Heizölpreise zogen spürbar an

Heizölpreise - Bundesweite Preisentwicklung von Heizöl

Genau wie am internationalen Ölmarkt bewegen sich auch die Preise auf dem heimischen Heizölmarkt hoch und runter. Auf den heutigen Donnerstag war erneut die Aufwärtsrichtung an der Reihe. Im bundesweiten Durchschnitt kletterten die Heizölpreise um spürbare 1,4 Cent/Liter, was die Heizölpreise im Mittel auf 41,3 Cent/Liter steigen ließ. Bei der regionalen Betrachtung der Preisentwicklungen waren in allen Bundesländern Preisanstiege zu verzeichnen. Am kräftigsten kletterten die Heizölpreise mit knapp 1,7 Cent/Liter in Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, dem Saarland und Sachsen-Anhalt. Der geringste Anstieg war mit 0,8 Cent/Liter in Bayern feststellbar.

Entwicklungen am Ölmarkt

Auch am Mittwoch haben die Ölpreise ihren volatilen Kursverlauf der Vortage fortgesetzt. Nachdem die Ölpreise in der vergangenen Woche auf ein 12-Jahres-Tief gefallen waren, unterliegen die Ölnotierungen in dieser Woche kräftigen Schwankungen. Der Handel zeigt sich sehr nervös, denn kein Börsenhändler möchte den Beginn einer möglichen, kräftigeren Erholungsphase der Ölpreise verpassen. Diese scheint zurzeit trotz der anhaltenden Überversorgung des Weltölmarktes möglich, da sich die Ölpreise auf einem extrem niedrigen Level befinden und sich gleichzeitig Stimmen mehren, die den Ölpreisverfall der letzten eineinhalb Jahre und dessen Folgen kritisch sehen.

Auf der anderen Seite liegt das Angebot auf dem Weltölmarkt weiterhin deutlich über der Nachfrage und wird sich vermutlich sogar noch ausweiten. Mit dem Irak, Iran und Saudi-Arabien seien nur drei der Förderländer genannt, die planen ihre Ölexporte zu erhöhen. Auch in den USA sieht es zurzeit noch nicht nach einem Einbruch der Schieferöl-Förderung aus. Im Gegenteil meldete das US-Energieministerium DOE gestern einen massiven Anstieg der US-Öllager um rund acht Millionen Barrel. Dabei ging die Produkteseite um 0,5 Mio. Barrel zurück und die Rohöllager wuchsen um 8,4 Mio. Barrel an. Trotz des Kälteeinbruchs in den USA lag die Nachfrage nach Ölprodukten um fast zwei Prozent unter dem Vorjahr und die US-Raffinerien waren nur zu 87,4 Prozent ausgelastet.

Trotz dieser preisdrückenden Meldungen und dem weiterhin viel zu hohen Angebot auf dem Ölmarkt, legten die Ölpreise gestern jedoch zu. Und genau das wirft an den Börsen die Frage auf, ob zurzeit auch ein Anstieg der Ölpreise ohne sich verändernde Fundamentaldaten möglich wäre. Heute Morgen gaben die Notierungen allerdings wieder leicht nach. Sollte sich im heutigen Tagesverlauf abzeichnen, dass sich weiterhin kein nachhaltiger Ölpreisanstieg etablieren lässt, ist es sehr wahrscheinlich, dass die Händler spätestens zum Wochenschluss ihre Gewinne wieder mitnehmen und die Preise wieder fallen. Heute ging es jedoch erstmal nach oben. Die Nordsee-Sorte BRENT legte um 1,4 $/b zu und wurde somit am Donnerstagmorgen bei 32,8 Dollar/Barrel gehandelt.

Aussicht und Empfehlungen

Der Ölmarkt zeigt sich zurzeit sehr nervös und die Preise schwanken auf und ab. Die monatelange Talfahrt der Ölpreise hat dazu geführt, dass das aktuelle Ölpreisniveau für nahezu alle Förderländer zu niedrig ist. Dennoch halten alle Ölexporteure die Fördermengen hoch, weil der erste der in diesem Spiel aufgibt, der Verlierer sein wird. Vor diesem Hintergrund könnten Börsenhändler nun, trotz der bestehenden Überversorgung des Weltölmarktes, versuchen die Ölpreise auf einen längeren, weil nicht unbedingt ungerechtfertigten Erholungskurs zu schicken. Die Fundamentaldaten bleiben jedoch unverändert und lassen eigentlich keinen nachhaltigen Anstieg der Ölpreise zu. Im Spannungsfeld zwischen dem Einfluss der Finanzmärkte und dem Angebots-Nachfrage-Verhältnis, könnte der Ölmarkt nun in eine spannende Phase eintreten, in der sich zeigen wird, welcher der beiden Einflussfaktoren in der nächsten Zeit die Richtung der Ölpreise bestimmen wird. Verbraucher sollten daher die Entwicklungen in den kommenden Tagen eng verfolgen.

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