Heizölpreise geben zaghaft nach

Heizölpreise - Bundesweite Preisentwicklung von Heizöl

Zur Wochenmitte sind die Heizölpreise im bundesweiten Durchschnitt um 0,3 Cent/Liter gesunken. Damit kostet eine Bestellung von 2.000 Litern Heizöl aktuell 92,97 €uro/100 Liter und ist somit zwar so „günstig“ wie seit zwei Woche nicht mehr, dennoch bleibt das Abwärtspotential der Heizölpreise enorm groß. Sobald sich die angespannte Versorgungslage des Heizölhandels im Südwesten Deutschlands wieder normalisiert und sich die Heizölpreise wieder vorrangig an den Vorgaben vom Ölmarkt orientieren, könnten die Heizölpreise je nach Region um 10 bis 25 Prozent sinken.

Bei der regionalen Betrachtung der Preisentwicklung waren am heutigen Mittwoch überwiegend Preisrückgänge zu verzeichnen. Lediglich in Bayern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen kletterten die Heizölpreise am Morgen um 0,1 bis 0,5 Cent/Liter. In allen anderen Bundesländern lagen die Preisrückgänge zwischen minimalen 0,1 und spürbaren 1,0 Cent/Liter. Die kräftigsten Preisnachlässe entfielen dabei auf Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Am wenigsten gingen die Heizölpreise hingegen in Baden-Württemberg und Mecklenburg-Vorpommern zurück.

 

 

Heizölpreise - Prognose und Empfehlung

Aktuell sollten Verbraucher, die ausreichend Heizöl im Tank haben, versuchen die zurzeit schwierige Versorgungslage am Heizölmarkt auszusitzen und mit einer Heizölbestellung zu warten bis die transportbedingten Preisaufschläge zurückgenommen werden können. Wer aktuell jedoch dringend Heizöl benötigt, der sollte lediglich die Bestellung einer kleineren Menge Heizöl in Betracht ziehen und den Tank zu einem späteren Zeitpunkt weiter befüllen. Im Falle einer Bestellung müssen sich Heizölverbraucher zurzeit nicht nur auf hohe Heizölpreise einstellen, sondern auch auf lange Lieferfristen.

Der Grund für diese Empfehlung liegt darin, dass sich die Heizölpreise zurzeit deutlich über dem Preislevel befinden, dass die Vorgaben vom Ölmarkt hergeben würden. Denn von Seiten des Weltölmarktes könnte es für Heizölkunden zurzeit kaum besser laufen. Trotz des Ölembargos gegen das drittgrößte OPEC-Ölförderland Iran befinden sich die Ölpreise seit Wochen im freien Fall. Begründet wird der fast 20-prozentige Preiseinbruch einerseits mit schwächeren Aussichten zur Weltwirtschaft, welche einen weniger starken Anstieg der Ölnachfrage erwarten lassen und zudem die Stimmung an den Finanzmärkten eingetrübt haben. Auf der anderen Seite sind Sorgen vor einem Angebotsrückgang am Weltölmarkt verschwunden. Die OPEC konnte ihre Ölförderung zuletzt erhöhen und zudem darf der Iran weiterhin in mindestens acht Länder Öl importieren, ohne dass diese US-Sanktionen befürchten müssten.

Hierzulande haben sich die Heizölpreise jedoch vom Weltölmarkt entkoppelt, weil das anhaltende Niedrigwasser entlang des Rheins, fehlende günstige Transportalternativen und auch Raffinerieausfälle dazu geführt haben, dass der Heizölhandel im Südwesten Deutschlands mit großen Versorgungsproblemen kämpft. Bei einer normalen Versorgungslage könnte eine 2.000 Liter Heizölbestellung im bundesweiten Durchschnitt zurzeit bei etwa 77 €uro/100 Liter liegen, so dass sich bei den Heizölpreisen im Norden Deutschlands zurzeit ein Abwärtspotential von rund zehn Prozent ergibt und im Süden könnten die Heizölpreise sogar bis zu 25 Prozent günstiger sein.

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