Heizölpreise gaben spürbar nach

Heizölpreise - Bundesweite Preisentwicklung von Heizöl

Den gestern stark preisdrückenden Vorgaben vom Rohölmarkt folgend, haben die Heizölpreise zur Wochenmitte nachgegeben, dabei jedoch noch nicht das gesamte Abwärtspotential ausgeschöpft. Nach dem ersten Rückgang von heute Morgen in Höhe von 0,6 Cent/Liter, darf daher wohl im Tagesverlauf mit weiteren Preisnachlässen gerechnet werden. Am Mittwochmorgen kostete eine Bestellung von 2.000 Litern Heizöl im bundesweiten Durchschnitt 55,09 €uro/100 Liter.

Bei der regionalen Betrachtung der Heizölpreise waren heute in nahezu allen Bundesländern Preisrückgänge zu verzeichnen. Lediglich im Saarland legten die Heizölpreise um minimale 0,1 Cent/Liter zu. In allen anderen Bundesländern lagen die Preisnachlässe heute Morgen zwischen 0,1 bis 1,1 Cent/Liter. Dabei entfielen die geringsten Preisrückgänge auf Baden-Württemberg und Hessen. Die kräftigsten Preisnachlässe waren hingegen in Brandenburg, Berlin, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen zu verzeichnen.

 

Aussicht und Empfehlungen

Am Ölmarkt kam es gestern zu der seit einer Woche in der Luft liegenden Gegenbewegung zum spekulationsgetriebenen Anstieg der letzten Tage. Nun muss abgewartet werden wie stark die Abwärtskorrektur ausfallen wird. Hierbei werden die heute Nachmittag zur Veröffentlichung anstehenden, offiziellen US-Ölmarkt-Daten entscheidende Impulse geben.

Der Start in den August fiel für Verbraucher, mit einem Zwei-Monats-Hoch der Heizölpreise, bisher wenig freundlich aus. Dafür sind die Aussichten auf fallende Heizölpreise aktuell aber ganz gut, denn weiterhin stellen Analysten die Nachhaltigkeit des jüngsten Ölpreis-Anstieges in Frage und erwarten nach einem kurzen, spekulationsgetriebenen Zwischenhoch, dass die Ölpreise wieder nachgeben werden.

Für Heizölverbraucher bedeutet dies, dass es sich zurzeit lohnen kann auf weiter fallende Heizölpreise zu spekulieren. Längerfristig betrachtet, könnten die Heizölpreise zum Winter hin zwar eher anziehen, doch bis dahin ist noch viel Zeit. Besonders bei dem geringeren Ölverbrauch in den Sommermonaten, hat man zurzeit auch mit einem leereren Tank etwas mehr Zeit um den Markt ohne Handlungsdruck im Auge zu behalten.

Ölpreise - Entwicklungen am Ölmarkt

 

Am gestrigen Handelstag kam es zu der, vielerorts bereits seit Tagen erwarteten, deutlichen Abwärtskorrektur der Ölpreise. Dabei fiel die Nordsee-Ölsorte BRENT auf den heutigen Mittwoch um 1,4 $/b und wurde am Morgen bei 51,4 Dollar/Barrel gehandelt. Auch die US-Ölsorte WTI gab um 1,5 $/b nach und notierte am Mittwochmorgen mit 48,8 Dollar/Barrel wieder klar unter der 50-Dollar-Marke, die WTI zuvor kurzfristig überklommen hatte.

Die für den Preisrückgang ausschlaggebenden Impulse kamen gestern von den Öllagerdaten des American Petroleum Institut (API), welches einen unerwarteten Aufbau der US-Rohöllager in Höhe von 1,8 Mio. Barrel bekannt gab. Zwar müssen noch die heute Nachmittag zur Veröffentlichung anstehenden, offiziellen US-Ölmarkt-Daten abgewartet werden, die nicht selten deutlich von den API-Zahlen abweichen, dennoch haben viele Händler ihre Spekulationen auf steigende Ölpreise beendet und ihre Gewinne gestern mitgenommen.

Auch weil Analysten die Nachhaltigkeit des jüngsten Preisanstieges bereits seit Tagen in Frage gestellt haben, lag eine Korrektur schon in der Luft und bedurfte nur noch eines entsprechenden Impulses. Für den weiteren Wochenverlauf wird nun entscheidend sein, wie die US-Öllagerdaten des DOE ausfallen, denn bei einem erneuten Rückgang könnten sich die Ölpreise schnell wieder stabilisieren. Bei einem Lageraufbau besteht hingegen noch Spielraum für weitere Preisnachlässe.

Von Seiten der OPEC sind bisher keine weiteren Meldungen zum Treffen am 7. und 8. August in Abu Dhabi an die Öffentlichkeit gedrungen. Saudi-Arabien will das Angebots-Nachfrage-Verhältnis des weiterhin überversorgten Weltölmarktes mit der bekannten Ölexport-Kürzung auf maximal 6,6 Mio. Barrel pro Tag ins Gleichgewicht bringen. Allerdings sind kaum weitere Unterstützer für dieses Vorhaben zu finden. Allen voran das Ölschwergewicht Russland schließt eine Ausweitung der bestehenden Förderkürzungen kategorisch aus. Das Treffen wird daher wohl nur dazu dienen, die Ölförderländer, die sich zuletzt nicht mehr vollumfänglich an die bereits vereinbarten Produktionskürzungen gehalten haben, zumindest wieder auf Linie zu bringen.

Am Devisenmarkt konnte der €uro sein 31-Monats-Hoch halten und notierte am Mittwochmorgen weiterhin über 1,18 Dollar/€uro. Damit hat der starke €urokurs weiterhin einen preismindernden Effekt auf die europäischen Öleinkäufe und somit auf die heimischen Heizölpreise.

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