Heizölpreise auf April-Tief gefallen | Heizöl-News vom

um 08:44 Uhr von tanke-günstig Redaktion

Heizölpreise - Bundesweite Preisentwicklung von Heizöl

Zum Start der neuen Woche setzte sich die seit Ostern anhaltende Abwärtsbewegung der Heizölpreise weiter fort. So gaben die Heizölpreise im bundesweiten Durchschnitt um weitere gut 0,7 Cent/Liter nach. Bei einer Bestellung von 2.000 Litern Heizöl befinden sich die Heizölpreise mit aktuelle 57,91 €uro/100 Liter somit auf dem tiefsten Stand des laufenden Monats.

Bei der regionalen Betrachtung der Preisentwicklung waren zum Wochenbeginn erneut flächendeckende Preisrückgänge in allen Bundesländern feststellbar. Bei der Höhe der Preisnachlässe zeigte sich jedoch ein zweigeteiltes Bild. So gaben die Heizölpreise in Bremen, Hessen, Hamburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein und dem Saarland um kräftige 1,0 bis 1,1 Cent/Liter nach. In Brandenburg, Berlin, Baden-Württemberg, Bayern, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen waren hingegen nur geringere Preisrückgänge zwischen 0,1 bis 0,6 Cent/Liter zu verzeichnen.

 

Aussicht und Empfehlungen

Kurzfristig betrachtet sollten Verbraucher vorerst noch abwarten ob die aktuell fallenden Heizölpreisen noch weiter nachgeben. Sobald die Talsohle jedoch erreicht ist, scheint es derzeit sinnvoller zu sein eine Heizölbestellung nicht bis in den Herbst oder Winter aufzuschieben. Denn auch wenn es am hoch spekulativen Ölmarkt fast nie eine 100-prozentige Sicherheit gibt, verdichtet sich aktuell ein Bild, das auf längere Sicht für steigende Heizölpreise spricht.

Zwar halten einige Faktoren, wie der Ausbau der US-Schieferölförderung oder die hohen Öllagerbestände, die Ölpreise auch weiterhin unter Druck, dennoch würde eine Verlängerung der OPEC-Förderkürzung wohl stärker ins Gewicht fallen und könnte die immer noch auf niedrigem Preislevel befindlichen Ölpreise in den kommenden Monaten tendenziell steigen lassen.

Verbraucher sollten daher bei einer Kaufentscheidung zurzeit die Option einer anhaltenden Erholung der Ölpreise berücksichtigen. Auf Jahressicht gesehen kann es sich daher aktuell lohnen zumindest mit der Bestellung einer Teilmenge auf Nummer Sicher zu gehen.

Ölpreise - Entwicklungen am Ölmarkt

 

Die erste Runde bei der Präsidentschaftswahl in Frankreich hat sich über Umwege auch leicht auf den Ölpreis ausgewirkt. Nachdem feststand, dass der einzige europafreundliche Präsidentschaftskandidat Emmanuel Macron die meisten Stimmen erhalten hatte und nun gegen die Rechtspopulistin Le Pen als klarer Favorit in die Stichwahl geht, konnte der €uro mit 1,085 Dollar/€uro gegen die Ölwährung Dollar auf einen der höchsten Stände des Jahres klettern. Die Dollarschwäche hat wiederum heute Morgen im frühen Handel dazu geführt, dass die Ölpreise leicht zulegten, weil ein schwächerer Dollar zumeist eine Belebung der Ölnachfrage außerhalb des Dollarraums nach sich zieht.

Da die Ölpreise am Freitag jedoch zunächst weiter gefallen waren, wiesen die beiden Rohöl-Leitsorten am heutigen Montagmorgen im Vergleich zu Freitagmorgen dennoch ein Minus auf. Die Nordsee-Ölsorte BRENT notierte knapp 0,8 $/b leichter und stand am Montagmorgen bei 52,3 Dollar/Barrel. Die US-Ölsorte WTI fiel um knapp 0,4 $/b und wurde mit 49,9 Dollar/Barrel zum ersten Mal im April wieder unter der 50-Dollar-Marke gehandelt.

Neben der steigenden US-Ölförderung und den anhaltend hohen Öllagerbeständen sorgte zuletzt auch ein Rückgang von Spekulationen auf eine Verlängerung der OPEC- Förderkürzung, welche die Ölpreise im April zunächst spürbar gestützt hatten, für fallende Rohölpreise. In den letzten Wochen war die Zuversicht der Händler massiv gestiegen, dass die OPEC ihre zunächst nur bis Juli beschlossene Förderobergrenze in die zweite Jahreshälfte verlängern wird. Aktuell kommen daran jedoch wieder Zweifel auf.

Für eine Verlängerung sprechen würde, dass das Ölkartell die Ziele, die mit der Förderkürzung angestrebt wurden bisher nicht erreichen konnte. Andererseits ist eine Verlängerung der Förderobergrenze nur mit Saudi-Arabien umsetzbar und hier äußerten sich Vertreter zuletzt kritisch darüber, dass von der Angebotsverknappung bisher vor allem die US-Schieferölförderung profitiert zu haben scheint.

Zudem könnte eine Verlängerung der Förderkürzung zur Stärkung des Irans, dem regionalen, politischen Erzrivalen der Saudis führen. Eine Entscheidung zur Verlängerung der Förderobergrenze wird das Ölkartell vermutlich auf dem nächsten regulären OPEC-Meeting Ende Mai treffen.

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