Heizölpreise um 0,4 Cent/Liter gesunken

Heizölpreise - Bundesweite Preisentwicklung von Heizöl

Auf den heutigen Dienstag haben die Heizölpreise im Dezember zum ersten Mal nachgegeben. Obwohl die Vorgaben vom Ölmarkt preissteigernd ausgefallen waren, sorgte der spürbar an Wert zulegende €uro für einen Rückgang der Heizölpreise. Im bundesweiten Durchschnitt gaben die Heizölpreise daher um gut 0,4 Cent/Liter nach, so dass die gemittelten Heizölpreise aktuell bei 57,80 €uro pro 100 Liter Heizöl.

Bei der regionalen Entwicklung der Heizölpreise zeigte sich heute ein uneinheitliches Bild. In sieben Bundesländern legten die Heizölpreise zu und dabei mit gut 0,7 Cent/Liter am deutlichsten in Brandenburg und Berlin. In den neun Bundesländern in denen die Heizölpreise zurückgingen, waren die kräftigsten Preisnachlässe in Höhe von 1,2 bis 1,6 Cent/Liter in Hessen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz zu verzeichnen.

Entwicklungen am Ölmarkt

Die Ölpreise haben im gestrigen Handelsverlauf weiter zugelegt und zeigten, wie der gesamte Finanzsektor, unbeeindruckt vom gescheiterten Referendum in Italien. Heute Morgen setzten die Ölnotierungen dann zu einer nicht ungewöhnlichen und leichten Gegenbewegung an, nachdem die Rohölpreise zuletzt innerhalb von kurzer Zeit um rund 15 Prozent gestiegen waren. Trotz des Rückgangs im frühen Handel legte die Nordsee-Ölsorte BRENT im Vergleich zu gestern Morgen um weitere 0,7 $/b zu und stand somit am Dienstagmorgen bei 54,8 Dollar/Barrel. Die US-Ölsorte WTI kletterte hingegen nur um 0,3 $/b und wurde am Morgen bei 51,5 Dollar/Barrel gehandelt.

Weiterhin wirkt der die Einigung der OPEC auf eine Förderobergrenze stützend auf die Ölpreise. Auch weil bekannt wurde, dass sich Vertreter der OPEC mit weiteren Ölförderländer wie Mexiko und Kasachstan treffen wollen um wohl auch diese zu einer Förderkürzung zu motivieren. Dementsprechend deutlich kletterte in den letzten Tagen auch der Durchschnittspreis für OPEC-Öl. Mit derzeit 51,3 Dollar/Barrel stieg dieser zum ersten Mal seit rund 16 Monaten über die 50-Dollar-Marke. Bezogen auf das Rekordtief von Januar diesen Jahres in Höhe von 22,5 $/b hat sich der Preis für OPEC-Öl beinahe verdoppelt.

Die wichtigen Wahlen vom Wochenende haben sich insgesamt kaum auf den Finanzsektor und somit auch nicht auf die Ölpreise ausgewirkt. Auch wenn beim italienischen Referendum im Vorfeld häufig von einer Wahl für oder gegen Europa gesprochen wurde, so haben die Italiener letztlich über ein rein nationales Themen abgestimmt, so dass auf politischer Seite nicht unbedingt mit großen Wellen gerechnet werden musste. Der nun bevorstehende Rücktritt des für Reformen stehenden italienischen Regierungschefs Matteo Renzi birgt allerdings die Gefahr für ein Wiederaufleben der Finanzkrise, weil sich das hochverschuldete Italien offensichtlich nur schwer reformieren lässt.

Am Devisenmarkt legte der €urokurs nach dem italienischen Wahlausgang eine regelrechte Berg- und Talfahrt hin. Zunächst verlor der zum US-Dollar ohnehin schon schwache dastehende Euro weiter an Wert, auf den heutigen Dienstag legte er dann allerdings kräftig zu. Vor allem weil erwartet wird, dass der italienische EZB-Chef Draghi in dieser Woche mindestens eine Fortsetzung des laufenden Kaufprogramms von Staatsanleihen verkünden wird, um besonders die stark verschuldeten Euroländer zu stützen. Eine zuvor ins Gespräch gebrachte Absenkung der Anleihenkäufe ist nach dem Referendum in Italien wohl definitiv vom Tisch.

Aussicht und Empfehlungen

In der vergangenen Woche haben überdurchschnittlich viele Verbraucher einen Heizölvorrat angelegt, weil davon ausgegangen werden muss, dass die Heizölpreise in den kommenden Wochen und Monaten weiter anziehen werden. Denn der jüngste OPEC-Beschluss könnte eine nachhaltige Wende für das Angebots-Nachfrage-Verhältnis auf dem Weltölmarkt einleiten und dazu führen, dass die aktuelle Überversorgung bereits im ersten Halbjahr 2017 ein Ende finden wird. Viele Analysten gehen daher zurzeit davon aus, dass die Ölpreise bis zum Anfang des kommenden Jahres auf 55 bis 60 Dollar/Barrel anziehen und dieses Preisniveau dann auch halten werden. Obwohl die Heizölpreise einen Sprung nach oben gemacht haben, kann man eine Bestellung besser noch in diesem als im nächsten Jahr empfehlen.

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