Ausnahmezustand hält weiter an

Heizölpreise - Bundesweite Preisentwicklung von Heizöl

Die Heizölpreise haben auf den heutigen Dienstag leicht nachgegeben, befinden sich jedoch weiterhin auf einem so hohen Preislevel, wie wir es bisher ausschließlich vor dem Börsencrash im Jahr 2008 gesehen haben. Im bundesweiten Durchschnitt gingen die Heizölpreise heute Morgen um 1,6 Cent/Liter zurück, so dass eine Bestellung von 2.000 Litern Heizöl aktuell 94,03 €uro/100 Liter kostet.

Ohne die Versorgungsprobleme, die sich vor allem im Südwesten Deutschlands, aufgrund von anhaltendem Niedrigwasser auf wichtigen Schifffahrtsrouten und den jüngsten Raffinerieausfällen ergeben haben, könnten die Heizölpreise je nach Region aktuell zwischen 75 und 85 €uro/100 Liter kosten. Doch die Preise haben sich hierzulande deutlich von den Vorgaben vom Rohöl- und Devisenmarkt entkoppelt.

Bei einer 2.000 Liter Heizölbestellung beträgt der Preisunterschiede zwischen der teuersten und günstigsten Region aktuell bis zu 30 Cent je Liter Heizöl, weshalb es zurzeit besonders wichtig ist bei der Betrachtung der Heizölpreise regional zu differenzieren. Bis vor einer Woche konnten zumindest im Norden und Osten der Bundesrepublik Preissteigerungen vermieden werden, doch aktuell wirkt sich die angespannte Versorgungslage im Südwesten auch immer stärker auf die Heizölpreise in diesen Regionen aus. Während die Preise am Weltölmarkt im Oktober um rund sieben Prozent gefallen sind, haben die Heizölpreise im Süden Deutschlands um rund 24 Prozent zugelegt und auch im Norden ergeben sich mittlerweile Preiserhöhungen von rund neun Prozent.

Heute Morgen gaben die Heizölpreise flächendeckend in allen Bundesländern nach. Mit 2,0 bis 2,4 Cent/Liter waren die kräftigsten Preisnachlässe in Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein feststellbar, gefolgt von Brandenburg, Berlin, Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt, wo die Heizölpreise um 1,8 bis 1,9 Cent/Liter zurückgingen. Die geringsten Preisrückgänge entfielen mit rund einem Cent je Liter auf das Saarland, Sachsen und Thüringen.

Heizölpreise - Prognose und Empfehlung

Nach dem jüngsten Einbruch der Ölpreise, kann am Weltölmarkt kaum mit weiteren Preisrückgängen gerechnet werden. Immerhin beruht der aktuelle Rückgang der Ölpreise nicht auf einer besseren Angebotslage sondern darauf, dass Rohöl auch ein spekulatives Finanzprodukt ist, dass durch die schlechte Stimmung an den Aktienmärkten nach unten gezogen wurde. Zum Monatsbeginn hatte kein Marktbeobachter damit gerechnet, dass wir in diesem Jahr nochmal Ölpreise von unter 80 Dollar sehen werden und wenn sich die Stimmung an den Finanzmärkten wieder aufhellt und/oder am Ölmarkt wieder die Angebotsrisiken, z.B. durch das bevorstehende Ölembargo gegen den Iran in den Fokus rücken, muss tendenziell mit steigenden Ölpreisen gerechnet werden.

Die aktuelle Entwicklung der Heizölpreise ist zurzeit jedoch vom Geschehen am Weltölmarkt entkoppelt. Daher spielen nicht nur die Aussichten für den Ölmarkt eine Rolle, vielmehr rücken zurzeit inländische Faktoren stärker in den Fokus der Preisentwicklung. Durch den anhaltend niedrigen Wasserstand entlang des Rheins, gepaart mit den jüngsten Raffinerieausfällen und einer hohen Nachfrage der Heizölverbraucher, ist es vor allem im Südwesten Deutschlands zu einem massiven Anstieg der Heizölpreise gekommen. Aufgrund der hohen Logistikaufwände belaufen sich die Preisaufschläge dort aktuell auf etwa 24 Prozent. Diese Aufschläge zeigen gleichzeitig aber auch das Abwärtspotential, das die Heizölpreise haben, wenn sich die Versorgungslage in diesen Regionen wieder normalisiert.

Wer ausreichend Heizöl im Tank hat sollte die aktuelle Situation daher versuchen auszusitzen und mit einer Heizölbestellung warten bis die transportbedingten Preisaufschläge zurückgenommen werden. Dies gilt nach den massiven Preisanstiegen vom Wochenende nun auch für Heizölkunden im Norden und Osten Deutschlands. Wer aktuell dringend Heizöl benötigt sollte lediglich eine kleinere Teilmenge Heizöl kaufen und den Tank zu einem späteren Zeitpunkt weiter befüllen. Neben den hohen Heizölpreisen müssen sich Kunden im Falle einer Bestellung auch auf lange Lieferfristen einstellen.

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