Heizölpreise springen auf neues Halbjahres-Hoch

Heizölpreise - Bundesweite Preisentwicklung von Heizöl

Zum Wochenausklang zogen die Heizölpreise kräftig an und schossen am Freitagmorgen sogar auf einen neuen Höchststand seit Anfang Dezember des vergangenen Jahres. So kletterten die Heizölpreise heute im bundesweiten Durchschnitt um weitere 1,4 Cent/Liter. Eine Bestellung von 2.000 Litern Heizöl kostet somit aktuell 74,96 €uro/100 Liter. Nicht nur die angespannte Lage am Persischen Golf, die zu steigenden Preisen am Weltölmarkt führte und der zuletzt wieder gegen die Ölwährung US-Dollar nachgebende €urokurs, ließen die Heizölpreise hierzulande steigen.

Darüber hinaus verschärfen zurzeit auch inländische Faktoren die Preissetzung am Heizölmarkt, denn im Osten Deutschland musste eine Großraffinerie den Betrieb einstellen. Bereits seit einigen Wochen hatte die Raffinerie in Leuna nur noch auf Lagerkapazitäten zurückgegriffen, weil über die angeschlossene Pipeline aus Russland zuletzt kontaminiertes Rohöl geliefert wurde, dass nicht weiterverarbeitet werden konnte. Von dem jetzigen Produktionsstop werden vor allem Verbraucher im Osten und Südosten der Republik betroffen sein, die sich nun auf deutlich steigende Heizölpreise einstellen müssen.

Dies spiegelt sich auch bei der heutigen Betrachtung der regionalen Preisentwicklungen wieder, denn die kräftigsten Preiserhöhungen waren heute mit massiven 1,9 bis 2,2 Cent/Liter in Brandenburg, Berlin, Baden-Württemberg, Bayern, Sachsen und Thüringen zu verzeichnen. Aber auch in allen anderen Bundesländern kletterten die Heizölpreise am heutigen Freitag um spürbare 0,9 bis 1,4 Cent/Liter.

Heizölpreise - Prognose und Empfehlung

Die Lage am Ölmarkt wird weiterhin durch geopolitische Faktoren bestimmt, die jedoch teilweise gegeneinander wirken. So wären die Ölpreise wohl schon lange auf neue Jahreshöchststände gestiegen, wenn der Handelsstreit zwischen den USA und China nicht für eine eingetrübte Stimmung an den Börsen gesorgt hätte. Als in dieser Woche jedoch bekannt wurde, dass zumindest ein möglicher US-Handelsstreit mit der EU vorerst vom Tisch ist, rückte am Ölmarkt sofort die angespannte Lage im Nahen Osten in den Fokus und die Ölpreise legten kräftig zu.

Für Heizölverbraucher ist die aktuelle Situation schwer zu bewerten, weil die Lage am internationalen Ölmarkt undurchsichtig bleibt und stark von politischen Entscheidungen abhängig ist. Allerdings ist das Risiko für steigende Heizölpreise zurzeit deutlich höher als die Chance auf fallende Preise. So steigt die globale Erdöl-Nachfrage derzeit stabil und auch die Weltwirtschaft wächst, während das Ölangebot mit erheblichen Risiken im Nahen Osten, Venezuela, Libyen und anderen Förderländern versehen ist.

Wer einen gut gefüllten Heizöltank hat und eher spekulationsfreudig eingestellt ist, kann aktuell darauf setzen, dass der OPEC+ Verbund seine Ölförderung im zweiten Halbjahr anheben wird. Zudem können besonders Verbraucher im Osten und Süden Deutschlands darauf setzen, dass die Heizölpreise wieder nachgeben werden, wenn die Großraffinerie Leuna den Betrieb wieder aufnimmt. Für alle anderen Heizölkunden erscheint der aktuelle Kaufzeitpunkt weiterhin vernünftig, auch um eine weitsichtige Heizölbestellung für den nächsten Winter in Betracht zuziehen.

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