Talfahrt der Heizölpreise hat sich beschleunigt

Heizölpreise - Bundesweite Preisentwicklung von Heizöl

In dieser Woche haben die Heizölpreise ihre seit Anfang Juli anhaltende Talfahrt weiter beschleunigt. Nachdem die Heizölpreise in den vergangenen drei Tagen bereits jeweils um 0,6 Cent/Liter zurückgegangen waren, sanken sie auf den heutigen Freitag um weitere 0,7 Cent/Liter. Damit kostet eine Bestellung von 2.000 Litern Heizöl, bei den tanke-günstig Partnerhändlern aktuell 47,03 €uro pro 100 Liter. Durch den rasanten Rückgang in dieser Woche um insgesamt 2,4 Cent/Liter bzw. rund fünf Prozent, befinden sich die Heizölpreise zurzeit auf dem tiefsten Stand seit über 14 Wochen. Bei der regionalen Betrachtung der Preisentwicklung waren auf den heutigen Freitag flächendeckende Preisrückgänge in allen Bundesländern zu verzeichnen. Dabei entfielen die kräftigsten Preisnachlässe mit 1,0 bis 1,1 Cent/Liter auf die tanke-günstig Partnerhändlern in Niedersachsen und dem Saarland.

Entwicklungen am Ölmarkt

Die Rohölpreise haben auch am gestrigen Handelstag an die kräftigen Rückgänge der vergangenen Wochen angeknüpft. Heute Morgen war allerdings zumindest vorerst wieder eine Stabilisierung der Ölpreise zu beobachten. Insgesamt gaben die beiden Leitsorten BRENT und WTI auf Freitag jeweils um einen weiteren Dollar je Barrel nach. Die Nordseesorte BRENT notierte somit am Freitagmorgen bei 42,7 Dollar/Barrel und das amerikanische Leichtöl WTI wurde am Morgen bei 41 Dollar/Barrel gehandelt. Damit markieren die beiden Rohölleitsorten die tiefsten Stände seit Mitte April.

Eine Gegenreaktion auf die erneuten Kursverluste blieb bisher aus, allerdings stehen im heutigen Tagesverlauf einige wichtige Konjunkturdaten auf dem Programm, so dass sich Börsenakteure im frühen Handel noch zurückhaltend gezeigt haben. Auch wenn es zum Wochenschluss zu einer preislichen Gegenbewegung kommen sollte, so dominiert am Ölmarkt weiterhin die Aussicht auf eine wieder wachsende Überversorgung, gepaart mit zurzeit extrem gut gefüllten, globalen Öllagern. Bestärkt wird diese Ansicht, weil die Ölproduktion in den USA zuletzt wieder leicht gestiegen ist, nachdem sie im vergangenen Jahr stetig zurückgegangen war.

Außerdem wurden die kanadischen Ölexporte, nach den Produktionsausfällen durch Waldbrände in der Ölregion Alberta, wieder auf das alte Niveau hochgefahren und aus dem Iran kam die Nachricht, dass das Land seine Ölausfuhren, nach der Aufhebung der westlichen Wirtschaftssanktionen, deutlich steigern konnte. Mit einer täglichen Fördermenge von 3,6 Mio. Barrel und einem Export von rund als zwei Millionen Barrel am Tag, steht der Iran kurz vor einem Ziel, die Ölexporte wieder auf das Level aus der Zeit vor den Sanktionen des Westens anzuheben. Neben dem steigenden Angebot drücken zurzeit auch das global schwächelnde Wirtschaftswachstum und der damit einhergehende, langsamere Anstieg der weltweiten Ölnachfrage auf die Preise. Diese Grundstimmung hat in den letzten Tagen dazu geführt, dass sich vor allem auch spekulative Anleger aus dem Ölmarkt zurückgezogen haben und die Ölpreise massiv unter Druck geraten sind.

Aussicht und Empfehlungen

Die Ölpreise haben im gesamten Juli spürbar nachgegeben und in der vergangenen Woche hat aktuelle der Sinkflug sogar noch spürbar an Fahrt aufgenommen. Da sich der €uro-Dollar-Wechselkurs im Juli recht stabil zwischen 1,10 und 1,11 Dollar/€uro präsentiert hat, haben die fallenden Rohölpreise auch die Heizölpreise im Juli um über 6 Cent/Liter bzw. knapp 12 Prozent mit nach unten gezogen. Insgesamt befinden sich die Heizölpreise somit aktuell in einer interessanten Phase für eine frühzeitige Winterbevorratung. Trotz des bereits sehr günstigen Preisniveaus empfehlen wir bei der derzeitigen Marktlage jedoch auf weiter fallende Heizölpreise zu spekulieren.

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