Heizölpreise von Finanzmärkten getrieben

Heizölpreise - Bundesweite Preisentwicklung von Heizöl

Leider konnte sich der Ölmarkt nicht von den Impulsen der Finanzmärkte entkoppeln, weshalb die Rohölpreise gestern kräftig anzogen und somit auch die Heizölpreise massiv mit nach oben zogen. So kletterten die Heizölpreise auf den heutigen Freitag im bundesweiten Durchschnitt um erhebliche 1,7 Cent/Liter. Somit kostet eine Bestellung von 2.000 Litern Heizöl, bei den tanke-günstig Partnerhändlern aktuell 49,89 €uro pro 100 Liter.

Bei der regionalen Betrachtung der Preisentwicklung waren heute in allen Bundesländern zumeist kräftige Preisanstiege zu verzeichnen. Mit 0,6 bis 0,8 Cent/Liter entfielen die geringsten Preisanstiege auf die tanke-günstig Partnerhändler in Brandenburg, Berlin und Bayern. Die kräftigsten Preisanstiege waren hingegen mit 2,3 bis 2,6 Cent/Liter in Bremen, Hessen, Hamburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein zu verzeichnen.

Entwicklungen am Ölmarkt

Am Ölmarkt geht es zurzeit hin und her. Nachdem es am Mittwoch so aussah als würde sich der Markt wieder den eher preisdrückenden Fundamentaldaten zuwenden, wurden die Ölpreise am Donnerstag wieder durch Impulse von den Finanzmärkten dominiert. So sorgte die allgemein gute Stimmung an den Aktienmärkten für mehr Risikofreude bei Anlegern, was die Ölpreise am gestrigen Handelstag mit nach oben zog. Nachdem die weltweit führenden Aktienmärkten insgesamt ordentliche Gewinne verzeichneten, auch der deutsche Leitindex Dax kletterte auf ein Jahreshoch, knüpften die Ölnotierungen heute Morgen an die spürbaren Vortages-Gewinne. Insgesamt zogen die beiden Rohöl-Leitsorten auf Freitag um kräftige 2,3 $/b an, so dass BRENT am Morgen bei 46,3 Dollar/Barrel gehandelt wurde und WTI bei 43,9 Dollar/Barrel notierte.

Zwar gab es gestern auch einige preisstützende Meldungen, wie die Aussage des saudischen Energieministers, dass Saudi-Arabien wenn nötig mit anderen Erdöl exportierenden Ländern Maßnahmen ergreifen werde, um die Märkte zu stabilisieren. Oder auch den Monatsbericht der Internationale Energieagentur (IEA), die für das dritte Quartal zum ersten Mal seit zwei Jahren einen Rückgang der Ölbestände prognostizierte und daher in der zweiten Jahreshälfte kein Überangebot an Rohöl mehr erwartet.

Dennoch überwiegen am Markt weiterhin die preisdrückenden Nachrichten. So hatte die OPEC, und hier insbesondere die zurzeit größten Player des Kartells Saudi-Arabien und Irak, ihre Ölförderung im Juli auf einen der höchsten Stände der vergangenen Jahre ausgeweitet. Außerdem wurde die erfreuliche Nachricht bekannt, dass große Ölkonzerne wieder im größeren Ausmaß in die Erschließung neuer Ölfelder investieren. Denn nach monatelangem Stillstand wird nun wohl wieder die Entwicklung großer Ölfelder im Irak fortgeführt. Der Kampf gegen die Terrormiliz IS scheint zurzeit so erfolgreich zu laufen, dass die Ölkonzerne wieder die nötige Sicherheit für Investitionen haben. Daher kann im Jahr 2017 mit einer erheblichen Erhöhung der irakischen Ölproduktion gerechnet werden.

Aussicht und Empfehlungen

Die Ölpreise haben im Juli eine rapide Talfahrt hingelegt, von der sie sich im August erholt haben. Nach diesen kräftigen Preisanstiegen der haben die Rohölpreise aber wieder Luft nach unten. Zumindest ist der Weltölmarkt weiterhin überversorgt, was die Preise unter Druck setzen sollte, wenn sich der Ölmarkt von den finanzmarktgetriebenen Impulsen entkoppeln kann. Sollten sich Börsenhändler jedoch nicht auf die preisdrückenden Fundamentaldaten besinnen, so kann auch ein erneuter Anstieg nicht ausgeschlossen werden. Dennoch kann es sich lohnen den aktuellen Preisaufschwung auszusitzen und auf im Anschluss fallenden Heizölpreise zu spekulieren. Ganz ohne Risiko ist diese Vorgehensweise jedoch nicht.

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