Heizölpreise auf neuem Langzeithoch

Heizölpreise - Bundesweite Preisentwicklung von Heizöl

Zum Wochenausklang haben die Heizölpreise im bundesweiten Durchschnitt um weitere 0,5 Cent/Liter zugelegt. Damit kostet eine Bestellung von 2.000 Litern Heizöl aktuell 68,43 €uro/100 Liter, was gleichbedeutend mit dem höchsten Preisniveau seit Mitte Mai 2015 ist. Der Grund für den heutigen Preisanstieg ist nicht bei den Rohöl- und Gasölnotierungen zu finden, denn diese haben sich gestern kaum verändert. Heute hat der schwächere €uro dazu beigetragen, dass die Heizölpreise weiter anzogen.

Vor dem Hintergrund des massiven Ölpreisanstieges der vergangenen Wochen, sind die Wertverluste des €uro gegen den Dollar fast untergegangen, obwohl diese auch einen spürbaren Anteil an den nun deutlich höheren Heizölpreisen haben. So hat der €uro innerhalb von einem Monat rund drei Prozent an Wert gegen die Ölwährung verloren, was die Heizölpreise fast im gleichen Umfang nach oben gedrückt hat.

Bei der Betrachtung der regionalen Preisentwicklung zeigte sich heute ein recht einheitliches Bild mit Preisanstiegen in fast allen Bundesländern. Lediglich in Nordrhein-Westfalen gingen die Heizölpreise um leichte 0,1 Cent/Liter zurück. In allen anderen Bundesländern lagen die Preisanstiege zwischen 0,4 und 1,7 Cent/Liter. Dabei entfiel das mit Abstand kräftigste Preisplus auf das Saarland, gefolgt von Hessen und Rheinland-Pfalz. Die geringsten Preisanstiege waren hingegen in Brandenburg, Berlin, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen feststellbar.

Heizölpreise - Prognose und Empfehlung

Die Lage am Ölmarkt ist zurzeit undurchsichtig, was es den deutschen Heizölverbrauchern schwer macht abzuschätzen, ob man mit einer Heizölbestellung warten oder doch besser jetzt zuschlagen sollte.

Klar ist, dass ein Großteil des jüngsten Ölpreis-Anstiegs auf Spekulationen beruht. Allerdings sorgen auch geopolitische Risiken im Hinblick auf die weitere Iran-Politik der USA, ein verhaltender Anstieg der US-Ölförderung bei gleichzeitiger Ausweitung der OPEC-Förderkürzung und einer stark anziehenden, globalen Ölnachfrage dafür, dass die Ölpreise gestützt werden.

Egal ob fakten- oder spekulationsbasiert, die Stimmung am Ölmarkt bleibt bullisch und die Rohölpreise stehen weiterhin in der Nähe ihres Dreieinhalb-Jahres-Hochs. Preisstützende Meldungen werden zurzeit sofort aufgegriffen, bei der Rücknahme von Risikoaufschlägen reagieren Händler zurzeit jedoch zurückhaltend, obwohl sich einigen Krisen wieder normalisiert haben.

Für Heizölverbraucher ist die Situation weiterhin schwer zu bewerten. Es kann durchaus sein, dass die jüngste Spekulationsblase bald platzt und dann hätten die Ölpreise ein beachtliches Abwärtspotential. Andererseits könnte sich der Anstieg zunächst auch fortsetzen, so dass eine Abwärtskorrektur erst auf einem so hohen Preislevel starten könnte, dass es schwer werden könnte wieder zu deutlich günstigeren Preisen Heizöl zu bestellen.

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