Anstieg der Heizölpreise setzt sich weiter fort

Heizölpreise - Bundesweite Preisentwicklung von Heizöl

Auch auf den heutigen Freitag legten die Heizölpreise weiter zu. Im Gegensatz zum bisherigen Wochenverlauf hatten sich die Vorgaben vom Rohöl- und Devisenmarkt gestern jedoch auch entsprechend verschlechtert. Im bundesweiten Durchschnitt zogen die Heizölpreise am Freitagmorgen um weitere 0,9 Cent/Liter an. Somit kostet eine Bestellung von 2.000 Litern Heizöl aktuell 89,40 €uro/100 Liter und ist damit so teuer wie seit über fünf Jahren nicht mehr.

Insgesamt muss derzeit festgestellt werden, dass sich die Heizölpreise hierzulande massiv von den Ölpreisen entkoppelt haben. So sind die Preise am Weltölmarkt in den zurückliegenden drei Wochen um rund elf Prozent gefallen, während die Heizölpreise im gleichen Zeitraum um knapp sieben Prozent gestiegen sind. Diese Aussage gilt für den bundesweit gemittelten Heizölpreis. Allerdings sind Meldungen zu den deutschlandweit gemittelten Heizölpreisen für den einzelnen Heizölverbraucher zurzeit wenig aussagekräftig, denn regional unterscheiden sich die Heizölpreise zurzeit kräftig.

Der Grund für die regional stark unterschiedlichen Heizölpreise ist im anhaltenden Niedrigwasser auf wichtigen Schifffahrtsrouten und den jüngsten Raffinerieausfällen zu finden. Diese Faktoren machen die Heizölversorgung im Südwesten Deutschlands aktuell zu einer Herausforderung für den Heizölhandel. Bei der Betrachtung der Preisentwicklung ist es daher zurzeit besonders wichtig regional zu differenzieren, denn der Preisunterschied zwischen den nördlichen und südlichen Bundesländern beträgt in der Spitze derzeit über 30 Cent/Liter.

Schaut man in den Norden Deutschlands, so sind in den vergangenen drei Wochen insgesamt Preisrückgänge zu verzeichnen. Doch auch hier hat sich die angespannte Versorgungslage zum Wochenausklang bemerkbar gemacht, denn mit 2,1 Cent/Liter entfielen die deutlichsten Preisanstiege heute auf Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Die geringsten Preisanstiege waren heute hingegen im Westen zu verzeichnen. Nachdem die Heizölpreise in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland in dieser Woche kräftig zugelegt hatten, waren heute lediglich Preisanstiege von maximal 0,3 Cent/Liter feststellbar.

Heizölpreise - Prognose und Empfehlung

Nach dem jüngsten Einbruch der Ölpreise, kann am Weltölmarkt kaum mit weiteren Preisrückgängen gerechnet werden. Immerhin beruht der aktuelle Rückgang der Ölpreise nicht auf einer besseren Angebotslage sondern darauf, dass Rohöl auch ein spekulatives Finanzprodukt ist, dass durch die schlechte Stimmung an den Aktienmärkten nach unten gezogen wurde. Zum Monatsbeginn hatte kein Marktbeobachter damit gerechnet, dass wir in diesem Jahr nochmal Ölpreise von unter 80 Dollar sehen werden und wenn sich die Stimmung an den Finanzmärkten wieder aufhellt und/oder am Ölmarkt wieder die Angebotsrisiken, z.B. durch das bevorstehende Ölembargo gegen den Iran in den Fokus rücken, muss tendenziell mit steigenden Ölpreisen gerechnet werden.

Die aktuelle Entwicklung der Heizölpreise ist zurzeit jedoch vom Geschehen am Weltölmarkt entkoppelt. Daher spielen nicht nur die Aussichten für den Ölmarkt eine Rolle, vielmehr rücken zurzeit inländische Faktoren stärker in den Fokus der Preisentwicklung. Durch den anhaltend niedrigen Wasserstand entlang des Rheins, gepaart mit den jüngsten Raffinerieausfällen und einer hohen Nachfrage der Heizölverbraucher, ist es vor allem im Südwesten Deutschlands zu einem massiven Anstieg der Heizölpreise gekommen. Aufgrund der hohen Logistikaufwände belaufen sich die Preisaufschläge dort aktuell auf 15 bis 25 Prozent. Diese Aufschläge zeigen gleichzeitig aber auch das Abwärtspotential, das die Heizölpreise haben, wenn sich die Versorgungslage in diesen Regionen wieder normalisiert.

Daher kann es sich für Heizölverbraucher im Südwesten Deutschlands zurzeit lohnen mit einer Heizölbestellung zu warten bis die transportbedingten Preisaufschläge zurückgenommen werden. Wann wieder von einer normalen Versorgungslage am Heizölmarkt geredet werden kann ist allerdings noch nicht absehbar, zumal die Tage nun kälter werden und die Heizölnachfrage zunimmt. Trotz der heutigen Preisaufschläge, finden Heizölkunden im Norden aktuell hingegen einen ordentlichen Bestellzeitpunkt vor. Hier sollte man den jüngsten Preissturz am Ölmarkt mitnehmen, bevor die Ölpreise eine Talsohle ausbilden, von der aus es in den kommenden Wochen wieder nach oben gehen könnte.

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