Heizölpreise vollziehen Preissprung nach oben

Heizölpreise - Bundesweite Preisentwicklung von Heizöl

Nachdem sich die OPEC gestern auf die erste gemeinsame Förderreduzierung seit mehr als acht Jahren verständigen konnte, legten die Rohölpreise kräftig zu und zogen dementsprechend auch die Heizölpreise mit nach oben. So sprangen die Heizölpreise auf den heutigen Donnerstag im bundesweiten Durchschnitt um erhebliche 3,7 Cent/Liter in die Höhe. Mit 56,88 €uro pro 100 Liter Heizöl stehen die Heizölpreise aktuell somit auch auf dem höchsten Stand seit rund einem Jahr.

Bei der regionalen Betrachtung der Heizölpreis-Entwicklung waren heute in allen Bundesländern massive Preisanstiege zu verzeichnen. Am besten kamen dabei noch die Heizölkunden in Bayern weg, wo die Heizölpreise um vergleichsweise geringe 2,3 Cent/Liter zulegten. Die kräftigsten Preisanstiege waren hingegen mit 4,3 bis 4,6 Cent/Liter Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland zu verzeichnen.

Entwicklungen am Ölmarkt

Auch wenn der Praxistest noch aussteht, so hat sich die OPEC bei der gestern in Wien stattfindenden Ölminister-Konferenz auf höchster Ebene auf eine Förderreduzierung verständigt. Zum ersten Mal seit dem Jahr 2008 haben sich die teilweise zerstrittenen Mitglieder des Ölkartells somit auf eine gemeinsame Linie verständigt und beschlossen in den kommenden sechs Monaten 1,2 Mio. Barrel pro Tag weniger zu produzieren. Die neue tägliche Förderobergrenze des gesamten Ölkartells soll demnach bei 32,5 Millionen Barrel liegen. Durch diesen Schritt will die OPEC das Angebot auf dem Weltölmarkt verknappen und somit die Ölpreise auf ein höheres Preislevel heben.

Wie erwartet werden musste, zogen die Ölpreise direkt nach der offiziellen Verkündung der neuen Förderobergrenze massiv an. So legte die Nordsee-Ölsorte BRENT auf den heutigen Donnerstag um 3,4 $/b zu und wurde am Morgen mit 50,5 Dollar/Barrel zum ersten Mal seit einem Monat wieder über der 50-Dollar-Marke gehandelt. Die US-Ölsorte WTI stieg sogar um rund 4,0 $/b und notierte am Donnerstagmorgen mit 49,9 Dollar/Barrel ebenfalls nur knapp unter der 50-Dollar-Marke.

Auch wenn eine Einigung bis zur letzten Minute nicht gewiss war und sich in der Praxis noch zeigen muss, ob sich alle OPEC-Mitglieder auch tatsächlich an ihre individuellen Förderobergrenzen halten werden, so hatten sich in den letzten Wochen bereits viele am Prozess beteiligte Vertreter wichtiger Ölförderländer optimistisch geäußert, dass es zu einer Einigung auf eine jeweils verbindliche Förderobergrenze je OPEC-Mitglied kommen wird. Der Verfall der Ölpreise hat dazu geführt, dass sich die teils zerstrittenen OPEC-Mitglieder in den vergangenen Wochen angenähert und offensichtlich eine gemeinsame Basis für Verhandlungen gefunden haben. Da zudem auch noch Russland, eines der wichtigsten Ölförderländer der Welt, das jedoch nicht zur OPEC gehört, zugesagt hat seine Ölförderung ebenfalls um rund 0,3 Mio. Barrel pro Tag zu reduzieren, wurde die Bedeutung des gestern beschlossenen Markteingriffes noch erhöht.

Aufgrund des OPEC-Meetings ist die Bekanntgabe der wöchentlichen US-Öllagerdaten komplett in den Hintergrund gerückt, weil auch der Einfluss dieser Zahlen bei der aktuellen Marktsituation kaum eine Rolle spielt. Der Vollständigkeit halber sei dennoch erwähnt, dass die US-Öllager laut DOE in der vergangenen Woche insgesamt um 6,2 Mio. Barrel gestiegen sind. Dabei waren die Rohöllager um 0,9 Mio. Barrel gesunken und die Lager der Ölprodukte (Heizöl, Diesel und Benzin) um 7,1 Mio. Barrel gestiegen.

Aussicht und Empfehlungen

Die zumeist sehr gut informierten Heizöl-Verbraucher haben die Zeichen gestern gut gedeutet, was zu einem regelrechten Bestell-Boom geführt hat. Auch heute Morgen ist die Nachfrage sehr groß und die Bestellungen kommen wie am Fließband rein. Trotz des heutigen massiven Preisanstieges muss der Kaufzeitpunkt immer noch als gut betrachtet werden, denn in den kommenden Tagen sollten sich Verbraucher eher auf weiter steigende als auf fallende Heizölpreise einstellen. Der OPEC-Beschluss könnte zudem eine nachhaltige Wende für das Angebots-Nachfrage-Verhältnis auf dem Weltölmarkt bedeuten, so dass die Ölpreise auf längere Sicht gesehen eine steigende Preistendenz aufweisen. Eine Bestellung noch in diesem Jahr ist somit nach derzeitiger Marktlage sinnvoller ist als bis zum nächsten Jahr zu warten.

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