Heizölpreise klettern auf Zwei-Monats-Hoch

Heizölpreise - Bundesweite Preisentwicklung von Heizöl

Zum heutigen Start der neuen Woche sind die Heizölpreise im bundesweiten Durchschnitt um kräftige 0,9 Cent/Liter gestiegen. Damit kostet eine Bestellung von 2.000 Litern Heizöl bei den tanke-günstig Partnerhändlern aktuell 55,13 €uro/100 Liter, was gleichbedeutend mit dem höchsten Stand seit zwei Monaten ist.

Bei der regionalen Betrachtung der Heizölpreise zeigte sich heute ein unterschiedliches Bild in den einzelnen Bundesländern. In Baden-Württemberg, Bayern, Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein zogen die Heizölpreise kräftig an und kletterten zwischen 1,0 bis 1,8 Cent/Liter. Deutlich geringere Preisanstiege waren hingegen mit 0,1 bis 0,8 Cent/Liter in Brandenburg, Berlin, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz und dem Saarland feststellbar. Und in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen gaben die Heizölpreise sogar um 0,3 bis 0,6 Cent/Liter nach.

 

Aussicht und Empfehlungen

Trotz der bullischen Datenlage stellt sich zurzeit weiterhin die Frage, ob der aktuelle Preisanstieg nachhaltig sein wird oder die Ölpreise nach einem kurzen Zwischenhoch wieder nachgeben werden. Einerseits unternimmt Saudi-Arabien zurzeit weitere Schritte um das Überangebot auf dem Weltölmarkt abzubauen, zudem sind die US-Öllager im vergangenen Monat kräftig gefallen und auch der schwache US-Dollar stützt die Ölpreise.

Auf der anderen Seite wird die erneute Förderreduzierung von Saudi-Arabien allein nicht ausreichen um den Ölmarkt ins Gleichgewicht zu bringen und es sieht nicht so aus als würden sich viele andere Förderländer an einer Ausweitung der Förderkürzung beteiligen wollen oder können. Zudem stehen US-Schieferölproduzenten in den Startlöchern, um bei weiter steigenden Ölpreisen, ihre Ölförderung auszuweiten.

Für Heizölverbraucher bedeutet dies: Wer kein Risiko eingehen will, der kann Heizöl aktuell zu einem Preis bestellen, der immer noch unter dem aktuellen Jahresmittel in Höhe von 57,3 Cent/Liter liegt. Allerdings befinden sich die Heizölpreise mit 55,1 Cent/Liter zurzeit auch auf dem höchsten Stand seit zwei Monaten, so dass spekulationsfreudigere Verbraucher auch auf wieder fallende Heizölpreise setzen können.

Ölpreise - Entwicklungen am Ölmarkt

 

Die Ölpreise haben am Freitag und auch am Montagmorgen an die Gewinne der letzten Tage angeknüpft und weiter zugelegt. Die Nordsee-Ölsorte BRENT zog um weitere 1,4 $/b an und wurde am Morgen mit 52,8 Dollar/Barrel auf dem höchsten Stand seit Ende Mai gehandelt. Die US-Ölsorte WTI notierte heute Morgen mit 49,9 Dollar/Barrel nur noch knapp unter der 50-Dollar-Marke, nachdem Sie auf Montag um weiter 0,9 $/b geklettert war.

Insgesamt wurde die vergangene Handelswoche durch preistreibende Impulse bestimmt. Zum Wochenstart hatte der saudische Energieminister ankündigt, dass Saudi-Arabien seine Ölexporte im August auf maximal 6,6 Mio. Barrel pro Tag begrenzen werde und zur Wochenmitte bekamen die Ölnotierungen zusätzlichen Auftrieb, weil erneut ein kräftiger Abbau der US-Öllagerbestände in Höhe 10 Mio. Barrel bekannt gegeben wurde. Zudem werden die Ölpreise zurzeit durch den schwachen Dollarkurs gestützt.

Trotz dieser insgesamt bullischen Datenlage fielen die Reaktionen an den Börsen zunächst zurückhaltend aus. Auch jetzt sind sich Analysten noch nicht sicher, ob sich aus den jüngsten Zahlen und Entwicklungen ein nachhaltiger Anstieg der Ölpreise ergeben wird oder ob die Ölpreise nach einem Zwischenhoch wieder nachgaben werden. So könnten die gesunkenen US-Öllagerbestände wieder anziehen, wenn amerikanische Schieferölproduzenten ihre Förderung bei steigenden Ölpreisen erhöhen. Zumindest hatte sich die US-Schieferölindustrie zuletzt stets sehr flexibel gezeigt und auf steigende Ölpreise mit einer steigenden Fördermenge reagiert.

Darüber hinaus reichen die Bemühungen Saudi-Arabiens alleine nicht aus um das Angebots-Nachfrage-Verhältnis des weiterhin überversorgten Weltölmarktes ins Gleichgewicht zu bringen. Auch wenn einige Nachbarländer zaghaft ihre Unterstützung anbieten, so wollen oder können viele Ölförderländer, allen voran das Schwergewicht Russland, keine Ausweitung der Förderkürzungen vornehmen. Heute wurde nun bekannt, dass sich die OPEC-Allianz am 7. und 8. August in Abu Dhabi treffen will, um über die Einhaltung der vereinbarte Produktionskürzungen zu sprechen.

Nach einem kurzen Rücksetzer, konnte der €uro seinen seit April anhaltenden Höhenflug gegen die Ölwährung Dollar wieder aufnehmen. So kletterte die europäische Gemeinschaftswährung am Montagmorgen mit 1,174 Dollar/€uro erneut auf den höchsten Stand seit Anfang 2015.

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