Heizölpreise auf neues Jahreshoch gestiegen

Heizölpreise - Bundesweite Preisentwicklung von Heizöl

Auf den heutigen Mittwoch sind die Heizölpreise im bundesweiten Durchschnitt um kräftige 1,4 Cent/Liter gestiegen. Mit aktuell 52,85 €uro pro 100 Liter Heizöl, sind die gemittelten Preise der tanke-günstig Partnerhändler somit auf ein neues Jahreshoch geklettert. Bei der regionalen Betrachtung der Preisentwicklung waren zur Wochenmitte in allen Bundesländern Preisanstiege zu verzeichnen. Am stärksten zogen die Heizölpreise mit gut 1,4 bis 1,9 Cent/Liter in Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland an. Die geringsten Preisanstiege entfielen mit gut 0,9 Cent/Liter auf Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein.


Entwicklungen am Ölmarkt

Nachdem die Rohölpreise zum Beginn dieser Woche etwas nachgegeben hatten, zogen sie zur Wochenmitte wieder an. Zunächst sah es am gestrigen Handelstag jedoch so aus als würden sich die Verluste der Ölnotierungen ausweiten, dann drehten die Preise jedoch ins Plus und legten auch am heutigen Mittwochmorgen weiter zu. Da der Anstieg hauptsächlich mit der Erwartung auf steigende US-Öllager begründet wurde, zog besonders die US-Rohölsorte WTI spürbar an. So kletterte WTI auf Mittwoch um 1,4 $/b und übersprang mit 49,3 Dollar/Barrel am Morgen sogar die Nordsee-Sorte BRENT, die um 1,1 $/b zugelegt hatte und am Mittwochmorgen bei 49,2 Dollar/Barrel gehandelt wurde.

Nun bewegen sich die Ölpreise doch wieder auf die 50-Dollar-Marke zu, die seit fast sieben Monaten nicht mehr überschritten wurde. Sollte diese Marke überschritten werden, so bleibt aber zumindest fraglich wie nachhaltig aktuell ein Ölpreis von über 50 Dollar/Barrel sein kann. Denn ein kurzfristiger Rückgang der US-Öllager war durch den Rückgang der kanadischen Ölförderung zu erwarten. Da sich die  Lage nach den starken Waldbränden in der kanadischen Ölregion Alberta zuletzt aber wieder verbessert hat, wichtige Ölförderländer ihre Produktion erhöhen wollen und zudem der weiter an Wert zulegende Dollar für eine schwächere Ölnachfrage außerhalb des Dollarraums sorgt, gibt es einige Faktoren die mittelfristig Druck auf die Ölpreise ausüben könnten.

Die Europäische Zentralbank (EZB) verkündete gestern, dass die größten Risiken für die Finanzstabilität im Euroraum aus Sicht der EZB die wirtschaftliche Entwicklung in großen Schwellenländern wie China und die Folgen von anhaltend niedrigen Ölpreisen sind. Ihre eigene expansive Geldpolitik stellt die EZB hingegen nicht in Frage, sondern hofft vielmehr auf eine Zinsanhebung in den USA und eine weitere Abwertung des €uro gegen den Dollar. Von daher sollte es im Sinne der EZB gewesen sein, dass der €uro am Devisenmarkt gestern weiter an Wert gegen den Dollar verloren hat und am Mittwochmorgen bei 1,115 Dollar/€uro stand.


Aussicht und Empfehlungen

Am Rohölmarkt starteten Börsenhändler gestern einen erneuten Versuch die Ölpreise über die Marke von 50 Dollar/Barrel zu hieven. Dies könnte kurzfristig auch von Erfolg gekrönt sein. Mittelfristig schätzen wir die Wahrscheinlichkeit für Preisrückgänge aber weiterhin etwas höher ein als die für weitere Preisanstiege. Eine Garantie für Preisnachlässe kann man, besonders bei dem zurzeit wieder stark spekulationsgetriebenen Marktumfeld, aber natürlich nicht geben. Aufgrund der weiterhin bestehenden Überversorgung des Weltölmarktes halten jedoch viele Analysten einen Preisrückgang in den kommenden Wochen für realistisch. Wer aktuell kein Risiko eingehen will oder einfach weniger spekulationsfreudig ist, der muss sich heute allerdings mit den höchsten Heizölpreisen des laufenden Jahres begnügen. Im Vergleich zu den zurückliegenden fünf Jahren muss ein Preisniveau von fast 53 Cent/Liter aber immer noch als günstig bezeichnet werden.

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