Heizölpreise um 0,6 Cent/Liter gestiegen

Heizölpreise - Bundesweite Preisentwicklung von Heizöl

Auf den heutigen Donnerstag sind die Heizölpreise im bundesweiten Durchschnitt um 0,6 Cent/Liter gestiegen. Damit kostet eine Bestellung von 2.000 Litern Heizöl bei den tanke-günstig Partnerhändlern im Mittel aktuell 56,15 €uro pro 100 Liter Heizöl. Bei der regionalen Betrachtung der Heizölpreise zeigte sich heute ein einheitliches Bild. Lediglich in Nordrhein-Westfalen waren leichte Preisnachlässe in Höhe von gut 0,1 Cent/Liter zu verzeichnen. In allen anderen Bundesländern zogen die Heizölpreise an. Die mit Abstand kräftigsten Preisanstiege waren dabei mit 1,4 bis 1,8 Cent/Liter in Baden-Württemberg und Bayern feststellbar.

Entwicklungen am Ölmarkt

Die Ölpreise sind auf den heutigen Donnerstag gestiegen. Die US-Ölsorte WTI kletterte gestern sogar kurzfristig auf den höchsten Stand seit Juli 2015, dann setzte jedoch eine leichte Gegenbewegung zu dem starken Preisanstieg ein. Heute Morgen hatte WTI daher nur um 0,5 $/b zugelegt und notierte bei 51,3 Dollar/Barrel. Die europäische Ölsorte BRENT kletterte um 0,2 $/b und stand am Donnerstagmorgen bei 52,4 Dollar/Barrel. Rechnet man den €uro-Dollar-Wechselkurs mit ein, so wurde BRENT heute Morgen, aufgrund des zurzeit starken US-Dollars, in €uro auf dem höchsten Stand seit Juli 2015 gehandelt.

Händler nannten gestern mehrere Gründe, die die Ölpreise stützen. Vor allem spielte jedoch der erneute Rückgang der US-Öllager eine gewichtige Rolle. Ging man vor einigen Wochen noch davon aus, dass man den Rückgang der amerikanischen Öllager nicht überinterpretieren sollte und dass sich die Öllager bald wieder füllen würden, so sieht es nun nach einem nachhaltigen Abbau der US-Öllagerbestände aus. Laut DOE sind die Rohöllager in der vergangenen Woche um weitere 5,3 Mio. Barrel gesunken. Die Lager der Ölprodukte (Heizöl, Diesel und Benzin) sind in Summe jedoch um 1,2 Mio. Barrel gestiegen, so dass die gesamten US-Öllager um gut vier Mio. Barrel zurückgegangen sind. Mit gut 852 Mio. Barrel sind die Öllager der USA zwar immer noch sehr gut gefüllt, seit ihrem Rekordhoch von Mai diesen Jahres sind sie jedoch bereits um erhebliche rund 90 Mio. Barrel gefallen, was die Ölpreise stützt.

Als weiterer Faktor für Preisanstiege am Ölmarkt ist die Offensive im Irak gegen die, von der Terrormiliz IS besetzte Stadt Mossul zu nennen. In der Region um Mossul befinden sich einige der wichtigsten Ölquellen des Irak. Diese wurden vom IS anscheinend genutzt um sich über den illegalen Ölhandel zu finanzieren. Jetzt wo die massive irakische Offensive diese Einnahmequelle bald versiegen lassen könnte, wurde gemeldet, dass der IS einige dieser Ölfelder in Brand gesetzt haben soll. In diesem Zusammenhang ist jedoch feststellbar, dass sich Konflikte im Nahen Osten bei weitem nicht mehr so stark auf die Ölpreise auswirken, wie dies noch vor einigen Jahren der Fall war. Eine uneinige, schwache OPEC und die Diversifizierung der Ölbeschaffungsmöglichkeiten außerhalb des OPEC-Raums haben dazu geführt, dass der Ölhandel weniger stark vom Nahen Osten abhängig ist. Zwar fördert das Ölkartell immer noch knapp 40 Prozent der täglich benötigten rund 96 Mio. Barrel Rohöl zutage, aber die Öl importierenden Länder können zumindest kurzfristig Lieferengpässe leichter ausgleichen.

Aussicht und Empfehlungen

Auch wenn noch keine verbindlichen Schritte bei der Umsetzung der neuen Förderobergrenze der OPEC und Russlands unternommen wurden, so haben sich die Aussichten für die weitere Preisentwicklung am Ölmarkt alleine durch die Absicht der OPEC grundlegend verändert. Außerdem scheinen sich die, seit nunmehr zwei Monaten sinkenden US-Öllager nachhaltig zu reduzieren, was auf eine Verknappung des Angebotes schließen lassen könnte.

Sollte die OPEC mit der Umsetzung der Förderobergrenze scheitern, so könnten die Rohöl- und Heizölpreise zwar wieder sinken. Andererseits kann auch ein weiterer spürbarer Anstieg der Heizölpreise bis zum Jahresende nicht ausgeschlossen werden. Wer weniger Freude am Spekulieren hat, der sollte daher das aktuelle Preisniveau für eine Winterbevorratung nutzen.

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