Heizölpreise erneut im Minus

Heizölpreise - Bundesweite Preisentwicklung von Heizöl

Bereits im gestrigen Tagesverlauf sind die Heizölpreise weiter gesunken, weshalb Heizöl heute Morgen im bundesweiten Durchschnitt gut 0,3 Cent/Liter weniger kostete als gestern Morgen. Aktuell kostet eine Bestellung von 2.000 Litern Heizöl somit 54,78 €uro/100 Liter.

Bei der regionalen Betrachtung der Heizölpreise waren heute zumeist weitere Preisnachlässe zu verzeichnen. Lediglich in Sachsen und Thüringen legten die Heizölpreise um leichte 0,1 bis 0,2 Cent/Liter zu und in Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein hielten die Heizölpreise das Preisniveau des Vortages. In allen anderen Bundesländern gingen die Heizölpreise zurück. Die deutlichsten Preisnachlässe entfielen mit 0,9 bis 1,0 Cent/Liter auf Baden-Württemberg, Bayern und das Saarland.

 

Aussicht und Empfehlungen

Die Gegenbewegung zu den vorherigen Preisanstiegen wurde gestern Nachmittag zunächst unterbrochen, weil die offiziellen US-Ölmarkt-Daten doch preisstützend ausfielen. Zuvor hatten die Zahlen des API einen Öllageraufbau in den USA in Aussicht gestellt, was dann jedoch nicht durch das DOE bestätigt wurde. Dies stabilisierte die Ölpreise und lässt Händler nun auf neue preisbewegende Impulse warten.

Der Start in den August fiel für Verbraucher, bedingt durch das Zwei-Monats-Hoch der Heizölpreise, wenig freundlich aus. Dafür sind die Aussichten auf fallende Heizölpreise aktuell aber ganz gut, denn weiterhin stellen Analysten die Nachhaltigkeit des jüngsten Ölpreis-Anstieges in Frage.

Für Heizölverbraucher bedeutet dies, dass es sich zurzeit lohnen kann auf weiter fallende Heizölpreise zu spekulieren. Längerfristig betrachtet, werden die Heizölpreise zum Winter hin zwar eher anziehen, doch bis dahin ist noch viel Zeit. Besonders bei dem geringeren Ölverbrauch in den Sommermonaten, hat man auch mit einem leereren Tank etwas mehr Zeit um den Markt ohne Handlungsdruck im Auge zu behalten.

Ölpreise - Entwicklungen am Ölmarkt

Die Ölpreise sind am Mittwoch zunächst weiter gesunken, haben dann jedoch ins Plus gedreht, nachdem die offiziellen US-Öllagerdaten bekannt gegeben wurden. Heute Morgen im frühen Handel war zwar wieder ein leichter Preisrückgang feststellbar, dennoch legten die Ölpreise auf den heutigen Donnerstag insgesamt zu. Die Nordsee-Ölsorte BRENT kletterte um 0,7 $/b und stand somit am Morgen bei 52,1 Dollar/Barrel. Die US-Ölsorte WTI legte um 0,6 $/b zu und wurde am Donnerstagmorgen bei 49,4 Dollar/Barrel gehandelt.

Der zuvor vom American Petroleum Institut (API) in Aussicht gestellte und für Preisdruck sorgende Öllageraufbau in den USA, wurde gestern nicht durch das Department of Energy (DOE) bestätigt. Im Gegenteil gab das DOE bekannt, dass die amerikanischen Rohöllager in der vergangenen Woche um weitere 1,5 Mio. Barrel gesunken sind. Gleichzeitig war auf bei den Lagerbeständen der Ölprodukte (Heizöl, Diesel und Benzin) ein Rückgang in Höhe von 2,7 Mio. Barrel zu verzeichnen. Somit fielen die gesamten US-Öllager um weitere 4,2 Mio. Barrel und befinden sich mit aktuell 859 Mio. Barrel nun auf dem tiefsten Stand seit Oktober letzten Jahres.

Trotz der erneut preisstützenden Impulse vom US-Ölmarkt, stellen viele Analysten die Nachhaltigkeit des jüngsten Preisanstieges weiterhin in Frage. Der Weltölmarkt ist weiterhin überversorgt und wird dies wohl auch noch eine ganze Weile bleiben. In den USA stehen Schieferölproduzenten in den Startlöchern, um bei anziehenden Ölpreisen die Ölförderung hoch zu fahren. Zudem hat sich laut der Nachrichtenagentur Bloomberg, auch im Juli wieder die gesamte Ölförderung der OPEC erhöht. Nachdem bereits im Juni die beschlossene Förderobergrenze nicht eingehalten wurde, ist die Förderung des Ölkartells im Juli wohl auf 32,9 Mio. Barrel pro Tag gestiegen. Vor allem Libyen hat mit einem Anstieg der Ölexporte um elf Prozent gegenüber dem Vormonat massiv zum Anstieg beigetragen.

Am 7. und 8. August will sich die OPEC-Allianz in Abu Dhabi treffen um über die weitere Vorgehensweise zu sprechen. OPEC-Leader Saudi-Arabien will das Angebots-Nachfrage-Verhältnis auf dem Weltölmarkt mit weiteren Ölexport-Kürzungen ins Gleichgewicht bringen. Allerdings sind kaum Unterstützer für dieses Vorhaben zu finden. Allen voran das Ölschwergewicht Russland schließt eine Ausweitung der Förderkürzungen kategorisch aus. Das Treffen wird daher wohl nur dazu dienen, die Ölförderländer, die sich zuletzt nicht mehr vollumfänglich an die bereits vereinbarten Produktionskürzungen gehalten haben, zumindest wieder auf Linie zu bringen.

Am Devisenmarkt setzt sich der Höhenflug des €uro gegen die Ölwährung Dollar weiter fort. Nachdem zum Wochenstart die Marke von 1,18 Dollar/€uro überschritten wurde, scheint für die europäische Gemeinschaftswährung nun auch ein Anstieg auf 1,19 €/$ möglich zu sein. Insgesamt hat der weiterhin auf einem 31-Monats-Hoch befindliche €urokurs somit einen preismindernden Effekt auf die europäischen Öleinkäufe und somit auf die heimischen Heizölpreise.

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