Heizölpreise unverändert bei knapp 56 Cent/Liter

Heizölpreise - Bundesweite Preisentwicklung von Heizöl

Die Heizölpreise standen am Dienstagmorgen im bundesweiten Durchschnitt unverändert bei 55,86 €uro pro 100 Liter Heizöl. Bei der regionalen Betrachtung der Heizölpreise zeigte sich heute ein differenziertes Bild mit leichten Preisbewegungen nach oben und nach unten. In den meisten Bundesländern gaben die Heizölpreise heute jedoch nach. Die deutlichsten Preisrückgänge entfielen dabei mit 0,2 bis 0,3 Cent/Liter auf Brandenburg, Berlin, Sachsen und Thüringen. Von den sechs Bundesländern, in denen die Heizölpreise heute anzogen, waren die kräftigsten Preisansteige mit ebenfalls 0,2 bis 0,3 Cent/Liter in Baden-Württemberg, Bayern und Sachsen-Anhalt zu verzeichnen.

Entwicklungen am Ölmarkt

Die Ölpreise haben sich auf den heutigen Dienstag kaum verändert. Nach anfänglichen Verlusten legten die Ölnotierungen im gestrigen Handelsverlauf wieder zu und auch heute Morgen fehlten weitere Impulse um den Rohölpreisen eine Richtung zu geben. Insgesamt gaben die beiden Rohölleitsorten um weitere 0,1 $/b bei WTI und 0,3 $/b bei BRENT nach. Die europäische Ölsorte BRENT notierte somit am Dienstagmorgen bei 51,4 Dollar/Barrel und die US-Sorte WTI wurde bei 50,6 Dollar/Barrel gehandelt.

Die bestimmenden Themen am Ölmarkt bleiben der starke US-Dollar und die von der OPEC, in Zusammenarbeit mit Russland beschlossene Ölförderobergrenze. Der €uro-Dollar-Wechselkurs ist zum ersten Mal seit über sieben Monaten unter 1,09 $/€ gefallen. Der starke US-Dollar setzt die Ölpreise unter Druck, weil die globale Ölnachfrage im Handel sinkt wenn der Dollar an Wert zulegt, da sich Öl außerhalb des Dollarraums aufgrund der Währungsverluste verteuert. Der Grund für die Dollarstärke ist in der hohen Wahrscheinlichkeit zu finden, dass die US-Notenbank FED noch in diesem Jahr einen weiteren Schritt bei der Leitzinsanhebung in den USA machen wird.

Weiterhin sollen bis Ende November verbindliche Förderquoten für alle OPEC-Mitglieder festgelegt werden. Einige OPEC-Staaten erwarten jedoch weiterhin, dass sie von dem Beschluss ausgenommen werden. Der Iran will seine Ölförderung erst wieder mindestens auf das Niveau von vor dem westlichen Ölembargo anheben, der Irak braucht die finanziellen Mittel aus dem Ölverkauf um die Terrormiliz IS auf dem Land zu vertreiben, Venezuela muss eine Staatspleite abwenden und auch Nigeria benötigt dringend das Geld aus dem Ölverkauf. Eine Förderreduktion innerhalb der OPEC könnte daher vor allem an einigen wichtigen Mitgliedern hängen bleiben. Da aber auch die OPEC-Mitglieder untereinander im Wettbewerb um Marktanteile stehen, wird eine Umsetzung der Förderobergrenze sehr schwierig werden, wenn die größten OPEC-Staaten keine Marktanteilverluste hinnehmen wollen. Die Skepsis der Marktteilnehmer, ob die OPEC überhaupt in der Lage sein wird die Förderobergrenze durchzusetzen, bleibt daher groß.

Aussicht und Empfehlungen

Die Ölpreise suchen zurzeit nach einer Richtung. Nach dem OPEC-Beschluss zur Förderobergrenze wurden die Ölnotierungen erstmal auf ein höheres Preislevel gehievt. Ob dieses gehalten werden kann hängt nun wesentlich davon ab, ob die OPEC ihren Worten auch Taten folgen lassen kann. Sollte das Ölkartell mit der Umsetzung der Förderobergrenze scheitern, so könnten die Rohöl- und Heizölpreise wieder sinken. Andererseits kann auch ein weiterer, spürbarer Anstieg der Heizölpreise bis zum Jahresende nicht ausgeschlossen werden. Aktuell sieht es etwas mehr danach aus, dass die Heizölpreise wieder nachgeben könnten. Wer jedoch weniger Freude am Spekulieren hat, der kann das aktuelle Preisniveau bedenkenlos für eine Winterbevorratung nutzen.

Zurück