Heizölpreise um weitere 0,4 Cent/Liter gesunken

Heizölpreise - Bundesweite Preisentwicklung von Heizöl

Nachdem die Heizölpreise gestern bereits deutlich gesunken waren, gaben sie auf den heutigen Donnerstag um weitere 0,4 Cent/Liter nach. Damit kostet eine Bestellung von 2.000 Litern Heizöl im bundesweiten Durchschnitt aktuell 54,92 €uro pro 100 Liter. Insgesamt ist in dieser Woche viel Dynamik am heimischen Heizölmarkt feststellbar. Die Vorgaben vom Rohöl- und Devisenmarkt haben sich spürbar verändert, gleichzeitig hat die Heizsaison begonnen und die Nachfrage der Verbraucher zieht an, was hier und da zu Sonderrabatten führt.

Bei der regionalen Betrachtung der Preisentwicklung waren heute erneut in fast allen Bundesländern Preisnachlässe zu verzeichnen. Lediglich in Bayern verharrten die Heizölpreise auf dem Vortagesniveau. Ansonsten gingen die Heizölpreise flächendeckend zurück und hierbei mit 0,5 bis 0,6 Cent/Liter am deutlichsten in Brandenburg, Berlin, Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt.

Entwicklungen am Ölmarkt

Die Ölpreise sind heute den zweiten Tag in Folge gesunken. Nach dem leichten Preisrückgang von gestern, gaben die beiden Rohölleitsorten BRENT und WTI auf Donnerstag um deutlichere 1,1 $/b nach. Die europäische Ölsorte BRENT notierte somit am Morgen bei 51,5 Dollar/Barrel und die US-Ölsorte WTI wurde am Donnerstagmorgen mit 49,8 Dollar/Barrel wieder knapp unter der 50-Dollar-Marke gehandelt. Für Preisdruck hatte die Erwartung der OPEC gesorgt, dass die Ölförderung in Nicht-OPEC-Ländern im kommenden Jahr weiter steigen werde.

Das beherrschende Thema am Ölmarkt bleibt jedoch die beschlossene Ölförder-Obergrenze der OPEC, die das Ölkartell zusammen mit Russland erreichen will. Russlands Präsident Putin stellte zuletzt auf dem Weltenergiekongress in Istanbul klar, dass sich sein Land an einer Förderbegrenzung beteiligen werde um den Weltölmarkt zu stabilisieren. Allerdings herrscht weiterhin auch viel Skepsis am gemeinsamen Umsetzungswillen des Ölkartells und auch die Beteiligung Russlands besteht bisher nur aus Worten. Es muss daher abgewartet werden, welche Schritte in den kommenden Monaten tatsächlich umgesetzt werden. Bis zum nächsten offiziellen OPEC-Treffen Ende November sollen erstmal verbindliche Förderquoten für alle OPEC-Mitglied festgelegt werden.

Am Devisenmarkt sackte der €uro in dieser Woche gegen den Dollar ab und fiel mit gut 1,10 €/$ auf den tiefsten Stand seit Mitte Juli. Da der US-Notenbank nur noch wenig Zeit bleibt um in diesem Jahr noch einen weiteren Schritt bei der Zinserhöhung zu machen, setzten immer mehr Devisenhändler darauf, dass es spätestens im Dezember eine weitere Leitzinsanhebung in den USA geben wird, was den Dollar stärkt.

Aussicht und Empfehlungen

Händler sind sich derzeit noch nicht ganz sicher wie ernst man das seit Jahren uneinige Ölkartell OPEC aktuell nehmen muss. Einerseits verfolgen die meisten OPEC-Mitglieder seit geraumer Zeit nur die eigenen Ziele und kaum ein Förderland hält sich an die selbst festgelegten Förderobergrenzen. Andererseits scheint sich bei der OPEC etwas zu bewegen und ein „weiter so“ ist für viele Mitglieder wohl keine Option mehr.

Auch wenn noch keine verbindlichen Schritte unternommen wurden, so haben sich die Aussichten für die weitere Preisentwicklung am Ölmarkt grundlegend verändert. Konnte man vor dem OPEC-Beschluss noch mit guten Aussichten auf fallende Heizölpreise spekulieren, so sieht es derzeit so aus als würden die Heizölpreise nun nachhaltig auf ein höheres Preisniveau klettern. Sollten bis zum Wochenschluss jedoch bärische Daten, wie z.B. steigende US-Öllager, in den Markt gelangen, dann könnten die Heizölpreise zumindest kurzfristig weiter nachgeben. Wer jedoch kein Risiko eingehen will, der findet zurzeit immer noch vergleichsweise attraktive Preise für eine günstige Heizölbestellung vor.

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