Heizölpreise zogen weiter an

Heizölpreise - Bundesweite Preisentwicklung von Heizöl

Zur Wochenmitte zogen die Heizölpreise im bundesweiten Durchschnitt um einen weiteren Cent je Liter an. Auch regional war in allen Bundesländern ein Anstieg feststellbar, der jedoch in seiner Höhe unterschiedlich ausfiel. Während die Heizölpreise der tanke-günstig Partnerhändler in Brandenburg, Berlin, Baden-Württemberg und Bayern lediglich um 0,5 ct/l anstiegen, kletterten die Heizölpreise in Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein um 1,3 Cent/Liter.

Die in den letzten Tagen stets schwach ausgefallenenen US-Konjunkturdaten sorgten dafür, dass der zuvor sehr starke Dollar am Devisenmarkt etwas an Wert verlor. Dies stärkte zwar den €uro, dessen preissenkende Auswirkung auf die Heizölpreise fiel jedoch gering aus. Denn der deutliche Schub für die Heizölpreise kam gestern vom Rohölmarkt. Hier weiteten die Ölpreise ihren letzten Anstieg aus und erreichten somit am Mittwochmorgen einen neuen Jahreshöchststand. Mit einem Plus von rund zwei Dollar je Barrel notierte die europäische Leitsorte BRENT somit am Morgen bei 68,3 $/b. Die bullischen Grundstimmung am Ölmarkt wurde gestern durch einige preistreibende Meldungen aus Saudi-Arabien und den USA befeuert. So hat Saudi-Arabien seine Ölexportpreise für Juni-Lieferungen nach Europa und in die USA angehoben, zudem wurde gestern die saudische Stadt Najran von Huthi-Kämpfern beschossen. Aus den USA wurden schwachen Wirtschaftszahlen und ein möglicher Rückgang der US-Öllager gemeldet. Die Deutlichkeit mit der sich diese Meldungen auf die Rohölpreise auswirkten, zeigt ein weiteres Mal wie stark das Interesse von Spekulanten ist, dass die Ölpreise weiter klettern. Denn ob der Beschuss einer Stadt von wenigen Huthi-Kämpfern für eine militärische Regionalmacht wie Saudi-Arabien eine Gefahr darstellt, kann zumindest hinterfragt werden. Und auch ein Rückgang, der auf einem absoluten Rekordniveau befindlichen US-Öllager ist eigentliche zu erwarten und stellt keinen Grund für massive Preisanstiege dar. Selbst wenn die US-Rohöllager in den kommenden Wochen um 100 Mio. Barrel sinken würden, hätten sie erst den Stand erreicht, den sie vor einem Jahr inne hatten.

Die Nachfrage zeigt sich in dieser Woche weiter belebt. Bei vielen Heizölkunden setzt sich offensichtlich weiter die Vermutung fest, dass die Rohölpreise trotz anhaltender Überversorgung des Weltölmarktes, nicht mehr deutlich nachgeben werden. Denn der Preiseinfluss durch Spekulationen auf steigende Ölpreise ist so stark, dass die Preisfindung vom realen Marktgeschehen teilweise entkoppelt zu sein scheint. Bevor die Heizölpreise nun im Laufe des Jahres wieder langsam auf das Preisniveau des letzten Jahres klettern, wie dies bereits bei den Benzinpreise zu beobachten ist, decken sich einige Verbraucher noch zu den, im Vergleich zu den Vorjahren, günstigen Heizölpreisen ein.

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