Heizölpreise weiterhin knapp unter 6-Monatshoch

Heizölpreise - Bundesweite Preisentwicklung von Heizöl

Zum Start der neuen Woche sind die Heizölpreise zurückgegangen, nachdem sie am Wochenende auf neue Halbjahres-Höchststände geklettert waren. Nach dem leichten Preisrückgang von gestern gaben die Heizölpreise auf den heutigen Dienstag im bundesweiten Durchschnitt um weitere 0,5 Cent/Liter nach, so dass eine Bestellung von 2.000 Litern Heizöl aktuell 74,50 €uro/100 Liter kostet.

Die zum Ende der vergangenen Woche deutlich verschlechterten Preisvorgaben vom Rohöl- und Devisenmarkt haben sich aktuell verbessert und sich wieder auf das Niveau vom vergangenen Donnerstag begeben. Allerdings kommen aus dem Inland weiterhin preisstützende Impulse, weil die Großraffinerie Leuna ihren Betrieb einstellen musste, um zu prüfen, ob an der Anlage Schäden durch kontaminiertes Rohöl aus Russland entstanden sind.

Bei der Betrachtung der regionalen Preisentwicklungen zeigt sich auch heute wieder, dass vor allem Verbraucher im Osten und Südosten Deutschlands von dem Raffinerieausfall, der aktuell auf zwei Wochen geschätzt wird, betroffen sind. So zogen die Heizölpreise zum Wochenbeginn in Bayern, Sachsen und Thüringen zwischen 0,6 und 1,2 Cent/Liter an, während in allen anderen Bundesländern wieder Preisrückgänge zu verzeichnen waren. Mit 0,2 bis 0,4 Cent/Liter gingen die Heizölpreise in Brandenburg, Berlin und Nordrhein-Westfalen zwar nur leicht zurück, in allen anderen Bundesländern waren jedoch Preisnachlässe von 0,8 bis 1,4 Cent/Liter feststellbar.

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Heizölpreise - Prognose und Empfehlung

Die Lage am Ölmarkt wird weiterhin durch geopolitische Faktoren bestimmt, die jedoch teilweise gegeneinander wirken. Auf der einen Seite werden die Ölpreise durch den sich weiter verschärfenden Handelsstreit zwischen den USA und China belastet. Auf der anderen Seite bekommen die Ölpreise jedoch Auftrieb durch die Förderkürzung des OPEC+ Verbundes, die laut jüngsten Aussagen aus Saudi-Arabien in die zweite Jahreshälfte hinein verlängert werden soll. Zudem werden die Ölpreise durch ungeplante Produktionsausfälle in zahlreichen Förderländern und die politischen Spannungen im Nahen Osten gestützt.

Für Heizölverbraucher ist die aktuelle Situation schwer zu bewerten. Zwar sind die Heizölpreise in den vergangenen Tagen auf Langzeit-Höchststände gestiegen, was eher gegen einen Heizölkauf spricht. Andererseits ist das Risiko für steigende Heizölpreise aktuell höher als die Chance auf fallende Preise und für den weiteren Jahresverlauf sieht es ebenfalls nach tendenziell steigenden Rohöl-, Gasöl- und Heizölpreisen aus.

Wer spekulationsfreudig eingestellt ist, kann zwar darauf setzen, dass der OPEC+ Verbund seine Ölförderung im zweiten Halbjahr anheben wird, doch insgesamt erscheint der aktuelle Kaufzeitpunkt weiterhin vernünftig, auch um eine weitsichtige Heizölbestellung für den nächsten Winter in Betracht zu ziehen. Dies gilt jedoch nicht für Verbraucher im Osten und Süden Deutschlands, denn diese sollten zurzeit darauf setzen, dass die Heizölpreise wieder nachgeben werden, wenn die Großraffinerie Leuna ihren Betrieb wieder aufnimmt.

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