Heizölpreise weiterhin im Abwärtstrend

Heizölpreise - Bundesweite Preisentwicklung von Heizöl

Zur Wochenmitte waren erneut Preisnachlässe am heimischen Heizölmarkt zu verzeichnen. Seit dem Jahreshoch vom vergangenen Donnerstag sind die Heizölpreise um rund 3,5 Prozent gefallen. Auf den heutigen Mittwoch war im bundesweiten Durchschnitt ein erneuter Rückgang von gut 0,4 Cent/Liter feststellbar, was die Heizölpreise der tanke-günstig Partnerhändler aktuell auf 52,11 €uro pro 100 Liter Heizöl fallen ließ. Bei der regionalen Betrachtung der Preisentwicklung zeigte sich heute ein sehr einheitliches Bild. So waren in allen Bundesländern flächendeckende Preisrückgänge zu verzeichnen, die auch in ihrer Höhe sehr eng beieinander lagen. Der geringste Preisrückgang entfiel mit gut 0,2 Cent/Liter auf Sachsen-Anhalt, während der kräftigste Preisnachlass mit knapp 0,6 Cent/Liter in Nordrhein-Westfalen zu verzeichnen war.

Entwicklungen am Ölmarkt

Am gestrigen Handelstag und auch heute Morgen sind die Rohölpreise weiter gefallen. Damit sind die Ölnotierungen nun bereits den fünften Tag in Folge gefallen, was die längste Verlustphase am Ölmarkt seit rund vier Monaten ist. Der Hauptgrund für die fallenden Ölpreise ist die pessimistische Stimmung an den Börsen, welche durch die Angst vor den wirtschaftlichen Folgen eines Brexit hervorgerufen wurde. Und dieser ist alles andere als unwahrscheinlich, denn laut den jüngsten Umfragen gibt es im Königreich zurzeit mehr Brexit-Befürworter als Gegner, auch wenn das näherrückende Referendum wohl sehr knapp entschieden werden wird.

An den Börsen bedeutet dies, dass Anleger immer vorsichtiger werden und in sichere Papiere investieren. Davon profitiert einerseits der US-Dollar, besonders deutlich zeigte sich das Sicherheitsbedürfnis der Anleger zurzeit aber an den Kursen deutscher Staatspapiere. So ist die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen zum ersten Mal in der Geschichte der Bundesrepublik unter null gefallen.

Aus riskanteren Anlagen, wie den Rohölpreisen, ziehen sich Händler hingegen zurück, was die Ölpreise aktuell fallen lässt. Zudem übt der stärkere Dollar Druck auf die Ölnotierungen aus, da Öl weltweit in Dollar gehandelt wird und somit eine an Wert zulegende US-Währung die Ölnachfrage außerhalb des Dollarraums sinken lässt. Gestern sorgten außerdem die US-Öllagerdaten des privaten American Petroleum Institute (API) für bärische Impulse. Laut API sollen die Rohöllagerbestände in der vergangenen Woche um 1,2 Millionen Barrel gestiegen sein. Klarheit werden die offiziellen Daten der US-Regierung bringen, die heute Nachmittag veröffentlicht werden.

Unterdessen hat die Internationale Energie Agentur in ihrem jüngsten Marktausblick bekräftigt, dass sie von einem stärkeren Wachstum der Ölnachfrage in der zweiten Jahreshälfte ausgeht aus und dass das Angebots-Nachfrage-Verhältnis am Ölmarkt derzeit schon nahezu ausgeglichen sei. Viel Beachtung fand der eher preisstützende Bericht im aktuellen Marktumfeld jedoch nicht. So gab die Nordsee-Rohölsorte BRENT auf Mittwoch um weitere 0,8 $/b nach und stand am Morgen bei 49,1 Dollar/Barrel. Die US-Rohölsorte WTI gab um 0,6 $/b nach und wurde am Mittwochmorgen bei 47,8 Dollar/Barrel gehandelt.

Aussicht und Empfehlungen

Aktuell werden die Ölpreise durch den stärkeren Dollar und durch die Angst an den Finanzmärkten vor einem Brexit unter Druck gesetzt. Daher ist zurzeit ein anhaltender Rückgang der Rohöl- und Heizölpreise feststellbar, nachdem sich diese zuletzt auf neue Jahreshöchststände geschwungen hatten. In der jetzigen Lage ziehen sich Spekulanten vermehrt aus dem Ölmarkt zurück, was in den kommenden Tagen zu weiter sinkenden Heizölpreisen führen könnte. Ein Rückfall der Heizölpreise auf das Preislevel von vor einem Monat scheint möglich, weshalb es sich aktuell lohnen kann mit einer Bestellung zu warten.

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