Heizölpreise um weitere 0,6 Cent/Liter gestiegen

Heizölpreise - Bundesweite Preisentwicklung von Heizöl

Nach dem deutlichen Preisanstieg von gestern, zogen die Heizölpreise auch auf den heutigen Freitag im bundesweiten Durchschnitt um weitere 0,6 Cent/Liter an. Damit kostet eine Bestellung von 2.000 Litern Heizöl, bei den tanke-günstig Partnerhändlern aktuell 47,17 €uro pro 100 Liter. Bei der regionalen Betrachtung der Preisentwicklung waren heute in allen Bundesländern flächendeckende Preisanstiege zu verzeichnen. Am wenigsten kletterten die Heizölpreise mit knapp 0,1 bis gut 0,3 Cent/Liter in Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Die kräftigsten Preisanstiege waren mit 0,8 bis 1,3 Cent/Liter in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Rheinland-Pfalz zu verzeichnen.

Entwicklungen am Ölmarkt

Die Ölpreise haben am Donnerstag an ihre Vortagesgewinne angeknüpft und sind weiter gestiegen, am Freitag im frühen Handel gaben sie jedoch wieder nach. Dennoch blieb unterm Strich ein leichtes Plus bei den beiden Rohölleitsorten bestehen. So kletterte die europäische Leitsorte BRENT um einen guten halben Dollar je Barrel und wurde somit am Freitagmorgen bei 43,8 Dollar/Barrel gehandelt. Auch bei der US-Sorte WTI war ein Anstieg um 0,4 $/b zu verzeichnen, so dass das amerikanische Leichtöl am Freitagmorgen mit 41,5 Dollar/Barrel wieder deutlich über der 40-Dollar-Marke notierte.

Immer deutlicher wird zurzeit, dass die großen Ölkonzerne massive finanzielle Einbußen durch die niedrigen Ölpreise verzeichnen. So wurde gestern bekannt, dass der US-Branchenriese Chevron Geschäftsanteilen in Asien für bis zu fünf Milliarden Dollar abstoßen will. Gleichzeitig bleiben Investitionen in neue Ölförderanlagen aus, was längerfristig zu spürbar anziehenden Ölpreisen führen könnte. Kurzfristig betrachtet wird sich in den kommenden Tagen zeigen, ob die zuvor anhaltende Preiskorrektur am Ölmarkt nun beendet ist oder ob sich die Ölpreise nach einer kurzen Verschnaufpause weiter abwärts bewegen werden. Denn nach dem Zwölf-Jahres-Tief im Februar und den außerplanmäßigen Produktionsausfällen in Kanada und Nigeria hatten viele Spekulanten massiv Wetten auf steigende Ölpreise abgeschlossen. Dadurch waren die Ölpreise viel zu schnell und überzogen nach oben ausgebrochen, was in den letzten Wochen korrigiert wurde.

Insgesamt sollte aber die Aussicht auf eine wieder wachsende Überversorgung, die Preise am Weltölmarkt unter Druck halten. So hat die OPEC ihre Ölförderung mit 33,4 Mio. Barrel pro Tag im Juli auf einen der höchsten Stände der vergangenen Jahre ausgeweitet. Und auch innerhalb der OPEC wird weiterhin ein Preiskampf um Marktanteile geführt, was die jüngste Preissenkung des weltweit größten Ölförderunternehmens Saudi Aramco für den asiatischen Markt gezeigt hat. Denn mit diesem Schritt will das saudische Staatsunternehmen verhindern, dass der Wettbewerber und politische Erzfeind Iran Marktanteile im asiatischen Markt zurückgewinnen kann, nachdem die iranische Ölproduktion im laufenden Jahr um rund 25 Prozent gestiegen ist.

Aussicht und Empfehlungen

Die Ölpreise haben in den vergangenen Wochen eine rapide Talfahrt hingelegt. Daher ist eine preisliche Gegenbewegung aktuell nicht auszuschließen. Allerdings sprechen auch einige Faktoren dafür, dass die Preiskorrektur nach unten noch nicht abgeschlossen ist. Die Preisansteige der letzten zwei Tage könnte daher nur eine kurzfristige Reaktion auf die kräftigen Preisrückgänge der vergangenen Wochen sein. Aktuell empfiehlt es sich aber die weiteren Entwicklungen eng zu verfolgen, um schnell reagieren zu können, wenn die Ölpreise weiter anziehen sollten. Wenn dies der Fall ist, dann sollte man die massiven Preisrückgänge vom Juli mitnehmen und die aktuell günstigen Heizölpreise für eine frühzeitige Winterbevorratung nutzen.

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