Ausnahmezustand am deutschen Heizölmarkt

Heizölpreise - Bundesweite Preisentwicklung von Heizöl

Die angespannte Versorgungslage des Heizölhandels im Südwesten Deutschlands wirkt sich aktuell auch immer stärker auf die Heizölpreise in der gesamten Bundesrepublik aus. Während die Heizölpreise im Norden und Osten im bisherigen Monatsverlauf noch recht stabil gehalten wurden, schwappten die massiven Preissteigerungen am Wochenende auch auf diese Regionen über, so dass sich im bundesweiten Durchschnitt zurzeit so hohe Heizölpreise ergeben, wie wir sie bisher ausschließlich vor dem Börsencrash im Jahr 2008 gesehen haben.

So sind die Heizölpreise am Wochenende im bundesweiten Durchschnitt um unfassbare 6,3 Cent/Liter angezogen und haben dieses Preislevel auch zum Start der neuen Woche gehalten. Aktuell kostet eine Bestellung von 2.000 Litern Heizöl somit 95,66 €uro/100 Liter, was gleichbedeutend mit dem höchsten Stand seit über zehn Jahren ist.

Aufgrund des anhaltenden Niedrigwassers auf wichtigen Schifffahrtsrouten und den jüngsten Raffinerieausfällen, haben sich die Heizölpreise hierzulande massiv von den Ölpreisen entkoppelt. Während die Preise am Weltölmarkt im Oktober um rund sieben Prozent gefallen sind, haben die Heizölpreise um 18 Prozent zugelegt. Im manchen Regionen Deutschlands beträgt der Preisanstieg sogar bis zu 30 Prozent, weshalb es zurzeit besonders wichtig ist bei der Entwicklung der Heizölpreise regional zu differenzieren.

Am Wochenende waren die kräftigsten Preisanstiege im bisher recht gut davon gekommen Norden und Osten Deutschlands zu verzeichnen. Mit 7,0 bis 7,4 Cent/Liter entfielen massive Preisanstiege auf Brandenburg, Berlin, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Sachsen-Anhalt. Am wenigsten kletterten die Heizölpreise mit 4,3 bis 4,5 Cent/Liter in Baden-Württemberg, Bayern und dem Saarland, also dort wo es in der Vorwoche zu enormen Preisanstiegen gekommen war. Auch in Hessen, wo die Wahl mal wieder hauchdünn entschieden wurde, legten die Heizölpreise um vergleichsweise geringe 5,1 Ct/L zu.

Heizölpreise - Prognose und Empfehlung

Nach dem jüngsten Einbruch der Ölpreise, kann am Weltölmarkt kaum mit weiteren Preisrückgängen gerechnet werden. Immerhin beruht der aktuelle Rückgang der Ölpreise nicht auf einer besseren Angebotslage sondern darauf, dass Rohöl auch ein spekulatives Finanzprodukt ist, dass durch die schlechte Stimmung an den Aktienmärkten nach unten gezogen wurde. Zum Monatsbeginn hatte kein Marktbeobachter damit gerechnet, dass wir in diesem Jahr nochmal Ölpreise von unter 80 Dollar sehen werden und wenn sich die Stimmung an den Finanzmärkten wieder aufhellt und/oder am Ölmarkt wieder die Angebotsrisiken, z.B. durch das bevorstehende Ölembargo gegen den Iran in den Fokus rücken, muss tendenziell mit steigenden Ölpreisen gerechnet werden.

Die aktuelle Entwicklung der Heizölpreise ist zurzeit jedoch vom Geschehen am Weltölmarkt entkoppelt. Daher spielen nicht nur die Aussichten für den Ölmarkt eine Rolle, vielmehr rücken zurzeit inländische Faktoren stärker in den Fokus der Preisentwicklung. Durch den anhaltend niedrigen Wasserstand entlang des Rheins, gepaart mit den jüngsten Raffinerieausfällen und einer hohen Nachfrage der Heizölverbraucher, ist es vor allem im Südwesten Deutschlands zu einem massiven Anstieg der Heizölpreise gekommen. Aufgrund der hohen Logistikaufwände belaufen sich die Preisaufschläge dort aktuell auf bis zu 25 Prozent. Diese Aufschläge zeigen gleichzeitig aber auch das Abwärtspotential, das die Heizölpreise haben, wenn sich die Versorgungslage in diesen Regionen wieder normalisiert.

Wer ausreichend Heizöl im Tank hat sollte die aktuelle Situation daher versuchen auszusitzen und mit einer Heizölbestellung warten bis die transportbedingten Preisaufschläge zurückgenommen werden. Dies gilt nach den massiven Preisanstiegen vom Wochenende nun auch für Heizölkunden im Norden und Osten Deutschlands. Wer aktuell dringend Heizöl benötigt sollte lediglich eine kleinere Teilmenge Heizöl kaufen und den Tank zu einem späteren Zeitpunkt weiter befüllen.

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