Heizölpreise weiterhin vom Ölmarkt entkoppelt

Heizölpreise - Bundesweite Preisentwicklung von Heizöl

Auf den heutigen Dienstag haben die Heizölpreise leicht zugelegt. Im bundesweiten Durchschnitt war ein Anstieg in Höhe von 0,2 Cent/Liter feststellbar, so dass eine Bestellung von 2.000 Litern Heizöl am Morgen 93,27 €uro/100 Liter kostete. Trotz zuletzt kräftig gesunkener Rohölpreise, befinden sich die Heizölpreise weiterhin auf dem höchsten Stand seit über zehn Jahren. Massive Versorgungsprobleme haben besonders im Südwesten Deutschlands zu einer Ausnahmesituation im Heizölhandel geführt und die Heizölpreise von den Entwicklungen am Weltölmarkt entkoppelt.

Bei der regionalen Betrachtung der Preisentwicklung zeigte sich heute ein ganz unterschiedliches Bild in den einzelnen Bundesländern. In sieben Bundesländern gingen die Heizölpreise zurück und in neun Bundesländern waren Preisanstiege zu verzeichnen. Der mit Abstand deutlichste Preisrückgang entfiel mit gut 2,0 Cent/Liter auf Sachsen-Anhalt, gefolgt vom Saarland, wo die Heizölpreise um 0,6 Cent/Liter nachgaben. Auch in Brandenburg, Berlin, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern und Rheinland-Pfalz waren leichte Preisnachlässe zwischen 0,1 und 0,2 Cent/Liter feststellbar. Auf der anderen Seite zogen die Heizölpreise in Bayern um spürbare 1,0 Cent/Liter an und in den verbleibenden Bundesländern waren Preisanstiege zwischen 0,1 und 0,6 Cent/Liter zu verzeichnen.

 

Heizölpreise - Prognose und Empfehlung

Zurzeit sollten Heizölverbraucher, die ausreichend Heizöl im Tank haben, versuchen die aktuelle Situation auszusitzen und mit einer Heizölbestellung zu warten bis die transportbedingten Preisaufschläge im Heizölhandel zurückgenommen werden können. Wer aktuell jedoch dringend Heizöl benötigt, der sollte lediglich die Bestellung einer kleinere Menge Heizöl in Betracht ziehen und den Tank zu einem späteren Zeitpunkt weiter befüllen. Im Falle einer Bestellung müssen sich Heizölverbraucher zurzeit nicht nur auf hohe Heizölpreise einstellen, sondern auch auf lange Lieferfristen.

Der Grund für diese Empfehlung liegt darin, dass sich die Heizölpreise zurzeit deutlich über dem Preislevel befinden, dass die Vorgaben vom Ölmarkt hergeben würden. Denn von Seiten des Weltölmarktes könnte es für Heizölkunden zurzeit kaum besser laufen. Trotz des Ölembargos gegen das drittgrößte OPEC-Ölförderland Iran befinden sich die Ölpreise seit Wochen im freien Fall. Begründet wird der fast 20-prozentige Preiseinbruch einerseits mit schwächeren Aussichten zur Weltwirtschaft, welche einen weniger starken Anstieg der Ölnachfrage erwarten lassen und zudem die Stimmung an den Finanzmärkten eingetrübt haben. Auf der anderen Seite sind Sorgen vor einem Angebotsrückgang am Weltölmarkt verschwunden. Die OPEC konnte ihre Ölförderung zuletzt erhöhen und zudem darf der Iran weiterhin in mindestens acht Länder Öl importieren, ohne dass diese US-Sanktionen befürchten müssten.

Hierzulande haben sich die Heizölpreise jedoch vom Weltölmarkt entkoppelt, weil das anhaltende Niedrigwasser entlang des Rheins, fehlende günstige Transportalternativen und auch Raffinerieausfälle dazu geführt haben, dass der Heizölhandel im Südwesten Deutschlands mit großen Versorgungsproblemen kämpft. Bei einer normalen Versorgungslage könnte eine 2.000 Liter Heizölbestellung im bundesweiten Durchschnitt zurzeit bei etwa 77 €uro/100 Liter liegen, so dass sich bei den Heizölpreisen im Norden Deutschlands zurzeit ein Abwärtspotential von rund zehn Prozent ergibt und im Süden könnten die Heizölpreise sogar bis zu 25 Prozent günstiger sein.

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