Heizölpreise zum Wochenausklang minimal gestiegen

Heizölpreise - Bundesweite Preisentwicklung von Heizöl

Nachdem die Heizölpreise ihren aktuellen Aufwärtstrend am Donnerstag kurz unterbrochen hatten, setzte sich der Preisanstieg auf den heutigen Freitag wieder fort. Allerdings kletterten die Heizölpreise bei den tanke-günstig Partnerhändlern im bundesweiten Durchschnitt nur um minimale 0,1 Cent/Liter und standen somit, bei einer Bestellung von 2.000 Litern, bei 51,76 €uro pro 100 Liter Heizöl. Bei der regionalen Betrachtung waren heute in vier Bundesländern Preisnachlässe zu verzeichnen. In Baden-Württemberg, Bayern, Sachsen-Anhalt und dem Saarland gingen die Heizölpreise um 0,1 bis 0,5 Cent/Liter zurück. In Hessen und Rheinland-Pfalz wurde das Preislevel vom Vortag gehalten. Der kräftigste Preisanstieg entfiel hingegen mit 0,3 Cent/Liter auf Nordrhein-Westfalen.


Entwicklungen am Ölmarkt

Am gestrigen Donnerstag hatten die Rohölpreise ihre Verluste vom Vortag zunächst ausgeweitet, da der stetig an Wert gewinnende Dollar die Ölnachfrage außerhalb des Dollarraums schwächte und somit die Ölnotierungen belastete. Außerdem wurde Regenfällen für die, unter den verheerenden Waldbränden leidende, kanadischen Ölregion Alberta vorhergesagt, was die Hoffnung nährte die Waldbrände unter Kontrolle bringen und die dortige Ölproduktion wieder aufnehmen zu können.

Im heutigen frühen Handel zogen die Rohölpreise jedoch wieder kräftig an und kehrten in die Nähe ihrer Halbjahreshochs zurück. So legten die beiden Rohölleitsorten BRENT und WTI auf Freitag um knapp 1,1 $/b zu. Die Nordsee-Sorte BRENT notierte mit gut 49,1 Dollar/Barrel am Morgen somit wieder knapp unter dem höchsten Stand seit November 2015. Da die US-Sorte WTI gestern weniger deutlich nachgegeben hatte, notierte diese am Freitagmorgen mit 48,6 Dollar/Barrel sogar auf einem neuen 7-Monats-Hoch. Als Grund für die heutigen Preisanstiege wurden Nachwirkungen von den zuvor veröffentlichten Daten des US-Ölmarktes genannt. In den USA waren die gesamten Öllager zuletzt auf den tiefsten Stand seit Ende Februar gefallen und die Ölnachfrage zeigte sich belebt.

Am Devisenmarkt sorgten in dieser Woche Hinweise über eine mögliche Zinsanhebung in den USA dafür, dass der US-Dollar kräftig an Wert zulegen konnte. Laut einem Protokoll des Offenmarktausschusses sprachen sich mehrere Mitglieder dafür aus, dass die US-Notenbank FED bereits im Juni eine weitere Zinsanhebung durchführen soll, wenn dies die Rahmenbedingungen hergeben würden. Eine solch frühe Zinsanhebung wurde an den Finanzmärkten nicht erwartet und sorgte daher für eine große Überraschung. In den vergangenen 17 Tagen ist der €uro-Dollar-Wechselkurs um drei Prozent gefallen und stand am Freitagmorgen bei rund 1,12 Dollar/€uro.


Aussicht und Empfehlungen

Nach dem kurzen Rücksetzer von gestern setzten die Rohöl- und Heizölpreise den aktuellen Aufwärtstrend am Freitag weiter fort. Einige Analysten sehen für die Ölpreise aber nicht mehr viel Spielraum nach oben und halten daher einen nachhaltigen Anstieg über die 50-Dollar-Marke für wenig wahrscheinlich. Allerdings ist es in dem stark spekulativen Umfeld weiterhin schwierig eine belastbare Aussage über die künftige Entwicklung der Ölpreise zu treffen. Das aktuell niedrigere Angebot auf dem Weltölmarkt wird aber mittelfristig, mit hoher Wahrscheinlichkeit wieder steigen und für ein weiter bestehendes Überangebot an Rohöl sorgen. Dann könnte sich der Ölmarkt wieder beruhigen und die Heizölpreise könnten wieder fallen. Wer jedoch auf Nummer Sicher gehen will, der findet aktuell ein Preisniveau vor, das es vor Dezember 2015 am heimischen Heizölmarkt seit Jahren nicht gegeben hat.

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