Heizölpreise um 0,7 Cent/Liter gesunken

Heizölpreise - Bundesweite Preisentwicklung von Heizöl

Zum ersten Mal seit einem Monat sind die durchschnittlichen Heizölpreise wieder unter die 50-Cent-Marke gefallen. So kostete eine Bestellung von 2.000 Litern Heizöl am heutigen Donnerstagmorgen 49,82 €uro pro 100 Liter, nachdem die Heizölpreise zuvor im bundesweiten Durchschnitt um 0,7 Cent/Liter nachgegeben hatten. Bei der regionalen Betrachtung der Preisentwicklungen waren heute in keinem Bundesland Preisanstiege zu verzeichnen. In Sachsen und Thüringen verharrten die Heizölpreise zwar auf ihrem Vortagesniveau, dafür waren bei den tanke-günstig Partnerhändlern in Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland kräftige Preisrückgänge in Höhe von 1,0 bis 1,1 Cent/Liter feststellbar.

Entwicklungen am Ölmarkt

Obwohl das Department of Energy (DOE) gestern Nachmittag einen erneuten Rückgang der amerikanischen Rohöllager um 0,6 Mio. Barrel verkündete, zeigten sich Börsenhändler zurückhaltend. Einerseits war bei den Lagern der Ölprodukte (Heizöl, Diesel und Benzin) ein Anstieg von insgesamt 5,3 Mio. Barrel zu verzeichnen, was die gesamten US-Öllager um 4,7 Mio. Barrel auf nunmehr 902 Mio. Barrel klettern ließ. Darüber hinaus waren sich Analysten einig, dass man die derzeitigen US-Rohöllagerdaten nicht überinterpretieren sollte, weil die Zahlen immer noch durch die Folgen des Tropensturms Hermine beeinflusst werden.

Gestern wirkte daher noch der Monatsreport der Internationale Energieagentur (IEA) nach, die die globale Nachfrageprognose für Rohöl deutlich gesenkt hatte. Die Agentur sieht besonders in den wichtigen Schwellenländern China und Indien einen "dramatischen" Rückgang der Ölnachfrage. Gleichzeitig hat die OPEC ihre Ölfördermengen in den letzten Monaten stetig ausgeweitet und das Ölkartell geht seinerseits davon aus, dass die Ölfördermengen außerhalb der OPEC in den kommenden Monaten ebenfalls weiter ansteigen werden. Es kann daher davon ausgegangen werden, dass das Überangebot am Weltölmarkt länger andauern wird als bisher angenommen.

Aus diesem Grund gaben die Ölpreise im gestrigen Handelsverlauf spürbar nach. So sank die europäische Leitsorte BRENT auf Donnerstag um 1,2 $/b und wurde am Morgen bei 46,1 Dollar/Barrel gehandelt. Die US-Ölsorte WTI gab mit 1,5 $/b etwas deutlicher nach und notierte am Donnerstagmorgen bei 43,7 Dollar/Barrel. Am Devisenmarkt tritt der €uro-Dollar-Wechselkurs weiterhin auf der Stelle, was sich bis zur kommenden Sitzung der FED wohl auch nicht ändern wird.

Aussicht und Empfehlungen

Trotz des erneuten Öllagerabbaus in den USA, gehen Analysten weiterhin davon aus, dass es sich immer noch um Nachwirkungen des Tropensturms Hermine handelt, weshalb man die derzeitigen US-Öllagerdaten nicht überinterpretieren sollte. Insgesamt ist die Stimmung am Ölmarkt eher gedrückt, weil in den jüngsten Monatsberichten der OPEC und der IEA eine noch länger anhaltende Überversorgung des Ölmarktes prognostiziert wurde.

Der spekulationsgetriebene Anstieg der Ölpreise im August beruhte jedoch hauptsächlich auf der Annahme, dass sich noch in diesem Jahr ein Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage einstellen könnte. Viele Indikatoren sprechen daher aktuell für eine Kurskorrektur der Rohölpreise nach unten. Es könnte sich daher lohnen auf weiter fallende Heizölpreise zu setzen, auch weil das Risiko gering ist, dass die Heizölpreise massiv nach oben ausbrechen werden.

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