Heizölpreise zogen zum Wochenstart kräftig an

Heizölpreise - Bundesweite Preisentwicklung von Heizöl

Nach dem gestrigen Anstieg der Heizölpreise in Höhe von rund einem Cent je Liter, legten die Preise für Heizöl auch auf den heutigen Dienstag weiter zu. So zogen die Heizölpreise im bundesweiten Durchschnitt um weitere 0,8 Cent/Liter an und kletterten somit auf aktuell 53,15 €uro pro 100 Liter Heizöl. Bei der regionalen Betrachtung der Preisentwicklung waren am heutigen Dienstag in allen Bundesländern Preisanstiege zu verzeichnen. Am kräftigsten kletterten die Heizölpreise mit 1,1 bis 1,5 Cent/Liter in Baden-Württemberg und Bayern. Die geringsten Preisanstiege waren mit 0,4 bis 0,5 Cent/Liter bei den tanke-günstig Partnerhändlern in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen feststellbar.

Entwicklungen am Ölmarkt

Nachdem die Rohölpreise in der zurückliegenden Woche spürbar nachgegeben hatten, setzte am Freitag eine deutliche Erholung ein, welche sich auch am gestrigen Handelstag weiter fortgesetzt hatte. Heute Morgen bewegten sich die Ölnotierungen im frühen Handel allerdings kaum noch. Dennoch verzeichnete die europäische Rohölleitsorte BRENT auf den heutigen Dienstag einen Anstieg um weitere 0,6 Dollar je Barrel. Mit 50,2 $/b notierte BRENT somit am Dienstagmorgen, nach einer Woche Abstinenz wieder über der 50-Dollar-Marke. Die US-Sorte WTI kletterte um weitere 0,8 $/b und wurde am Dienstagmorgen bei 49 Dollar/Barrel gehandelt.

Der rasante Ölpreisanstieg ist damit zu begründen, dass die Stimmung an den Börsen hinsichtlich der Einschätzung eines Brexits gedreht hat. Laut den jüngsten Umfrageergebnisse in Großbritannien liegt, nach dem Mord an der Brexit-Gegnerin Jo Cox, nun das Lager der EU-Befürworter vorn. Im Zuge dessen verlor der Dollar an Wert gegen den €uro, was die Ölpreise beflügelte, weil Rohöl in Dollar gehandelt wird und daher die Nachfrage nach Öl bei einer Dollarschwäche steigt. Außerdem gehen Anleger nun grundsätzlich wieder ein größeres Risiko bei ihren Investitionen ein, wenn sie keinen Brexit fürchten müssen. Auch dies sorgte für die kräftige Erholung der Ölpreise.

Der Ölmarkt wird in dieser Woche aber weiterhin im Bann des Brexit-Referendums stehen, welches am kommenden Donnerstag abgehalten wird. Sollte die Britten auch am Ende der Woche noch Teil der EU bleiben wollen, so könnten sich Händler nach dem Referendum wieder verstärkt den Fundamentaldaten zuwenden. Da sich am Marktfundament im Juni allerdings kaum etwas geändert hat, könnten sich die Rohölpreise dann bei rund 50 Dollar/Barrel stabilisieren.

Aussicht und Empfehlungen

In der vergangenen Woche hatten die Brexit-Befürworter die Nase vorn, was dazu geführt hatte, dass europäische Börsen eingebrochen waren und auch die Ölnotierungen deutlich nachgegeben hatten. Seit Freitag scheinen sich Börsenhändler jedoch recht sicher zu sein, dass es nicht zum Brexit kommen wird. Zumindest erholten sich die Börsen seitdem in einem rasanten Tempo und auch der €uro konnte gegen den Dollar wieder an Wert zulegen. Diese Entwicklung ließ auch die Rohöl- und Heizölpreise wieder deutlich ansteigen. Aktuell ist etwas Ruhe eingekehrt. Sollte es am Donnerstag doch zu einem Brexit kommen, dann kann mit einem massiven Rückgang der Heizölpreise gerechnet werden. Wer jedoch nicht an einen Brexit glaubt, der findet aktuell einen recht guten Zeitpunkt für eine Heizölbestellung vor.

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