Heizölpreise gaben auf Freitag leicht nach

Heizölpreise - Bundesweite Preisentwicklung von Heizöl

Nachdem die Heizölpreise in der ersten Wochenhälfte deutlich zugelegt hatten, waren gestern nur noch leichte Preisanstiege zu verzeichnen und auf den heutigen Freitag gaben die Heizölpreise sogar wieder leicht nach. So war heute im bundesweiten Durchschnitt ein Rückgang in Höhe von 0,3 Cent/Liter feststellbar. Eine Bestellung von 2.000 Litern Heizöl kostet somit im Mittel aktuell 54,20 €uro/100 Liter.

Bei der regionalen Betrachtung der Heizölpreise zeigte sich am Freitag ein differenziertes Bild. In Baden-Württemberg, Bayern, dem Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen legten die Heizölpreise um 0,1 bis 0,4 Cent/Liter zu. In Brandenburg und Berlin verharrten die Heizölpreise auf dem Vortagesniveau und Bremen, Hessen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein waren Preisnachlässe zwischen leichten 0,1 und kräftigen 1,3 Cent/Liter zu verzeichnen.

 

Aussicht und Empfehlungen

Grundsätzlich muss man festhalten, dass ein Ölpreis von unter 50 Dollar/Barrel für einen stabilen Ölmarkt zu niedrig ist, weshalb man bei solch niedrigen Ständen wie zurzeit, stets mit anziehenden Ölpreisen rechnen muss. Fraglich ist jedoch ob aktuell bereits die Trendwende begonnen hat oder ob dies erst später einsetzen wird. Einerseits unternimmt Saudi-Arabien jetzt weitere Schritte um das Überangebot auf dem Weltölmarkt abzubauen, zudem sind die US-Öllager im vergangenen Monat kräftig gefallen und auch der schwache US-Dollar stützt die Ölpreise.

Auf der anderen Seite wird die erneute Förderreduzierung von Saudi-Arabien allein nicht ausreichen um den Ölmarkt ins Gleichgewicht zu bringen und es sieht nicht so aus als würden sich viele andere Förderländer an einer Ausweitung der Förderkürzung beteiligen wollen oder können. Zudem wird darauf verwiesen, dass US-Schieferölproduzenten in den Startlöchern stehen, um bei weiter steigenden Ölpreisen, ihre Ölförderung auszuweiten.

Aus diesen Gründen kann zurzeit noch nicht die Rede davon sein, dass die Stimmung am Ölmarkt gedreht hätte. Noch halten sich Händler zurück und warten ab, ob sich aus der aktuellen Datenlage ein nachhaltiger Preisanstieg ergeben kann. Wenn ja, können die Preise schnell und kräftig anziehen. Wenn nicht, wird der jüngste Preisanstieg schnell verpuffen und die Ölpreise geben wieder nach.

Für Heizölverbraucher bedeutet dies: Wer kein Risiko eingehen will, der kann zurzeit immer noch zu einem Heizölpreis bestellen, der deutlich unter dem aktuellen Jahresmittel in Höhe von 57,3 Cent/Liter liegt. Spekulationsfreudigere Verbraucher können zurzeit aber durchaus auch mit recht guten Aussichten auf wieder fallende Heizölpreise setzen.

Ölpreise - Entwicklungen am Ölmarkt

 

Die Ölpreise sind im Verlauf der Woche insgesamt spürbar gestiegen und auch auf den heutigen Freitag waren weitere Preisanstiege zu verzeichnen. So legte die Nordsee-Ölsorte BRENT um weitere 0,6 $/b zu und wurde am Morgen bei 51,4 Dollar/Barrel deutlich über der 50-Dollar-Marke gehandelt. Auch die US-Ölsorte WTI kletterte um weitere 0,3 $/b und notierte am Freitagmorgen mit 49 Dollar/Barrel auf einem Zwei-Monats-Hoch.

Insgesamt wurde die zurückliegende Handelswoche durch preistreibende Impulse bestimmt. Zum Wochenstart hatte der saudische Energieminister ankündigt, dass Saudi-Arabien seine Ölexporte im August auf maximal 6,6 Mio. Barrel pro Tag begrenzen werde und zur Wochenmitte wurden die Ölnotierungen zusätzlich durch einen erneuten kräftigen Abbau der US-Öllagerbestände in Höhe 10 Mio. Barrel gestützt. Zudem tat der schwache Dollarkurs sein übriges dazu und gab den Ölpreisen ebenfalls Auftrieb.

Doch trotz dieser insgesamt bullischen Datenlage fielen die Reaktionen an den Börsen eher verhalten aus. Ganz so eindeutig wie es zunächst den Anschein machte, konnten die Daten nicht zwangsläufig interpretiert werden. So war der Rückgang der US-Öllager beispielsweise zum Großteil auf sinkende US-Ölimporte und nicht auf einen Nachfrage- oder Angebotsrückgang zurückzuführen. Diese Lücke könnten US-Schieferölproduzenten zudem schnell schließen, wenn die Ölpreise weiter anziehen sollten. Denn in den letzten Monaten hat sich die US-Schieferölindustrie sehr flexibel gezeigt und auf steigende Ölpreise stets kurzfristig mit steigenden Fördermengen reagiert.

Darüber hinaus reichen die Bemühungen Saudi-Arabien alleine nicht aus um das Angebots-Nachfrage-Verhältnis des weiterhin überversorgten Weltölmarktes ins Gleichgewicht bringen kann. Auch wenn einige Nachbarländer zaghaft ihre Unterstützung anbieten, so wollen oder können viele Ölförderländer, allen voran das Schwergewicht Russland, keine Ausweitung der Förderkürzungen vornehmen. Daher gehen die meisten Analysten davon aus, dass der Weltölmarkt noch für eine längere Zeit überversorgt bleiben wird und dass sich der jüngste Preisanstieg nur als ein kurzes Strohfeuer herausstellen könnte.

Am Devisenmarkt machte der €uro in dieser Woche insgesamt weiter Boden gegen die Ölwährung Dollar gut und überflügelte zwischenzeitlich deutlich die Marke von 1,17 Dollar/€uro. Heute Morgen korrigierte der €uro dann zwar leicht nach unten, wurde mit knapp 1,17 Dollar/€uro jedoch weiterhin auf einem der höchsten Stände seit Anfang 2015 gehandelt.

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