Heizölpreise zogen kräftig an

Heizölpreise - Bundesweite Preisentwicklung von Heizöl

Am heutigen Mittwoch zeigte sich wieder, wie schwierig es ist, für den derzeit extrem spekulationsgetriebenen Ölmarkt eine Prognosen für die Heizölpreisentwicklung abzugeben. Nachdem es zuletzt so aussah als ob die bullische Stimmung am Markt weichen würde, zeigte sich gestern eine massive Gegenbewegung auf den vorherigen Preisrückgang. Der Preisrückgang wurde nämlich, wie so häufig in den letzten Wochen, von Anlegern umgehend genutzt um in die Wette auf steigende Ölpreise wieder einzusteigen. Trotz aller preisdrückenden Fakten zeigt sich somit ein ungebrochener Wille der Finanzbranche die Rohölpreise wohl doch zu stützen und sie nicht wieder in einen Abwärtstrend geraten zu lassen. Da sich ein Preissprung so ganz ohne Nachrichtern jedoch schwer verkaufen lässt, wird sich auf einen von der EIA prognostizierten Nachfrageanstieg und möglicherweise sinkende US-Öllager bezogen. Allerdings sind die US-Öllager derzeit um rund 120 Mio. Barrel höher gefüllt als noch vor einem Jahr, was einen unterschwelligen Preisdruck erzeugt. Und auch der Nachfrageanstieg wird relativiert durch ein laut EIA ebenfalls steigendes Ölangebot. In Summe kommen die amerikanischen Analysten jedoch zu dem Schluss, dass die Ölpreise in der zweiten Jahreshälfte steigen werden. Dies führte dazu, dass die europäischen Leitsorte BRENT auf Mittwoch um deutliche 2,5 $/b zulegte und am Morgen bei 67,3 Dollar/Barrel gehandelt wurde. Zwar drehte auch der €urokurs und legte gegen den Dollar zu. Dies reichte jedoch nicht um einen spürbaren Anstieg der Heizölpreise zu verhindern.

Somit legten die Heizölpreisen im bundesweiten Durchschnitt um massive 1,3 Cent/Liter zu. Auch regional betrachtet war in allen Bundesländern ein flächendeckender Preisanstieg zu verzeichnen, welcher jedoch in seiner Höhe sehr unterschiedlich ausfiel. So stiegen die Heizölpreise in Brandenburg, Berlin, Sachsen und Thüringen um erhebliche 1,9 ct/l an. In Baden-Württemberg und Bayern erhöhten die tanke-günstig Partnerhändler ihre Preise hingegen nur um 0,2 bis 0,6 Cent/Liter, bezogen auf eine 2.000 Liter Bestellung. Gerade in diesen Regionen empfiehlt es sich, die heutigen Heizölpreise zu nutzen, bevor sie morgen wahrscheinlich anziehen werden.

Die Nachfrage der Heizölverbraucher ist weiterhin zurückhaltend. Da für die aktuelle Entwicklung der Ölpreise hauptsächlich die Spekulationsgeschäfte an den Ölbörsen verantwortlich zeichnen, sind Preisprognosen schwer abzugeben. Im Gegensatz zu gestern muss man heute eher favorisieren, dass die Heizölpreise weiter anziehen werden. Aber auch eine Gegenreaktion auf den heutigen Preisanstieg und eine Besinnung auf die andauernde Überversorgung des Weltölmarktes ist nicht unmöglich.

Zurück