Heizölpreise zogen erneut kräftig an

Heizölpreise - Bundesweite Preisentwicklung von Heizöl

Auf den heutigen Dienstag setzte sich die kräftige Aufwärtsbewegung der letzten Tagen fort. So zogen die Heizölpreise im bundesweiten Durchschnitt um weitere 1,2 Cent/Liter an und kletterten mit im Mittel 46,48 €uro/100 Liter erneut auf dem höchsten Stand des laufenden Jahres. Auch bei der regionalen Betrachtung der Preisentwicklung waren wieder in fast in allen Bundesländern kräftige Preisanstiege zu verzeichnen. Lediglich in Bayern gaben die Heizölpreise der tanke-günstig Partnerhändler um 0,3 Cent/Liter nach. In allen anderen Bundesländern zogen die Heizölpreise mindestens um einen Cent je Liter an. Die mit Abstand deutlichsten Preisanstiege entfielen mit 2,4 bis 2,5 Cent/Liter auf Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland.

Entwicklungen am Ölmarkt

Trotz der weiterhin bestehende Überversorgung des Weltölmarktes und den insgesamt preisdrückenden Fundamentaldaten, setzten die Rohölpreise ihren Aufwärtskurs weiter fort. Am gestrigen Handelstag kletterte die europäische Rohölleitsorte BRENT sogar in die Nähe von 41 Dollar/Barrel. Auch wenn BRENT am heutigen Dienstagmorgen zunächst leicht nachgab, notierte die Nordseesorte mit 40,3 Dollar/Barrel zum ersten Mal seit drei Monaten am Morgen wieder über der 40-Dollar-Marke. Insgesamt sind die Ölpreise in den vergangenen zwei Wochen um kräftige 23 % gestiegen.

Nach dem Überschreiten der psychologisch wichtigen Marke von 40 Dollar/Barrel ist die Wahrscheinlichkeit für Kursrücksetzer beim Rohölpreis stark gewachsen. Wenn es nun jedoch nicht zu einer Gegenbewegung zum kräftigen Preisanstieg der letzten Wochen kommt, dann könnten sich die Ölpreise in den kommenden Tagen weiter von den preisdrückenden Fundamentaldaten entkoppeln und einen spekulationsgetrieben Höhenflug hinlegen. Auch jetzt beruht der Hauptgrund für den jüngsten Preisanstieg bereits auf Spekulationen von Finanzanleger, die auf steigende Ölpreise setzen. Da immer mehr Händler mit dem Trend agieren und sich mit Kontrakten eindecken, wird am Ölmarkt bereits die Vermutung laut, dass der starke Verfall der Erdölpreise sein Ende erreicht haben könnte. An dem anhaltenden Überangebot an Rohöl hat sich jedoch nichts geändert.

Neben den Spekulationen wurden die Ölpreise zuletzt durch einen schwächeren Dollarkurs und guten Konjunkturdaten aus der EU und den USA gestützt. So spricht z.B. die gute Entwicklung am US-Arbeitsmarkt für eine robuste Ölnachfrage in den USA. Zudem wurde gemeldet, dass die Fördermengen der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) und in den USA leicht zurück gegangen sein sollen. Darüber hinaus werden die anhaltenden Bemühungen Russlands, eine Deckelung der Ölproduktion bei wichtigen Ölförderländern zu erreichen, an den Rohstoffbörsen als preisstützend gewertet. Der jüngste Anstieg der iranischen Ölexporte wird hingegen kaum wahrgenommen.

Am Devisenmarkt hatten Spekulationen um eine weitere geldpolitische Lockerung durch die EZB den €uro gestern zunächst unter Druck gebracht, am Abend legte die europäische Gemeinschaftswährung dann jedoch wieder spürbar zu, so dass der €uro heute Morgen wieder über 1,10 Dollar/€uro stand. Am kommenden Donnerstag treffen sich die EU-Währungshüter, um über die künftige Geldpolitik zu beraten. An den Börsen wird eine merkbare Lockerung der EZB-Geldpolitik erwartet. Analysten gehen von einer Absenkung der Zinsen für Einlagen bei der Notenbank auf minus 0,5 Prozent und einer Ausweitung der Anleihenkäufe aus.

Aussicht und Empfehlungen

Die Stimmung am Ölmarkt scheint sich zu drehen, auch wenn das Datenfundament nach wie vor unverändert ist und eine deutliche Überversorgung des Weltölmarktes zeigt. Die insgesamt bessere Stimmung an den Finanzmärkten zieht die Ölpreise zurzeit jedoch nach oben. Zudem wird der Versuch einiger wichtiger Ölförderländer, der seit Monaten anhaltenden Ölschwemme entgegenzuwirken, in dem zumindest eine Begrenzung auf das aktuelle Förderlevel erwirkt wird, an den Börsen als preisstützend interpretiert, obwohl nicht alle Förderländer mitziehen und sich hierdurch vorerst nichts an der Überversorgung des Ölmarktes ändern wird.

Die kommenden Tage werden nun zeigen ob sich der Ölmarkt wieder dem weit über der Nachfrage liegende Angebot zuwendet oder sich von den Fundamentaldaten entkoppelt und von den Finanzmärkten getrieben wird. Wer kein Risiko eingehen will, der findet trotz des erneuten Jahreshochs der Heizölpreise immer noch einen guten Bestellzeitpunkt vor. Wer hingegen Freude am Spekulieren hat, der kann aktuell auf eine Gegenbewegung zum deutlichen Preisanstieg und wieder fallenden Rohöl- und Heizölpreisen setzen.

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