Heizölpreise außer Rand und Band

Heizölpreise - Bundesweite Preisentwicklung von Heizöl

Zum Wochenausklang sind die Heizölpreise im bundesweiten Durchschnitt um 0,8 Cent/Liter gesunken. Damit sind die Heizölpreise heute deutlicher zurückgegangen als es die Rohölpreise vorgegeben hätten, doch von den Entwicklungen am Ölmarkt haben sich die Preise am deutschen Heizölmarkt sowieso schon vor mehreren Wochen verabschiedet. Während die Rohölsorte BRENT gestern auf ein Zweieinhalb-Monatstief gefallen ist kostet eine Bestellung von 2.000 Litern Heizöl aktuell 94,23 €uro/100 Liter und ist somit so teuer wie seit über 10 Jahren nicht mehr.

Zudem unterscheiden sich die Heizölpreise zurzeit regional auch sehr viel deutlicher als dies üblicherweise der Fall ist. So beträgt der Preisunterschied zwischen dem Norden und dem Südwesten Deutschlands, bei einer 2.000 Liter Heizölbestellung aktuell bis zu 30 Cent je Liter. Daher ist es zurzeit auch besonders wichtig bei Aussagen zur Entwicklung der Heizölpreise regional zu differenzieren und somit passt es heute auch ins Bild, dass die Heizölpreise am Freitagmorgen in allen Bundesländern, außer Baden-Württemberg, Bayern und dem Saarland, gesunken sind.

Mit Brandenburg, Berlin, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein, Sachsen-Anhalt gaben die Heizölpreise heute sogar in vielen Bundesländern um kräftige 1,0 bis 1,4 Cent/Liter nach. In Hessen, Rheinland-Pfalz, Sachsen und Thüringen lagen die Preisrückgänge zwischen 0,3 und 0,5 Cent/Liter. Nur in Baden-Württemberg, Bayern und dem Saarland verharrten die Heizölpreise auf dem Vortagesniveau oder kletterten sogar um leichte 0,1 Cent/Liter.

 

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Heizölpreise - Prognose und Empfehlung

Für die deutschen Heizölverbraucher sind die jüngsten Entwicklungen in mehrfacher Hinsicht kurios. Trotz dem am Wochenende beginnenden Ölembargo gegen das drittgrößte OPEC-Ölförderland Iran und einer weiterhin wenig üppigen Angebotslage am Weltölmarkt befinden sich die Ölpreise zurzeit im freien Fall. Vor einem Monat hatte kaum jemand damit gerechnet, dass wir in diesem Jahr nochmal Ölpreise von unter 80 Dollar sehen werden und jetzt steht die Ölsorte BRENT nur noch knapp über der 70-Dollar-Marke.

In der Hinsicht könnte es für Verbraucher kaum besser laufen, doch leider haben sich die Heizölpreise hierzulande im Oktober deutlich von den Rohölpreisen entkoppelt. Und damit kommen wir zur zweiten Kuriosität dieser Tage, denn aktuell kämpft der heimische Heizölhandel mit den größten Versorgungsproblemen der vergangenen Jahrzehnte. Das anhaltende Niedrigwasser entlang des Rheins, fehlende günstige Transportalternativen und auch Raffinerieausfälle haben den Heizölhandel im Südwesten Deutschlands nahezu lahm gelegt.

Dies führt dazu, dass die kräftigen Preisrückgänge vom Ölmarkt nicht auf dem deutschen Heizölmarkt ankommen. Ohne die beschriebenen Probleme könnte eine 2.000 Liter Heizölbestellung im bundesweiten Durchschnitt ansonsten bei etwa 77 €uro/100 Liter liegen. Dementsprechend sind die Heizölpreise im Norden Deutschlands aktuell mit Preisaufschlägen von rund zehn Prozent versehen und im Süden müssen Heizölkunden bis zu 30 Prozent mehr zahlen. Diese Aufschläge zeigen in etwa auch das Abwärtspotential auf, das die Heizölpreise in diesen Regionen haben, wenn sich die Versorgungslage wieder normalisiert.

Wer ausreichend Heizöl im Tank hat sollte daher versuchen die aktuelle Situation auszusitzen und mit einer Heizölbestellung zu warten bis die transportbedingten Preisaufschläge zurückgenommen werden. Wer aktuell dringend Heizöl benötigt sollte lediglich eine kleinere Teilmenge Heizöl kaufen und den Tank zu einem späteren Zeitpunkt weiter befüllen. Im Falle einer Bestellung müssen sich Heizölverbraucher zurzeit nicht nur auf hohe Heizölpreise einstellen, sondern auch auf lange Lieferfristen.

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