Inlandsfaktoren lassen Heizölpreise kräftig steigen

Heizölpreise - Bundesweite Preisentwicklung von Heizöl

Trotz der gesunkenen Preise am Weltölmarkt zogen die Heizölpreise auch auf den heutigen Mittwoch erneut kräftig an. Zurückzuführen ist dies auf die Unsicherheit nach dem Raffineriebrand in Vohburg und auf Engpässe auf den Wasserstraßen. Beide Faktoren sorgen dafür, dass sich die Preise am heimischen Heizölmarkt zurzeit von den Rohölpreisen entkoppeln und kräftig anziehen.

Dementsprechend kletterten die Heizölpreise heute im bundesweiten Durchschnitt um weitere 1,1 Cent/Liter und sind somit innerhalb von zwei Tagen um rund 3,5 Prozent gestiegen. Eine Bestellung von 2.000 Litern Heizöl kostet aktuell 78,53 €uro/100 Liter, was gleichbedeutend mit dem höchsten Stand seit rund vier Jahren ist.

Bei der regionalen Betrachtung der Preisentwicklung waren zur Wochenmitte in allen Bundesländern erneut flächendeckende Preisanstiege zu verzeichnen. Besonders in Bayern und im Saarland kam es mit einem Preisanstieg von über drei Cent pro Liter zu massiven Verteuerungen, aber auch in Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz, Sachsen und Thüringen legten die Heizölpreise um 1,3 bis 1,8 Cent/Liter zu. Am geringsten fielen die Preiserhöhungen heute erneut in Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein aus, denn dort legten die Heizölpreise lediglich um minimale 0,1 Cent/Liter zu.

 

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Heizölpreise - Prognose und Empfehlung

Der deutsche Heizölmarkt hat sich zurzeit leicht von den Vorgaben vom Weltölmarkt entkoppelt und wird aktuell stark durch inländische Faktoren bestimmt. Neben dem anhaltenden Niedrigwasser auf wichtigen Schifffahrtsrouten entlang des Rheins, ist am Wochenende noch der Großbrand in der Raffinerie Vohburg hinzugekommen, der eine unsichere Versorgungslage für den Mineralölhandel nach sich zieht. Weitere planmäßige Raffineriewartungen kommen zurzeit hinzu, so dass die Versorgungs- und Transportsituation für den heimischen Heizölmarkt zurzeit knapp wird.

Diese Situation wirkt sich aktuell stark preistreibend auf die Heizölpreise aus. Mittelfristig wird sich der Markt jedoch auf die neue Situation einstellen, was zu einer Normalisierung der Heizölpreise führen wird. Doch dies bedeutet nicht, dass man Heizölverbrauchern nun Entwarnung geben kann, denn am Weltölmarkt dominiert zurzeit die knappe Angebotslage, was in den kommenden Wochen eher auf steigende als auf fallende Ölpreise hindeutet. Zudem schwächelt auch der €uro, was die Heizölpreise ebenfalls indirekt verteuert.

Für Heizölverbraucher fallen die Aussichten für die Herbst- und Wintermonate daher wenig verbraucherfreundlich aus und laden nicht zu längerfristigen Spekulationen ein. Kurzfristig gesehen sorgen die inländischen Versorgungs- und Transportengpässe ebenfalls für wenig erfreuliche Aussichten. Obwohl sich die Heizölpreise zurzeit auf einem Vier-Jahreshoch befinden, bleiben wir daher bei der Empfehlung, die wir seit Mitte Juli geben und raten zu einer weitsichtigen Heizölbestellung, deutlich vor den kalten Monaten.

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