Heizölpreise legten auf Dienstag weiter zu

Heizölpreise - Bundesweite Preisentwicklung von Heizöl

Trotz stabiler Vorgaben vom Rohöl- und Devisenmarkt legten die Heizölpreise auf den heutigen Dienstag weiter zu. Im bundesweiten Durchschnitt konnte ein erneuter Anstieg in Höhe von 0,5 Cent/Liter festgestellt werden. Damit kostet eine Bestellung von 2.000 Litern Heizöl bei den tanke-günstig Partnerhändlern aktuell 55,66 €uro/100 Liter, was gleichbedeutend mit dem höchsten Stand seit Ende Mai ist.

Bei der regionalen Betrachtung der Heizölpreise waren heute in allen Bundesländern Preisanstiege zu verzeichnen. Dabei zogen die Heizölpreise mit 1,1 bis 1,6 Cent/Liter am kräftigsten im Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen an, wo die Heizölpreise gestern allerdings noch nachgegeben hatten. Die geringsten Preisanstiege entfielen heute mit 0,1 bis 0,2 Cent/Liter auf Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein.

 

Aussicht und Empfehlungen

Der August beginnt mit den höchsten Heizölpreisen seit zwei Monaten. Dafür sind die Aussichten auf fallende Heizölpreise aber höher als auf stetig weiter steigende Preise auf dem heimischen Heizölmarkt. So stellen Analysten die Nachhaltigkeit des jüngsten Ölpreis-Anstieges weiterhin in Frage und erwarten nach einem kurzen, spekulationsgetriebenen Zwischenhoch, dass die Ölpreise wieder nachgeben werden.

Als Gründe werden aufgeführt, dass die zuletzt für August angekündigte Förderreduzierung Saudi-Arabiens allein nicht ausreichen wird um den Ölmarkt ins Gleichgewicht zu bringen. Und da es zurzeit nicht danach aussieht, dass sich viele andere Förderländer an einer Ausweitung der Förderkürzung beteiligen wollen oder können, wird der Weltölmarkt wohl noch eine längere Zeit überversorgt bleiben. Zudem stehen US-Schieferölproduzenten in den Startlöchern, um bei weiter steigenden Ölpreisen, ihre Ölförderung auszuweiten.

Für Heizölverbraucher bedeutet dies, dass man bei dem aktuellen Zwei-Monats-Hoch gute Chancen auf fallende Heizölpreise hat. Eine Garantie für fallende Preise gibt es jedoch nie. Wer daher kein Risiko eingehen will, der kann zurzeit immer noch zu einem Heizölpreis bestellen, der unter dem aktuellen Jahresmittel in Höhe von 57,3 Cent/Liter liegt. Spekulationsfreudigere Verbraucher haben zurzeit aber recht gute Aussichten um auf fallende Heizölpreise zu setzen.

Ölpreise - Entwicklungen am Ölmarkt

 

Die beiden Rohöl-Leitsorten BRENT und WTI haben sich am gestrigen Handelstag unterschiedlich entwickelt. Während die US-Ölsorte WTI um weitere 0,4 $/b zulegte und somit am Dienstagmorgen mit 50,3 Dollar/Barrel, zum ersten Mal seit rund 10 Wochen wieder 50-Dollar-Marke gehandelt wurde, drehte die Nordsee-Ölsorte BRENT gestern  in die Verlustzone. Heute Morgen im frühen Handel stabilisierten sich die Notierungen jedoch wieder, so dass BRENT am Dienstagmorgen nahezu unverändert bei 52,8 Dollar/Barrel stand.

Die Ölpreise wurden zuletzt durch preistreibende Impulse dominiert, die dazu geführt haben, dass am Markt wieder vermehrt auf steigende Ölpreise spekuliert wurde. Der somit zuletzt hauptsächlich spekulationsgetriebene Anstieg der Ölpreise, hat daher nun wieder Spielraum für Preisnachlässe geschaffen. Besonders weil sich Analysten weiterhin nicht sicher sind, ob sich aus den jüngsten Zahlen und Entwicklungen ein nachhaltiger Anstieg der Ölpreise ergeben wird oder ob die Ölpreise nach einem Zwischenhoch wieder nachgaben werden.

So könnten die zuletzt kräftig gesunkenen US-Öllagerbestände wieder anziehen, wenn amerikanische Schieferölproduzenten ihre Förderung bei steigenden Ölpreisen erhöhen, was zuletzt stets der Fall war. Zudem wird die von Saudi-Arabien für August angekündigte Ölexport-Kürzung auf maximal 6,6 Mio. Barrel pro Tag, alleine nicht ausreichen um das Angebots-Nachfrage-Verhältnis des weiterhin überversorgten Weltölmarktes ins Gleichgewicht bringen kann.

Auch wenn einige Nachbarländer zaghaft ihre Unterstützung anbieten, so wollen oder können viele Ölförderländer, allen voran das Schwergewicht Russland, keine Ausweitung der Förderkürzungen vornehmen. Außerdem konnte in den letzten Wochen beobachtet werden, dass sich einige Ölförderländer nicht mehr vollumfänglich an die vereinbarten Produktionskürzungen gehalten haben. Dies soll nun jedoch am 7. und 8. August auf einem Treffen der OPEC-Allianz in Abu Dhabi besprochen werden.

Am Devisenmarkt machte der €uro gestern abermals einen kräftigen Sprung nach oben und legte gegen die Ölwährung Dollar auf 1,183 Dollar/€uro zu. Die jüngsten Konjunkturdaten waren für die Eurozone gut ausgefallen. Besonders die Zahlen für den Arbeitsmarkt aber auch der gesamten Wirtschaftsentwicklung ließen die europäische Gemeinschaftswährung am Dienstagmorgen auf das neue 31-Monats-Hoch klettern. Damit hat der starke €urokurs weiterhin einen preismindernden Effekt auf die europäischen Öleinkäufe und die heimischen Heizölpreise.

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