Volatiler Ölmarkt lässt Heizölpreise wieder klettern

Heizölpreise - Bundesweite Preisentwicklung von Heizöl

Nachdem die Ölpreise zum Wochenstart stark geklettert und dann wieder eingebrochen waren, legten sie gestern wieder zu. Und da am Devisenmarkt gestern wenig Bewegung zu verzeichnen war, zogen heute auch die Heizölpreise wieder an. So war im bundesweiten Durchschnitt ein Anstieg um 0,7 Cent/Liter feststellbar, was die Heizölpreise im Mittel auf 39,9 Cent/Liter steigen ließ. Bei der regionalen Betrachtung der Preisentwicklungen war jedoch in drei Bundesländern ein Preisrückgang zu verzeichnen. Besonders stark fiel dieser mit 1,4 Cent/Liter in Bayern aus, aber auch in Baden-Württemberg und dem Saarland gingen die Heizölpreise um 0,6 bzw. 0,3 Cent/Liter zurück. In allen anderen Bundesländern zogen die Heizölpreise hingegen an. Mit gut 1,4 Cent/Liter entfielen die deutlichsten Preisanstiege auf Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein.

Entwicklungen am Ölmarkt

Die Ölpreise unterlagen am gestrigen Handelstag kräftig Schwankungen. Nachdem die Ölnotierungen am Dienstagmorgen zunächst deutlich unter die 30-Dollar-Marke gefallen waren, setzte um die Mittagszeit erneut eine Gegenbewegung ein. In der Folge zogen die Ölpreise kräftig an. Die europäische Leitsorte BRENT kletterte um 1,7 $/b und wurde am Mittwochmorgen mit 31,4 Dollar/Barrel wieder klar über 30 Dollar gehandelt.

Als Grund für den Preisanstieg wurde an den Börsen eine mögliche Kooperation zwischen der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) und Russland aufgeführt, die zum Ziel haben soll das Überangebot an Rohöl zu reduzieren. Allerdings ist von solchen Schritten immer wieder die Rede, zuletzt kamen die Vorstöße aus Venezuela, nun aus Russland. Letztlich sind jedoch alle diese Vorstöße zum Scheitern verurteilt, wenn es nicht gelingt Saudi-Arabien und die angrenzenden arabischen Förderländern zu überzeugen. Und danach sieht es weiterhin nicht aus. So sagte der Chef des saudischen Ölmultis Aramco noch am Montag, dass die Investitionen des Konzerns trotz des Ölpreisverfalls nicht gekürzt worden seien. Das Königreich sendet somit eine klare Botschaft, dass es derzeit nicht gewillt es seine Fördermenge zu kürzen. Aus diesem Grund bleibt die Stimmung am Ölmarkt gedrückt und das zu hohe Angebot das beherrschende Thema.

Neben den Rekordmeldungen des Irak über seine Ölexporte, können als Indiz für das weit über der Nachfrage liegende Angebot auch die gestern veröffentlichen US-Öllagerdaten des API herangezogen werden. Laut dem privaten Institut sollen die US-Öllager in der vergangenen Woche um enorme 15 Mio. Barrel angestiegen sein. Wenn diese Zahlen heute durch die offiziellen Angaben des DOE bestätigt werden sollten, dann wird dies die Ölnotierungen wieder in die Abwärtsbewegung drücken.

Am Devisenmarkt gab es gestern wenig Bewegung. Die Händler warten auf Aussagen der US-Notenbanker, die sich heute im Offenmarktausschuss zu den weiteren Schritten bei der Leitzinsanhebung in diesem Jahr äußern wollen. Überraschende Neuigkeiten werden hier jedoch nicht erwartet.

Aussicht und Empfehlungen

Der Ölmarkt zeigt sich zurzeit zwar volatil, aber es kann weiterhin nicht davon gesprochen werden, dass die Stimmung gedreht hätte. Immer noch bleibt das weit über der Nachfrage liegende Angebot das Hauptthema und hält die Ölpreise unter Druck. Auch wenn eine Einigung über die Förderquoten der OPEC und Russlands noch in weiter Ferne ist, so muss man diese Entwicklung jedoch im Auge haben. Denn sollte sich auf der Angebotsseite tatsächlich eine Kürzung ergeben, dann werden die Ölnotierungen sprunghaft anziehen. Viele Börsenhändler stehen in den Startlöschern und warten nur darauf, dass sich die Ölpreise auf einen längerfristigen Erholungskurs begeben, an dem sie mit verdienen können. Daher wird ein Anstieg, wenn er denn kommen sollte, sehr rasant ausfallen. Aktuell sollte man aber vorerst Ruhe bewahren, weil eine wirksame Förderkürzung nicht in Sicht ist. Wer also zurzeit genug Heizöl im Tank hat, für den kann es sich, nach den heutigen Preisanstiegen wieder lohnen auf fallende Heizölpreise zu spekulieren.

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