Heizölpreise zogen um 0,5 ct/l an

Heizölpreise - Bundesweite Preisentwicklung von Heizöl

Nachdem die Heizölpreise seit einer Woche stetig nachgegeben hatten, legten sie auf den heutigen Donnerstag im bundesweiten Durchschnitt um 0,5 Cent/Liter zu. Auch bei der regionalen Betrachtung zeigte sich ein recht homogenes Bild. So kletterten die Heizölpreise in allen Bundesländern in einer ähnlichen Höhe. Allerdings gab es mit Berlin und Sachsen-Anhalt auch ein zwei Ausreißer, denn hier machten die Heizölpreise mit 1,0 bis 1,2 Cent/Liter einen ordentlichen Satz nach oben. Die geringsten Preisanstiege waren mit gut 0,2 ct/l in Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein feststellbar.

Der gestrige Handelstag verlief zweigeteilt. Zuerst zogen die Rohölpreise kontinuierlich an, als dann aber die offiziellen US-Öllagerdaten des DOE veröffentlicht wurden, drehte die Stimmung und die Ölnotierungen gaben die im Tagesverauf erreichten Gewinne schnell wieder ab. In Summe war somit keine Veränderung bei der europäischen Leitsorte BRENT feststallbar, welche am Donnerstagmorgen weiterhin bei 63,7 Dollar/Barrel gehandelt wurde. Der Grund für den gestrigen Stimmungswechsel am Ölmarkt ist auf den ersten Blick nicht direkt ersichtlich, da die extrem gut gefüllten US-Öllager wie erwartet abgenommen haben. Allerdings fiel der Rückgang nicht ganz so deutlich aus wie erwartet wurde und bei den Ölprodukten (Heizöl, Diesel und Benzin) war sogar ein leichter Anstieg feststellbar. Dieser Anstieg, gepaart mit einer weiterhin stabilen US-Ölförderung sowie der Absicht der OPEC die Angebotslage weiterhin hoch zu halten und wenn nötig die Fördermengen zu erhöhen, übte Druck auf die Rohölpreise aus. Insgesamt scheint es Spekulanten im derzeitigen Martumfeld schwerer zu fallen einen nachhaltigen Preisanstieg zu etablieren. Dieser wird zwar immer wieder durch kurze Preissprünge nach oben getestet, längerfristig betrachtet weisen die Ölpreise in den letzten zwei Monaten aber eher eine leichte Abwärtstendenz auf. Am Devisenmarkt ist zurzeit nichts vom Schuldendilemma Griechenlands zu merken. So legte der €uro gestern deutlich gegen die Ölwährung Dollar zu, was auf die Zurückhaltung der US-Notenbank bei der weiteren Zinspolitik zurückzuführen ist. Auch die FED blickt nach Athen um die Auswirkungen einer US-Zinserhöhung auf die internationalen Währungen und die eigenen Exporte abschätzen zu können.

Die Heizöl-Nachfrage ist in dieser Woche spürbar angezogen. Zwar halten weiterhin viele Verbraucher die Preisbewegungen im Auge und spekulieren auf sinkende Heizölpreise, einem größer werdenden Teil wird das Risiko, dass auch vom griechischen Schuldendrama ausgeht, aber zu hoch. Diese Kunden nutzen das aktuell ordentliche Preisniveau für eine frühzeitige Bevorratung und sichern sich somit gegen die Währungsunsicherheiten und den von vielen Experten erwarteten, anziehenden Ölpreisen in der zweiten Jahreshälfte ab. Dabei macht es auch Sinn den Tank nur teilweise zu befüllen, um sich zumindest für diesen Teil die aktuellen Heizölpreise zu sichern. Mit der restlichen Leermenge kann dann mit gutem Gewissen auf sinkende Heizölpreise spekuliert werden.

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