Heizölpreise um weitere 0,4 Cent/Liter gestiegen

Heizölpreise - Bundesweite Preisentwicklung von Heizöl

Die Heizölpreise sind auf den heutigen Mittwoch um weitere 0,4 Cent/Liter gestiegen, so dass eine Bestellung von 2.000 Litern Heizöl im bundesweiten Durchschnittaktuell 54,42 €uro pro 100 Liter kostet. Bei der regionalen Betrachtung der Preisentwicklung waren auch heute in fast allen Bundesländern weitere Preisanstiege zu verzeichnen. Am deutlichsten kletterten die Heizölpreise in Nordrhein-Westfalen mit gut 0,8 Cent/Liter. In Baden-Württemberg und Bayern waren hingegen Preisnachlässe in Höhe von 0,2 bzw. 0,6 Cent/Liter feststellbar.

Entwicklungen am Ölmarkt

Die Ölpreise haben am Dienstag und Mittwochmorgen weiter zugelegt. Die beiden Rohöl-Leitorten BRENT und WTI zogen zur Wochenmitte um weitere 0,6 $/b an und notierten am Morgen mit 51,3 $/b bzw. 49,2 Dollar/Barrel auf dem höchsten Stand seit vier bzw. drei Monaten. Preisstützend hatte der schwächere Dollarkurs und der sich den USA nähernde tropische Wirbelsturm Matthew gewirkt, der die Verschiffung von Rohöl an der US-Ostküste beeinträchtigen könnte. Außerdem meldete das private Institut API gestern einen Rückgang der Rohölbestände um 7,6 Mio. Barrel. Sollte dies heute Abend durch die offiziellen Zahlen des DOE bestätigt werden, dann wäre das bereits der vierte Rückgang in fünf Wochen und würde den Ölpreisen weiteren Auftrieb geben.

Weiterhin bleibt die überraschende Einigung der OPEC auf eine Förderobergrenze in Höhe von 32,5 bis 33 Mio. Barrel das beherrschende Thema am Ölmarkt. Allerdings herrscht immer mehr Ungewissheit und Skepsis ob das seit Jahren uneinige Ölkartell nun den starken Worten auch Taten folge lässt. Als nächsten konkreten Schritt will die OPEC ein Gremium einrichten, welches bis November die Förderquoten für jeden Mitgliedsstaat bestimmen soll. Genau hier stellt sich aber die Frage, ob es bis zum nächsten regulären Treffen in Wien gelingen wird, verbindliche Quoten für die einzelnen Mitgliedsstaaten zu vergeben.

Obwohl die Entscheidung der OPEC nicht nur ein Einfrieren auf dem aktuellen Ölförderniveau bedeuten würde sondern bei Einhaltung eine spürbare Absenkung der Ölproduktion zur Folge haben wird, führt auch die vereinbarte Obergrenze in den kommenden Monaten nicht zu einem Ende der Überversorgung des Weltölmarktes. Dennoch ist die Stimmung an den Rohstoffbörsen gekippt. Sollten die Ölpreise jedoch weiter anziehen, kommen die US-Schieferölförderer wieder ins Spiel. Laut Baker Hughes ist bereits seit Wochen ein Anstieg der aktiven Förderanlage zu verzeichnen. Sollten die US-Ölförderer die möglicherweise durch den OPEC-Beschluss entstehende Angebotslücke füllen um Marktanteile zu gewinnen, dann würde die niedrigere OPEC-Fördermenge wirkungslos verpuffen.

Aussicht und Empfehlungen

Obwohl die Übereinkunft der wichtigsten Ölförderländer noch den Realitätscheck überstehen muss - denn auch in der Vergangenheit hatte es eine Fördergrenze gegeben, an die sich jedoch zuletzt kein Mitglied mehr gehalten hat und zudem muss auch die Reaktion der US-Schieferölförderer betrachtet werden - hat die überraschende Einigung der OPEC auf eine Förderobergrenze die Aussichten für die weitere Preisentwicklung am Ölmarkt grundlegend verändert. Konnte man vor dem OPEC-Beschluss noch mit guten Aussichten auf fallende Heizölpreise spekulieren, so kann man aktuell schon zufrieden sein, wenn die Heizölpreise wieder auf das Preisniveau von vor dem Meeting sinken oder nicht noch stärker zulegen.

Zurück