Heizölpreise um weitere 1,8 Cent/Liter gesunken

Heizölpreise - Bundesweite Preisentwicklung von Heizöl

Zur Wochenmitte fielen die Preise für das wichtige Heizöl-Vorprodukt Gasöl zum ersten Mal seit knapp sieben Wochen wieder unter 400 €/t und zogen somit auch die Heizölpreisen spürbar nach unten. So war im bundesweiten Durchschnitt ein Rückgang um knapp 1,8 ct/l zu verzeichnen, was die Heizölpreise im Mittel auf 55,1 Cent/Liter fallen ließ. Auch regional war in allen Bundesländern wieder ein flächendeckender Preisrückgang feststellbar. Mit immer noch beachtlichen 1,2 bis 1,3 ct/l fielen die Preisnachlässe der tanke-günstig Partnerhändler in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein am geringsten aus. In Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz, Sachsen und Thüringen gingen die Heizölpreise, bei einer Bestellmenge von 2.000 Litern Heizöl, um erhebliche 2,1 bis 2,6 Cent/Liter zurück. Spitzenreiter bei den Preisnachlässen war jedoch das Saarland, wo die Heizölpreise heute um 3,2 Cent/Liter einbrachen.

Am gestrigen Handelstag war die Nachrichtenlage zwar wieder dünn, aber dies spielte nur eine untergeordnete Rolle, weil der zurzeit wichtigste preisbeeinflussende Faktor häufig keine Meldungen benötigt. Die in der zurückliegenden Woche für Preisanstiege verantwortliche, bullische Grundstimmung am Ölmarkt scheint wieder an Rückhalt zu verlieren. Zumindest gaben die Rohölpreise gestern den zweiten Tag in Folge nach. So ging die europäischen Leitsorte BRENT um weitere 0,9 $/b zurück und notierte am Mittwochmorgen mit 49,3 Dollar/Barrel wieder unter der 50-Dollar-Marke. Ein Grund für den Rückzug der Anleger waren die jüngsten Berichte der OPEC und der Internationalen Energie Agentur (IEA). Nachdem die OPEC in ihrem Monatsbericht von einer sehr hoch ausgefallen Ölproduktion im vergangenen Monat sprach, welche im September mit 31,6 Millionen Barrel pro Tag so hoch war wie seit dem Jahr 2012 nicht mehr, nahm nun auch die IEA der bullischen Stimmung am Ölmarkt den Wind aus den Segeln. So stellte die IEA fest, dass der Weltölmarkt auch im kommenden Jahr überversorgt bleiben wird und dass es daher kaum Spielraum für einen nachhaltigen Anstieg der Ölpreise geben würde. Zum einen sieht die Agentur in den kommenden Monaten einen hinter den Erwartungen bleibenden Anstieg der Ölnachfrage. Besonders die ölproduzierenden Länder selbst werden wohl weniger Öl verbrauchen, da sich der niedrige Ölpreis auf deren Wirtschaftsentwicklung negativ auswirke. Darüber hinaus wird das Rohöl-Angebot weiter steigen. Zwar rechnet die IEA damit, dass die Ölförderung in Nicht-OPEC-Ländern, und dort besonders in den USA, spürbar sinken wird. Aber dies wird durch eine steigende Förderung in anderen Ländern mehr als ausgeglichen. Vor allem der Iran wird seine Ölproduktion im kommenden Jahr um voraussichtlich 20 bis 25 Prozent steigern können. Dort wurde gestern auch ein weiterer Schritt in Richtung Aufhebung des westlichen Ölembargos gemacht, denn das iranische Parlament stimmte gestern dem ausgehandelten Atomabkommen zu. Am Devisenmarkt konnte der €uro erneut leicht gegen den Dollar zulegen.

Die Nachfrage der Heizöl-Verbraucher hat gestern deutlich zugelegt und der heutige Preisrückgang steigert das Interesse weiter. Auch wenn die Nachrichtenlage derzeit einen weiteren Preisrückgang zulassen würde, so empfehlen wir dennoch den heutigen Preiseinbruch für eine Bestellung zu nutzen. Wer jedoch Risikobereitschaft mitbringt, der kann auch auf weiter fallende Heizölpreise spekulieren. In diesem Fall sollten die Ölpreis- und €uro-Entwicklungen jedoch eng verfolgt werden, damit man nicht von einer Gegenbewegung und sprunghaft anziehenden Heizölpreisen überrascht wird.

Zurück