Devisenmarkt verzeichnet der €uro-Dollar-Wechselkurs in den zurückliegenden zwei Wochen ungewöhnlich starke Schwankungen mit Kursgewinnen oder -Verlusten von rund einem Prozent innerhalb von wenigen Stunden. Nachdem der €uro gegen die Ölwährung Dollar in der vergangenen Woche auf knapp 1,25 $/€ gestiegen war, stand er zum Ausklang dieser Woche lediglich noch bei 1,226 Dollar/ €uro. Insgesamt steht der €uro jedoch weiterhin vergleichsweise stark gegen den Dollar dar, obwohl die US-Notenbank bei der Zinswende aufs Tempo drückt und Wirtschaft in den USA im Aufschwung ist.

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